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"Walser - Schprüüchkischta"

Was ma so alls ghöörd odr gsaid hed

Viele der folgenden Aussprüche stammen von namentlich bekannten Leuten. Sie waren durchwegs alle sehr humorvoll, gesellschaftlich, gewitzt und beliebt.
In ihren manchmal derben Aussprüchen war aber oft auch ein bißchen Ironie dabei !


Neu: Gamswirtsch Karle: Om so weniger d`Wiiber Zäänd hend om so bissiger werded`sch.

Von Viktoria Berchtold (Linie II) "Schwiizerbüables Viktörle" (1827-1896), ledig, wohnhaft gewesen in Riezlern, Schwende 102, berichtet die Chronik: Sie trug werktags einen Jägerschuh und einen Holzschuh !

Leopold Berchtold (1880-1958), Landwirt und Uhrmacher in Riezlern, war nach dem Krieg auch Vizebürgermeister und von ihm sind auch ganz gute Sprüche bekannt.
Als vom 1. bis 15. April 1946 eine Lumpensammlung durchgeführt wurde -im Gemeindeblatt stand "Lumpen her!"- meinte er: "a paar würdma i da nägschta virze Taag ned see".
Auf die Frage, was er von der damals neu eingeführten Entwicklungshilfe halte meinte er:
"da gibba da Neegr Geld, dasch leera chönna, wia ma bi önsch mid Messr ond Gabla frissed".

Tilbert Berchtold (1904-1974) "Ferdinändler", er war ledig und schon immer ein Sonderling.
Tilbert hauste viele Jahre im alten Schwimmbad in Riezlern. Der Raum, den er da bewohnte war übervoll mit allerlei Zeug. Er sammelte alles, Dosen, Kartons, Fetzen, Steine usw. Viele Jahre hatte er eine Gans als Begleiterin, sie lief ihm nach wie ein Hund. Die Gans ist sogar einmal bei einem Altherren-Schirennen, bei dem
Tilbert mitmachte, nachgeflattert.
Wenn man Tilbert nahe kam, oder die Hand gab, schnappte die Gans in die Waden des Fremden. Wir Lausbuben (Sigi Holzer und Hubert Müller) haben die Gans einmal in der Skiwerkstätte bei Erwin Müller mit rotem Tip-Top-Lack angemalt und es gab einen großen Krach. - Die Federn sind dann ja wieder
ausgewachsen!

Leopold Fritz (Tiburteslesch), er lebte von 1790 bis 1855 und war sehr
wohlhabend. Er betrieb in Mittelberg - Ahorn mit seinem Pferdefuhrwerk einen Käseexport nach Tirol, betrieb das Gasthhaus Hirschwirt in Hirschegg und besaß die Adlerwirtschaft in Riezlern. Ihm gehörten auch zwei Sägewerke (Melköde und Leidtobel), eine Ziegelei in Riezlern-Wald und eine Zeit lang auch die Walserschanzwirtschaft.
Wenn sich Walser Männer über seine guten Verdienstmöglichkeiten aufregten, soll er nur mit einem Schmunzeln geantwortet haben: "Liabr zeea Niidr, as wia ein Mitliider" !

Konrad Fritz (1794-1874) in Mittelberg - Höfle, ließ vom Mesnerstein verkünden, daß er drei Betten freiwillig versteigert. Auf die Frage warum, erklärte er folgendes: "Ja, dia drüü Bette send ganz uubrflüssig, will miine
Buaba doch nia daheim bliiba".
Eine andere Anekdote von ihm. Als die Zimmerleute in seiner Kuhgehrenalpe zwei Hütten erbauten, ließ der Bauherr das Mittagessen (Küachle) auf dem Rücken eines Ochsen vom Höfle hinschaffen.

