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Der Zollanschlußvertrag von 1891

(aus der Facharbeit von Stefan Heim / 1992)

Am 1. Mai 1891 fielen im Kleinwalsertal die Zollschranken. Die wirtschaftliche Lage vor und nach dem Zollanschlußvertrag soll in dieser Arbeit erläutert werden.

 

Zum besseren Verständnis sei an dieser Stelle ein kurzer Überblick gegeben, zu welchen Grafschaften bzw. Staaten das Kleinwalsertal gehörte bzw. noch gehört. Als  die Walser das Tal der Breitach um 1300 n. Chr. besiedelten gehörte das Gebiet den Grafen von Rettenberg. Nach dem Absterben des letzten männlichen Grafen von Rettenberg, gelangte das Land 1351 durch Kauf an die Herren von Heimenhofen.

Im Jahre 1451 wurde die Talschaft, durch Waffengewalt erobert, habsburgisch.

Von 1806 bis 1814 gerieten die Walser, ebenso wie Vorarlberg und Tirol, unter bayrische Herrschaft. 1938 gelangten sie durch den Anschluß Österreichs zum dritten Reich. Von 1945 bis 1948 war das Kleinwalsertal unter französischer Besatzung und wurde durch die Amerikaner versorgt.

Es sei auch hier die geographische Lage des Kleinwalsertales genannt, da sie von großer Bedeutung um die Entstehung des Zollanschlußvertrages war. Das Tal liegt eingebettet in die südwestlichen Ausläufer der Allgäuer Alpen.

Das Kleinwalsertal gehört zum Bundesland Vorarlberg (Österreich) und liegt hier im Nordosten. Die Allgäuer Alpen trennen dieses Stück Vorarlberg vom Hochland des walserischen Tannbergs im Süden und vom Bregenzerwald im Nordwesten. An die dreißig Berggipfel zwischen 1800 und 2500 m umrahmen das Tal wie ein Hufeisen. Vom Heimatland Österreich ist das Kleinwalsertal nur über hohe Gebirgspässe erreichbar. Eine Straßenverbindung besteht lediglich von Norden aus dem deutschen Allgäu. (über Oberstdorf).

I. Die wirtschaftlich Lage des Kleinwalsertales vor dem Zollanschlußvertrag.

Die Haupteinnahmequelle der Walser war die Landwirtschaft, mit Viehzucht und Käseprodukten. "Das Vieh lieferte die Hauptnahrungsmittel: Käse, Milch, Zieger, Schmalz, Molke, wobei im Sommer Überschüsse produziert wurden, die zum Teil als Vorrat für den Winter angelegt und zum Teil verkauft wurden, um aus dem Erlös andere ergänzende Nahrungsmittel einzukaufen". [i]

Daneben gab es noch einige Handwerkerberufe, wie Schreiner, Schuhmacher, Schneider, Maler, Spengler, Bäcker, Müller, Gerber, u.s.w.

Die Industrie vermochte nie so richtig im Kleinwalsertal Fuß zu fassen. Die Frauen stickten und spannen, was aber nur Nebenverdienst, neben der Landwirtschaft war.

Bayern war für die Walser vor allem im Winter ein wichtiger Handelspartner, da die Pässe zu dieser Jahreszeit nur erschwert und unter hoher Lebensgefahr begangen werden konnten.

Im Jahre 1658 wurde ein sogenannter "Schmalz- und Salzvergleich" erstellt. Dieser besagte, daß man also Schmalz, welches man nicht selber brauchte, nur nach Hall in Tirol liefern und verkaufen durfte, keinesfalls in ein anderes Land". [ii]

Man konnte zwar das Schmalz mit Salz umtauschen, doch war es über die Pässe ein viel beschwerlicherer Weg, als das Schmalz in Bayern zu verkaufen.

Dieser Vergleich währte bis 1779 und man mußte viel mehr Mühen auf sich nehmen. Der Gewinn wurde außerdem um einiges geschmälert. Später durfte auch das Salz nur aus der Monarchie Österreich-Ungarn abgeholt werden.

