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4. Tag, Di. 01.07.2003
In der Früh bedeckt und neblig. Etwas später dann Regen und das zum Teil sehr
heftig.
Mit der Madrisa-Bahn kamen wir von
Klosters-Dorf (1.124m) bis nach Albeina (1.887m). Eigentlich wollten wir über
das Rätschenjoch (2.602) und durch das Gafier Tal hinab nach St. Antönien.
Wegen des schlechten Wetters entschieden wir uns dann für den Prättigauer Höhenweg
und über das Jägglisch Horn bzw. das Fürggli (2.255 m) nach St. Antönien zu
gehen. Da es dann bei Zastia (1.924 m) derart heftig regnete änderten wir
nochmals unsere Marschrichtung und liefen über die Meder Alp (1.954 m), Radax
(1.797 m) und Planggen (1.587 m) hinab in die Nähe von Clavamartsch (1.430 m).
Vor dem Ortsteil konnten wir zunächst auf einer Forststrasse und später durch
einen Pfad über das Eggatobel in Richtung St. Antönien. Auf diesem Weg
begegnete uns eine ganze Armada von „Wäddrdätsch“ (Alpensalamandeer). Ich
habe noch nie an einem Tag so viele „Wäddrdätsch“ gesehen.
Im Frösch (1.207m), unterhalb von St. Antönien
fanden wir dann ein Haus bei dem wir unterstehen konnten. Dort machten wir dann
auch gleich Brotzeit. Nach dieser angenehmen Pause liefen wir bergauf, bis wir
in Usser Ascherina (1.273m) auf die Teerstraße kamen, auf der wir hinauf bis
nach St. Antönien (1.461m) folgten. Dort waren dann alle froh dass man sich im
Gasthaus Rhätia wieder „trocken legen“ konnte.
Das Gasthaus Rhätia ist selbst schon wie
ein kleines Museum, aber ich wollte trotzdem einmal bei dem direkt gegenüber
liegenden Museum vorbei schauen. Leider hat es nur am Mittwoch und Samstag geöffnet.
Es gibt allerdings auch die Möglichkeit beim Tourismusbüro eine Vorbestellung
für Gruppen zu machen. Ins Museum kam ich in diesem Fall nicht und so lief ich
noch die paar Schritte zur Kirche. In Kirchen erfährt man oft sehr viel über
einen Ort. Interessant fand ich, dass im Schiff ringsum am Täfer die
Geschlechternamen der Einwohner von 1913 eingeschnitzt sind. Es tauchen auch
einige Nachnamen auf, die in Vorarlberg als typische Walsernamen gesehen werden
(z.B. Hartmann, Ladner, Mathis, ….).
Hier war auch eine Gedenkschrift zum 500-jährigen
Bestehen der Kirche von St. Antönien (1493-1993) aufgelegt, welche ich mir natürlich
erwarb. Dort steht außer zur Kirchengeschichte und der Geschichte der wunderschönen
Speisegger Orgel von 1732 auch einiges über die Dorfgeschichte selbst.
Anstieg: 321 m (mit Bahn 1.084 m),
Abstieg: 747 m
St. Antönien
St. Antönien scheint vor 1300 unbewohnt
gewesen zu sein und wurde im Sommer vermutlich von Romanen als Alpweide genutzt.
Da es im Tal auch einige romanische Flurnamen gibt, wird auch angenommen dass
vor den Walsern einige Romanen im Tal Wohnsitze hatten. Von weltlichen
Feudalherren hatten urkundlich erst die Freiherren von Vaz (1250 – 1338) in
St. Antönien Güter besessen.
Die ersten Walser kamen von Klosters über die Aschariner Alpe, dem Eggberg entlang und siedelten sich zuerst in Gafien, Egga und Dörfji an und später über den Rosswig = Rossweg-Äbena zum Kreuz vor dem Partnunersee.
Wanderkarte: Schweizer Landeskarte 1 : 50 000, Blatt 248 - Prättigau.
Alternative Wanderrouten:
Wie oben beschrieben, über das Rätschenjoch, oder das Jägglisch Horn.
Oder über Schlappin (Walsersiedlung) u. das Schlappiner Joch nach Gargellen im
Montafon. Dann könnte man evtl. die Tour über St. Gallenkirch, zur Furkla
(Grasjoch) oder das Roßbergjoch ins Silbertal fortsetzen. Oder aber man sucht
sich einen Wanderweg bis nach Galtür, der einzigen Walser-Siedlung im Tirol.
Wenn man Galtür mit einbeziehen will, ist
diese Variante vielleicht noch besser:
Von Klosters - Auja - Schwaderloch - Garfun - Alp Spärra - Alp Sardasca -
Silvretta-Hütte; Silvretta-Hütte - Rote Furka (bei ungünstigen
Gletscherverhältnissen über den Klosterpass) - Westufer Silvrettastausee -
Bielerhöhe - von dort mit dem Bus nach Galtür - Wirl - Zeinisjoch -
Zeinisjochhaus - Zeinissee - Verbellaalpe - Heilbronner Hütte; Heilbronner
Hütte - Schönverwallhütte - Silbertaler Winterjöchle - Langer See - Obere
Freschhütte - Schwarzer See - Untere Dürrwaldalpe - Untere Gaflunaalpe -
Gieslalape - Silbertal - Kristberg. Dann weiter wie hier am 6. Tag.
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