Lorenz Fritz, "Jörgles Lorenz" (1759-1841) wohnte in Mittelberg auf der Stütze und war nebenher auch Mesner. Er galt als kühl denkender Familienvater. Eine Episode: Drei seiner Söhne, Remig, Anton und Wendelin war es zu Hause zu langweilig und zu ruhig geworden und sie verabschiedeten sich mit dem
Vorsatz, nie mehr ins Walsertal heimzukehren und zogen als Maurer nach Frankreich. Bereits 6 Wochen später kam aber von großem Heimweh getrieben, schon der erste, Remig nachts heimlich zurück, klopfte am Oberstubenfenster und bat um Einlaß. Erst nach mehrmaligem Rufen gab der Vater die ironische Antwort hinaus: "Remig ischt uf Frankreich ond hed gschwoora er chomm nia me hei", sprachs, schlug das Fenster zu und ließ ihn bis morgens draußen stehen.

Zu Zeiten, als der "Mohrenwirt" Lorenza Hänsle (Fritz Johann, 1791-1853) als Ortsvorsteher in Mittelberg regierte und sein allzeit durstiger Bruder Toni (1788-1840) "Lorenza Toni" als Gemeindediener fungierte, ergab sich die Maßregelung, daß Letzterer wegen seinen Schulden unter Kuratel gesetzt wurde. Die betreffende Kundmachung, die wie üblich, der Gemeinde-diener vom Mesnerstein aus verlesen mußte, erledigte der unverwüstliche Toni mit den Worten: "Miin Bruadr Fuchs (Johann Fritz hatte rote Haare) laad bekanntgää,
daß, wer Lorenza Toni no nämmes uf Biat giid, sei büaßt ond zaald!"

Anton Josef Fritz, "Lorenza Tone" (1788-1840) war also Gemeindediener, Bergführer und Viehpfuscher. In seinen trefflichen Aussprüchen war viel Ironie.
Von ihm wird geschrieben: "Er lebte von Schnaps und Kreditschulden".

Der ehemalige Pfarrer Leißing aus Frastanz traf bald nach seinem Einzug in Mittelberg (1892 - 1894) u.a. seinen einstigen Studienkollegen, den ob seinem fragwürdigen Lebenswandel bekannten "Tonesbüabler". Im Lauf der Unterhaltung meinte der Pfarrer doch, daß er es weiter gebracht habe wie der Josef Anton K.(1867-1928), worauf letzterer schlagfertig meinte: er glaube nicht - denn sie seien nun beide in Mittelberg!

Ein Bauer verkaufte ein Kalb, verspielte aber das ganze Geld beim Kartenspiel.
Als er heim kam fragte die Frau nach dem Erlös. Er gab die Antwort:
"Näämr a, dia Chua hai gar ned kalbered" ! (Nehmen wir an, die Kuh habe gar
nicht gekalbt)

Rützler Georg aus Hirschegg, war von 1770 bis 1773 Kaplan in Baad. Er blieb öfters unter der Predigt stecken und konnte dann vor Erschrockenheit kaum lesen. Einmal geschah dies in Baad und er verließ die Kanzel mit dem Worten: "ich kann nichts". Wegen diesem Vorfall wurde er dann "Kann-nichts" genannt.

Ein Bauer ließ bei dem bärbeißigen Schuhmachermeister Leopold Matt in Hirschegg neue Schuhe anmessen. Er mahnte aber bei der Bestellung den Meister:
"Du, mach miar dia Schua abr na miina Füaß ond ned na diim Grend".

Ein Jungbauer hatte in das Haus der Schwiegermutter eingeheiratet, die ihm aber das Leben sauer machte. Dem Ortspfarrer von Mittelberg war das düstere Familienverhältnis bekannt und er fragte bei Gelegenheit diesen geprüften Schwiegersohn: "ob er sich nicht wünschen möchte, die Schwiegermutter wäre im Himmel", worauf er ihm die drastische Antwort gab:
"I wär scho zfriida, wännsch wenigschtens im Fäggfüür wär".

Den selben Sinn hat auch folgende Aufzeichnung von "Wilhelma-Wilhelm", Fritz Wilhelm (1918-1995) aus Mittelberg:
Die "alt Baasa vo Lepolda-Karle", Karl Fritz (1876-1937 in Mittelberg auf der Stütze konnte nicht mehr laufen, dafür aber gut essen und trinken und war daher auch ziemlich schwer. Im Frühling, wenn man mit dem Vieh, mit Sack und Pack auf die Wiesalpe zog, mußte man "dia alt Baasa" auf einer Pritsche hineintragen. Vor dem
Wildentobel hinter der Zugtiefe haben die vier Träger die Pritsche mit der Baasa abgestellt und sich ausgeruht. Da kam ein Jäger dazu, blieb stehen und sagte: "Gäll, wääred r scho froo, wänn dia Baasa ändle amal im Himml wär".
Darauf antwortete einer: "mir wääred scho zfriida, wännsch afanga im Fäggfüür wäär".