1786 hat Kaiser Joseph II. an die Grenzen Österreichs Zolleinnehmer gesetzt, so entstand an unserer Grenze zu Bayern eine Zollstation, die "Walserschanz". Alle Waren aus Bayern mußten verzollt werden. Diese Regelung brachte schwere finanzielle Belastungen und Verluste." [iii]

Durch diese Zollsperre hatte der Schmuggelhandel Hochkonjunktur. Schwerwiegende Probleme gab es dann erst im Jahre 1796 als eine allgemeine Viehsperre verhängt wurde. Der Handel mit dem Vieh war damit lahm gelegt, da man jetzt über die Pässe handeln mußte und das Vieh nur zu einem niedrigeren Preis verkaufen konnte, als die Bauern im Bregenzerwald, die im Käse und Viehhandel in Westösterreich führend waren.

Von 1809 bis 1814 war das Kleinwalsertal bairisch und es wurden die Zollbestimmungen aufgehoben. Danach traten die Zollverordnungen von 1786 wieder in Kraft, wodurch Walser Wirtschaft eine reine Gratwanderung durchmachte.

1833 wurde der Deutsche Zollverein gegründet, was schwerwiegende Folgen für die Gemeinde Mittelberg hatte, da der Handel mit Bayern ganz lahmgelegt wurde. Bereits 1834 versuchte die Gemeindevorstehung von Mittelberg zollpolitisch an Bayern angeschlossen zu werden. Auch 1847 und 1849 wurden derartige Versuche unternommen, die aber alle fehlschlugen.

"Die Unannehmlichkeiten im Grenzverkehr erreichten schließlich im Jahre 1878 unerträgliche Ausmaße. Die Bestimmungen zum Schutze der deutschen Landwirtschaft brachten den Handel an der Walserschanz nun vollständig zum Erliegen." [iv]

Nun versuchte man einen ähnlichen Zollanschlußvertrag zu erlangen, wie ihn die Gemeinde Jungholz bereits 1868 erhalten hatte.
 

II. Die Schwierigkeiten bei Der Erlangung des Vertrages.

Wie bereits geschildert, war der erste Versuch, sich aus dem Österreichischen Zollverein loszulösen 1834. Damals befasste sich mit dieser Frage Kreishauptmann Ebner. Er stimmte den Mittelbergern positiv zu und bot zwei Lösungsvorschläge an. Zum einen, dass das Kleinwalsertal österreichisch bleibe, aber vom österreichischen Zollverband ausscheiden würde. Zum anderen kam ein Vorschlag, dass man das Tal mit Scheffau, Aach, Scheidegg oder Balderschwang tauschen könnte.

Es gab zwar einige Zollerleichterungen für Mittelberg, doch die Verhandlungen mit Bayern erwiesen sich als äußerst schwierig, da Bayern die Zustimmung der anderen Mitgliedstaaten des deutschen Zollvereins benötigte.

Das größte Problem war es, dass die Sonderrechte, die die Walser bekamen, immer nur von kurzer Dauer waren und man neue Verhandlungen einleiten musste.

1847 wurde dann die Zollgrenze total gesperrt und man ersuchte  neuerlich, wie auch 1849 um die Entlassung aus dem österreichischen Zollverband und Aufnahme in den deutschen Zollverein.

1878, als in Deutschland eine Wirtschaftskrise währte und Bismarck versuchte, diese mit harten Zollbestimmungen aufzufangen, geriet das Kleinwalsertal in arge Bedrängnis.

Die Gemeinde beauftragte Dr. Tiburtius Fritz aus Mittelberg, der in Wien eine Kanzlei betrieb, in den Ministerien zu Wien Verhandlungen, dass die Gemeinde Mittelberg zollpolitisch an Deutschland angegliedert werde, einzuleiten. Er wurde dabei von dem aus Riezlern stammenden und in Wien lebenden Kaiserlichen Rat Engelbert Keßler unterstützt. In den Ministerien in Bayern verhandelte der Kgl. Hofkämmerer Dr. Hypolith von Klenze aus München.

