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Der grosse Walserweg

(Grande Sentiero Walser)

(4. Etappe)

Von Thusis bis Mittelberg (28.06.-05.07.2003)

 

4. Tag, Di. 01.07.2003

In der Früh bedeckt und neblig. Etwas später dann Regen und das zum Teil sehr heftig.

Mit der Madrisa-Bahn kamen wir von Klosters-Dorf (1.124m) bis nach Albeina (1.887m). Eigentlich wollten wir über das Rätschenjoch (2.602) und durch das Gafier Tal hinab nach St. Antönien. Wegen des schlechten Wetters entschieden wir uns dann für den Prättigauer Höhenweg und über das Jägglisch Horn bzw. das Fürggli (2.255 m) nach St. Antönien zu gehen. Da es dann bei Zastia (1.924 m) derart heftig regnete änderten wir nochmals unsere Marschrichtung und liefen über die Meder Alp (1.954 m), Radax (1.797 m) und Planggen (1.587 m) hinab in die Nähe von Clavamartsch (1.430 m). Vor dem Ortsteil konnten wir zunächst auf einer Forststrasse und später durch einen Pfad über das Eggatobel in Richtung St. Antönien. Auf diesem Weg begegnete uns eine ganze Armada von „Wäddrdätsch“ (Alpensalamandeer). Ich habe noch nie an einem Tag so viele „Wäddrdätsch“ gesehen.

Im Frösch (1.207m), unterhalb von St. Antönien fanden wir dann ein Haus bei dem wir unterstehen konnten. Dort machten wir dann auch gleich Brotzeit. Nach dieser angenehmen Pause liefen wir bergauf, bis wir in Usser Ascherina (1.273m) auf die Teerstraße kamen, auf der wir hinauf bis nach St. Antönien (1.461m) folgten. Dort waren dann alle froh dass man sich im Gasthaus Rhätia wieder „trocken legen“ konnte.

Das Gasthaus Rhätia ist selbst schon wie ein kleines Museum, aber ich wollte trotzdem einmal bei dem direkt gegenüber liegenden Museum vorbei schauen. Leider hat es nur am Mittwoch und Samstag geöffnet. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit beim Tourismusbüro eine Vorbestellung für Gruppen zu machen. Ins Museum kam ich in diesem Fall nicht und so lief ich noch die paar Schritte zur Kirche. In Kirchen erfährt man oft sehr viel über einen Ort. Interessant fand ich, dass im Schiff ringsum am Täfer die Geschlechternamen der Einwohner von 1913 eingeschnitzt sind. Es tauchen auch einige Nachnamen auf, die in Vorarlberg als typische Walsernamen gesehen werden (z.B. Hartmann, Ladner, Mathis, ….).

Hier war auch eine Gedenkschrift zum 500-jährigen Bestehen der Kirche von St. Antönien (1493-1993) aufgelegt, welche ich mir natürlich erwarb. Dort steht außer zur Kirchengeschichte und der Geschichte der wunderschönen Speisegger Orgel von 1732 auch einiges über die Dorfgeschichte selbst.

Anstieg: 321 m (mit Bahn 1.084 m), Abstieg: 747 m

 

St. Antönien

St. Antönien scheint vor 1300 unbewohnt gewesen zu sein und wurde im Sommer vermutlich von Romanen als Alpweide genutzt. Da es im Tal auch einige romanische Flurnamen gibt, wird auch angenommen dass vor den Walsern einige Romanen im Tal Wohnsitze hatten. Von weltlichen Feudalherren hatten urkundlich erst die Freiherren von Vaz (1250 – 1338) in St. Antönien Güter besessen.

Die ersten Walser kamen von Klosters über die Aschariner Alpe, dem Eggberg entlang und siedelten sich zuerst in Gafien, Egga und Dörfji an und später über den Rosswig = Rossweg-Äbena zum Kreuz vor dem Partnunersee.

Wanderkarte: Schweizer Landeskarte 1 : 50 000, Blatt 248 - Prättigau.

Alternative Wanderrouten:

Wie oben beschrieben, über das Rätschenjoch, oder das Jägglisch Horn.
Oder über Schlappin (Walsersiedlung) u. das Schlappiner Joch nach Gargellen im Montafon. Dann könnte man evtl. die Tour über St. Gallenkirch, zur Furkla (Grasjoch) oder das Roßbergjoch ins Silbertal fortsetzen. Oder aber man sucht sich einen Wanderweg bis nach Galtür, der einzigen Walser-Siedlung im Tirol.

Wenn man Galtür mit einbeziehen will, ist diese Variante vielleicht noch besser:
Von Klosters - Auja - Schwaderloch - Garfun - Alp Spärra - Alp Sardasca - Silvretta-Hütte; Silvretta-Hütte - Rote Furka (bei ungünstigen Gletscherverhältnissen über den Klosterpass) - Westufer Silvrettastausee - Bielerhöhe - von dort mit dem Bus nach Galtür - Wirl - Zeinisjoch - Zeinisjochhaus - Zeinissee - Verbellaalpe - Heilbronner Hütte; Heilbronner Hütte - Schönverwallhütte - Silbertaler Winterjöchle - Langer See - Obere Freschhütte - Schwarzer See - Untere Dürrwaldalpe - Untere Gaflunaalpe - Gieslalape - Silbertal - Kristberg. Dann weiter wie hier am 6. Tag. 

Links:

Saas im Prättigau

Madrisabahn

St. Antönien

Gasthaus Rhätia

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