Des ehemaligen Adlerwirt Franz Anton Seelenmayer (1823-1887) in Hirschegg wackere Ehehälfte, sie war eine ironisch-gewitzte "Goldschmidlerin" (Kessler Karolina ), gab einem biederen Gast, der zu einem Halbliter Wein auch Wasser bestellte, die lakonische Antwort:
"O mei, dees bruuchscht nömma, dänn Franzatoni hed scho dreeto, was no liida mag".

Eine junge Lechtalerin, die wenige Tage zuvor bei "Gedeona Ludwig" (1859-1917) in der "Gemse" in Dienst getreten war, bat ihren Dienstherrn, ob er nicht auch ihren Liebhaber mit einstellen würde, das würde ihr halbe
Kosten bedeuten. Schlagfertig stimmte der Bauer mit dem Bemerken zu: "dänn breng grad glei zwee mit, dänn bruuchscht gar kei Koscht vo mir".

Etliche Bauern von Hirschegg waren einmal mit Schindeln eindecken beschäftigt. Im späten Vormittag rief einer der Beteiligten gar kräftig vom Dach herunter "No nööd".
Der Ruf hatte seine Wirkung. Auf die neugierige Frage des aus dem Haus eilenden Besitzers. was denn los sei, erhielt er darauf die Antwort: Es sei grad jemand vorbeigegangen und hätte sie gefragt, ob sie schon "z'Nüüne
gässa haied ?", was ja noch nicht der Fall sei.

Der Birger Johann (Hilbrand), erzählte seinem Nachbar daß er so viel Arbeit habe. "Äbbamal muaß i schenta, daß mr Därm bis uf Chnai ache heicha". Der Nachbar erwiederte ihm: "Dänn bend no onderthalb d Hoosa zua, ned daß dr Hänna Löcher dree bicka.".

In der Schule Schwende war vor Jahren irgendein Bubenstreich geliefert worden.
Bei der handgreiflichen Bestrafung erwischte auch ein angeblich unbeteiligter eine klatschende "Grindtäscha", worauf dieser in aller Ruhe dem Lehrer zurief:
"Du ! Des mag i dänn fei ned haa"!

Der Ammann Stephanus Keßler ist am 12.9.1650 in Knodenstrümpfen und in seinem Stuppen-Hemd nach Bregenz ins Oberamt gekommen. Die Obrigkeit fragte ihn, ob er kein besseres Hemd und Stümpfe habe.
Er sagte, er habe daheim 7 Buben und sei am Morgen der Letzte gewesen mit Aufstehen und so sei nur dieses Gewand übriggeblieben.
Sein Weib war Barbara Keßler, die Knaben: der erste Johannes, der 2. Melchior, der dritte Sebastian, der 4. Jodokus, der fünfte Caspar, der 6. Baldasar, der 7. Christoph.

Zum alterskranken Jakobinele in Ahorn wurde in letzter Stunde Doktor Reh von Oberstdorf gerufen. Auf seine Frage, warum man den Arzt nicht früher hole und lieber verschiedene Pfuscher zu Rate ziehe, gab sie bedächtig zur Antwort:
"Will sch billiger bessr send".

Ein siebenjähriger Bub L.K. mußte in des Pfarrhofs Nähe widerspenstige Geißen hüten, eine Aufgabe die zu zahllosen Verwünschungen und Flüchen Anlaß bot. Auf die scharfe Rüge des Pfarrers Hackspiel hielt ihm der robuste Geißhirt den Hirtenstecken vor die Nase mit der derben Zumutung: "Herrgott Pfarrer - dänn hüat Du Gaiß ond schweer ned drbii"!

Zwei Walser Gemeinderäte konnten einander nicht gut leiden. Als der eine plötzlich starb, kam der andere zum Bürgermeister und sagte ihm:
"An Uusschußmaa ischt gschtorba, weischt au wär"? Der Bürgermeister meinte darauf: "Na, i weiß ned, abr miar ischt an jeda rächt".