Obwohl die wirtschaftliche Lage immer schlechter wurde, blieb man in den österreichischen Stellen hart und wollte zunächst lieber eine Straßenverbindung durch den Berg schlagen als das Kleinwalsertal "freigeben".

Aus einer Statistik über die Volkswirtschaft 1888, die anlässlich der Bemühungen um den Zollanschlußvertrag erstellt wurde, ist ersichtlich, dass der Viehbestand deutlich zurückgegangen ist. Man befürchtete allerdings trotz dieser Tatsache, dass das Heu zur Überwinterung nicht reichen würde. Heu kaufen, gestalte sich deswegen schwer, da man neben der Vieh- und Käsewirtschaft kaum eine andere Erwerbsquelle hatte. Mit weniger Vieh resultierte daraus natürlich weniger Einkommen. Außerdem wurde das Geld nun gebraucht, um ergänzende Nahrungsmittel zu kaufen, da in dieser klimatischen Lage kein Ackerbau möglich ist. 

In dieser Zeit wanderten auch sehr viele Walser nach Amerika, Neuseeland und Australien aus.

Als nun derartige Statistiken und alle möglichen Beweismaterialien über den Wirtschaftsniedergang im Kleinwalsertal an die zuständigen Behörden gingen und auch 1889 dem Kaiser ein Majestätsgesuch überreicht wurde, stand niemand mehr dem Zollanschlußvertrage im Wege.

III. Der Zollanschlußvertrag und die daraus reslutierenden Sonderverhältnisse.

"Am 2. Dezember 1890 wurde dann endlich der Staatsvertrag zwischen Deutschland und Österreich abgeschlossen, durch den das Kleine Walsertal dem deutschen Zollgebiet einverleibt wurde." [v]

Am 1. Mai 1891 wurde dann offiziell an der Walserschanz die Zollschranke geöffnet und das Zollamt wurde nach Mittelberg-Bödmen verlegt.

Dieser Vertrag brachte natürlich jede Menge Veränderungen mit sich.

 

Die Hauptaussagen lauten:

Artikel 1:                         
Die zu Vorarlberg gehörige Gemeinde Mittelberg wird, unbeschadet der landesherrlichen Hoheitsrechte Seiner kaiserlichen und königlichen Majestät, dem Zollsystem des Deutschen Reichs, wie dasselbe gegenwärtig besteht oder     sich in Zukunft gestalten möchte, angeschlossen.

Die Zollgrenzen an dem anzuschließenden Gebietstheil soll durch beiderseitige Commisarien festgestellt werden.

 Artikel 6:                        
Sollten im deutschen Zollgebiet, beziehungsweise im Königreich Bayern neue Verbrauchssteuern zur Einführung gelangen, so werden die betreffenden Bestimmungen auch in dem angeschlossenen Gebiehtstheil in Kraft gesetzt            werden.

Artikel 8:                        
[...] Die Abgaben sind in deutscher Währung zu entrichten. Die Betreibung derselben im Wege der Zwangsvollstreckung erfolgt auf Ersuchen durch die österreichischen Behörden.

Artikel 10:                        
Die Bestimmungen, welche für Angehörige des Deutschen Reichs bei dem Verkehre der Handlungsreisenden und bei dem Gewerbebetriebe im Umherziehen, sowie beim Besuche der Märkte und Messen im Inlande gelten,                         sollen auch auf den anzuschließenden Gebietstheil und seine Bewohner Anwendung finden.

Artikel 11:                        
Hinsichtlich des Verkehrs mit den einzelnen Theilen des deutschen Zollgebietes wird der anzuschließende Gebietstheil dem bayerischen Gebiet gleichgestellt.
[vi]

Damit war der Handel nach Bayern offen und die Wirtschaft konnte wieder aufblühen.

Es entstanden Sonderverhältnisse, bei denen man sich in der österreichischen und deutschen Verwaltungspraxis auskennen muss. Durch den Zollanschlußvertrag sind heute noch die öffentlichen Angestellten wie die Geistlichkeit, Lehrerschaft, Ärzte, Gendarmerie u.s.w. alle vom österreichischen Staat angestellt und durchwegs Österreicher. "Die direkten Steuer fließen nach Österreich, hingegen gelten für alle indirekten Steuern die deutschen Bestimmungen." [vii] In den Geschäften erhält man überwiegend deutsche Ware. Wenn man eine österreichische Ware feilbieten oder erwerben will, muss man diese verzollen.


Durch die Zugehörigkeit Österreichs zur EU hat sich inzwischen auch einiges geändert, aber ich will trotzdem mal die ganzen "Merkwürdigkeiten" die es im Tal gab und natürlich teilweise immer noch gibt hier etwas aufführen.

Eine Merkwürdigkeit ist es auch, dass zwar die österreichische Gendarmerie, aber deutsche Zöllner im Tal verkehren. Die Kraftfahrzeuge werden zollfrei aus Deutschland bezogen, haben aber österreichische Kennzeichen und fahren mit deutschem Kraftstoff.

"Auf dem Postamt werden nur österreichische Postwertzeichen verwendet, die in deutscher Währung (Deutsche Mark) bezahlt werden." [viii] Es gelten außerdem für die Ortschaften Mittelberg, Hirschegg und Riezlern jeweils zwei Postleitzahlen. Die einen gelten für Österreich und die anderen für Deutschland. Ebenso kann man nach beiden Ländern die Post mit dem Inlandstarif frankieren. Es bestehen auch zwei Vorwahlen für das Kleinwalsertal.

Mit dem Beitreten der Bundesrepublik Deutschland in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft wurde das Kleinwalsertal ebenfalls angeschlossen. Dies ergab sich aus dem Artikel 1 des Zollanschlußvertrages, der besagt, dass der Anschluss nach dem Zollsystem, wie dasselbe gegenwärtig besteht oder sich in Zukunft gestalten möge, erfolgt.

Interessant ist es zu wissen, dass der Zollanschlußvertrag unverändert bis zum heutigen Tage gilt und somit die österreichisch sowie die deutsche Monarchie und beide Weltkriege überleben konnte.

IV. Die wirtschaftliche Entwicklung im Kleinwalsertal nach dem Vertrag

"Die Beseitigung der Zollschranken und die günstige Verkehrsverbindung mit dem aufstrebenden Industriestaat Deutschland ebneten einem neuen Erwerbszweig den Weg, dem Fremdenverkehr." [ix] Vor 1908 kamen hauptsächlich Großfürsten in das Tal zum Jagen. Als aber 1911 Dr. Max Backer eine Hochgebirgsklinik in der Schwende errichtete und mit dieser, begründet auf das Reizklima zwischen 1000 und 1300 m Seehöhe, großen Erfolg hatte, wurde das Walsertal in ganz Deutschland bekannt. Langsam entwickelte sich auch das Tal als Winterskigebiet und 1940 wurde einer der ersten Skilifte, der Parsenn gebaut.

Die Fremdenverkehrsstatistik stieg bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhundert ständig.

Im Jahre 1924  waren bei 3.211 Gästen 29.200 Nächtigungen. 1940 verbrachten 40.999 Gäste bei 402.155 Nächtigungen ihren Urlaub im Kleinwalsertal. Während des 2. Weltkrieges gingen die Nächtigungen zurück. 1950 gab es 535.152 und 1990 1.648.301 Nächtigungen und war damit die Gemeinde Mittelberg von den Nächtigungen her gesehen die zweitgrößte Fremdenverkehrsregion in Österreich. 

Dass sich der Fremdenverkehr derart entwickeln konnte, hängt von mehreren Komponenten ab. Einmal die Straße, die nur nach Deutschland führt und dadurch auch vorwiegend deutsche Staatsbürger ihren Urlaub im Kleinwalsertal verbringen. Zum anderen ist eben diese Straße durch den Zollanschlußvertrag zollpolitisch offen. Dadurch können die Walser alle Waren, zollfrei und mit dem günstigeren Steuersatz der Bundesrepublik Deutschland beziehen. Da die Zölle seit dem Zollanschlußvertrag wegfallen und die Alpenpäße nicht mehr begangen werden müssen bleibt jedem Betrieb mehr Gewinn. Außerdem gilt hier im österreichischen Staatsgebiet als Währung ausschließlich die Deutsche Mark, welche einen höheren Marktwert, als der österreichische Schilling aufweisen kann.

Da der Fremdenverkehr in dieser Region einen derartigen Aufschwung erlangt hat, ist es nicht verwunderlich, dass der Großteil der Bevölkerung auch in diesem Gewerbe tätig ist. Dadurch ergibt sich auch ein relativ großes Maß an Wohlstand.

Allerdings musste die Landwirtschaft durch diese Entwicklung leiden. War während der Entstehung des Zollanschlußvertrages 90 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, so waren es 1940 nur noch 40 % und 1950 gar nur noch 30 %. Heute sieht die Lage der Walser Bauern äußerst prekär aus. Erstens sind nur noch ganz wenige Landwirte im Tal und ist bei sehr wenigen die Nachfolge gesichert.

Dagegen konnten die Gewerbebetriebe einigen Aufschwung erleben. "Im Tale selbst ist an Handwerken alles vertreten, was füglich vom neuzeitlichen Leben verlangt werden kann." [x] Besonders gut vertreten sind die Tischler und Schreiner. Doch auch Metzger, Kaufhäuser, Schmiede, Elektriker, Installateure u.s.w. konnten ihre Gewerbe gewinnbringend ausweiten.

Spätere Anmerkungen:

Der Zollanschlußvertrag konnte aber auch andere Auswirkungen haben. Der Schmuggelhandel florierte natürlich trotz des Vertrages. Aus Österreich wurden alle möglichen Waren  verbotenerweise "zollfrei" eingeführt. Die Studenten die in Innsbruck, Wien oder Italien studierten mussten hier auch oft herhalten und brachten natürlich alles mögliche mit. Sie mussten zur Uni ja noch zu Fuß laufen und es ging über den Gemstelpass oder andere "Schleichwege" um den "Finanzern" (Zöllnern) zu entkommen. Mein Opa hat auch noch viele Geschichten erzählt, u.a. wie man z.B. lebendige Schweine über die "Zollgrenze" geschmuggelt hat. Da wurde schon ab und zu scharf geschossen. Nach dem 2. Weltkrieg war der Schmuggel auch sehr verbreitet. Auch mein Vater war als 14-jähriger Bub unterwegs und man holte in dieser Zeit vor allem verschiedene Stoffe aus dem Bregenzerwald. Getragen wurde damals alles im "Rääf" (Rückentraggestell aus Holz).
Aber auch in der neueren Zeit konnte das passieren. Als wir (meine Brüder und ich) so 14-17 Jahre alt waren hatten wir zuhause Schafe. Wenn man Sie im Herbst von der Alpe brachte und schlachtete mussten die Felle zur Gerberei gebracht werden. Da in Weißenbach in Tirol für uns der beste Gerber war mussten die Felle dort hin gebracht werden. Da man aber die rohen Felle schlecht über die Grenze fahren konnte packten wir unsere Rucksäcke und oft stapften wir im Herbst schon durch ziemlich hohen Schnee über den Gemstelpass nach Hochkrumbach. Dort wurden wir von unseren Eltern mit dem Auto abgeholt. Es war klar dass wir immer vor diesen in Hochkrumbach waren, aber wir versuchten auch immer die Rekorde mit dem Laufen zu brechen. Außerdem fühlten wir uns immer als richtig alte Schmuggler, schließlich wurde davor immer noch der Opa ausgefragt wie es denn früher so beim Schmuggeln war. Da er natürlich einige "Schauergeschichten" zum Besten geben konnte hatten wir dann doch immer ein wenig Angst von einem Zöllner erwischt zu werden. Falls sich zufällig noch irgendjemand zu der Zeit ins Gebirge verirrte und noch einen grünen Anorak anhatte und vielleicht noch ein Schäferhund dabei war, dann bekamen wir es doch noch ein wenig mit der Angst zu tun. Jaja die guten alten Zeiten *gg*.

Quellenverzeichnis:

Fink, Joseph, Hippolyt von Klenze, Der Mittelberg, Verlag des Ortsvereins Mittelberg, Mittelberg, 1891.

Flatz, Ildefons, Kleinwalsertal, Halbjahresschrift für Heimatpflege und Fremdenverkehr, Buch- und Kunstdruckerei Josef Kreutzer & Co, Babenhausen, Oktober 1954.

Fritz Wilhelm, Kleinwalsertal, Einst und Jetzt, Walserdruck Erich Stöckeler, Riezlern, ²1988.

Heimat. Volkstümliche Beiträge zur Kultur- und Naturkunde Vorarlbergs; Unsere Walser, Heimat - Verlag, Bregenz, 1925.

Holzer, Siegfried, Berchtold Toni, Gemeinde Mittelberg, Kleinwalsertal 1891-1991, 100 Jahre Zollanschlußvertrag, Österreich-Deutschland, Walserdruck Erich Stöckeler, Riezlern, 1991.

Plitzner Klaus, Wolfgang Scheffknecht, Engelbert Keßler. Ein kaiserlicher Rat aus dem Kleinen Walsertal 1834-1922, erschienen in Schriften des Vorarlberger Landesarchivs, Band Nr. 6, Fink`s Verlag, Bregenz, 1991.

Köberle Alfons, Das Kleinwalsertal, im Selbstverlag des Verfassers, Riezlern, 1949 (?)

Köberle Alfons, Amtlicher Winter- Führer durch das kleine Walsertal, Schwabenverlag, Kempten, o.J..

Pfeifer, E.A., Das Kleine Walsertal, Ein Alpenjuwel, Verlag Allgäuer Anzeigeblatt, Immenstadt, 5. Auflage, 1956.

Schwendiger, Irmin, Der große Widderstein erzählt, Verlag für Heimatpflege, Kempten, 1983.

Vorarlberger Nachrichten, 24. April 1991, Vor 100 Jahren fiel die Walserschanze

Vorarlberger Nachrichten, 08. Juni 1991, Strauß Peter, Kleinwalsertal

Vorarlberger Nachrichten, 10. Juni 1991, Das "grenzenlose" Tal feierte

Vorarlberger Nachrichten, 10. Juni 1991, Kleinwalsertal als Muster für Europa.

Der Walser, 26. April 1991, 100 Jahre Zollanschlußvertrag.

Der Walser, 14. Juni 1991, Die Walser feierten.

Walserheimat in Vorarlberg, Heft Nr. 48, Vorarlberger Walservereinigung, J.N. Teutsch, Bregenz, Juni 1991.

Wüstner Max, Das kleine Walsertal im Sommer und im Winter, Verlag Josef Müller, Riezlern, o.J..

Zinsli, Paul, Walser Volkstum, in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Piemont, Terra Grischuna Buchverlag, Chur, 5. Auflage, 1986.


[i] Plitzner, Scheffknecht; Engelbert Keßler. Ein kaiserlicher Rat aus dem Kleinen Walsertal 1834-1922; S. 20.
[ii]
Holzer, Berchtold; Gemeinde Mittelberg, Kleinwalsertal 1891-1991, 100 Jahre Zollanschlußvertrag Österreich-Deutschland; S. 7
[iii] Walserheimat Heft Nr. 48, Juni 1991; S. 403
[iv] Vorarlberger Nachrichten vom 24. April 1991; "Vor 100 Jahren fiel die Walserschanze"
[v] Wüstner Max; Das Kleine Walsertel; S. 42
[vi] Holzer, Berchtold; Gemeinde Mittelbergm Kleinwalsertal 1891-1991, 100 Jahre Zollanschlußvertrag Österreich-Deutschland; S. 19 f
[vii] Köberle; Amtlicher Winterführer durch das Kleine Walsertal; S. 15
[viii] Fritz; Einst und Jetzt; S. 81
[ix] Fritz; Einst und Jetzt; S. 71
[x] Pfeifer; Das Kleine Walsertal, Ein Alpenjuwel; S. 180                                                                                                                                   

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