Der frühere Gemeindepolizist Anton Kröß (1888-1975), er stammte aus Südtirol, hatte ein Mietauto. Bei Ausfahrten sagte er dann:"Dia Kurven muaß man scharf derpacken."
Anton Kröß war von Beruf auch Büchsenmacher und langjähriger Oberschützenmeister der Schützengilde Kleinwalsertal. Als er einmal auf Bestellung eine Kiste Munition erhielt, stand auf der beiliegenden Rechnung:
"Ziel vier Wochen". Das sah auch der Schützenbruder Ludwig und der meinte dann: "so an Mischt, dia Munitioo taugt nüüd für önsch, mir bruucha eine, dia wo schnäller gaid."

Der Bub fragt seinen Vater was er machen soll, damit ihm endlich auch ein Bart wächst.
Der Vater gab ihm den Rat: "Da muascht uuswändig Hong an Bagga schmirba ond eewändig Hännadräck".

Aus dem "Theaterspielen", welches bei uns im Kleinwalsertal ja schon seit 1722 betrieben wird sind uns folgende Sprüche bekannt:
Bei der "Passion" sagt der Darsteller von Jesus am Kreuz:
"Driicha hätt i no müüga" - anstatt: mich dürstet!
Bei einem Weihnachtsspiel sollte der Engel zu den Hirten sagen:
Fürchtet euch nicht ! - er sagte aber: "Fürcht's na äbba ?"

Metzgersch Leo hat manchmal ganz furchtbar geflucht. Einmal hatte er einen derartigen Zorn, daß er sich hinkniete und "schweerte":
"Himmel-Herrgott-Sakrament ond des soo oft, wia im Küürawald dobba Tannanadla send".

Nette Geschichten gibt es auch vom Mietauto-Unternehmer Martin Berchtold
(1905-1990) aus Riezlern, er wurde allgemein nur als "Kurva-Martin" oder "Schpiraggl" bezeichnet.
Auf einer Fahrt nach Bregenz hat er vor dem Alpsee bei Immenstadt ein Rad verloren, dies hat ihn dann überholt!
In Riezlern sind Gäste in sein Taxi (großer Ford) eingestiegen, sie wollten nach Oberstdorf. Vor der Fahrt wollte Martin noch die Scheiben reinigen. Er ging rund ums Auto, hat an die Scheiben gespuckt und mit dem Schnupftuch abgewischt. Den Gästen hat es gegraust, sie sind ausgestiegen. Martin fuhr los und merkte
erst in Oberstdorf, daß niemand mehr dabei war.

Der "Adölfler", Adolf Kessler (1840-1912) in Riezlern - Schwende kehrte gern einmal ein und es kam vor, daß er am Abend immer noch nicht daheim war. Seine Frau, Anna Weiler aus Oberstdorf war eine recht "resolute Schweebe" und gemeinsam mit den Töchtern holte sie ihn im Gathof Post in Riezlern ab. Die Mädchen wollten dem Vater gleich in der Wirtschaft schon "zum Grend gää", aber die Mutter beruhigte sie und sagte: "Lond n gong, miar derwisched n scho no im Toobl dünd".

Der Pfarrer von Riezlern sprach mit auch einmal mit der "Adölflere" und mahnte recht streng, daß ihre Kinder so furchtbar "schweera". Darauf antwortete sie: "des kan i it verschtoo, dr Vattr flüacht nit, i flüach it, woher hand dia Himmelherrgottsakrament des bloos?"

Kloster Joahnn - Huber Johann (1898-1977) auch "Dominikesler" genannt, war viele Jahre Hausmeister in der "Alten Krone" und Böllerschütze des Krieger- und Kamerdschaftsverein Kleinwalsertal. Er wollte immer der älteste Böllerschütze von Vorarlberg, oder gar ganz Österreich sein und er fragte daraufhin den Vizebürgermeister Dr. Josef Fritz, ob das so sei. Josef antwortete ihm, es gibt nur noch einen, der älter ist. Daraufhin wurde Dr. Josef von Johann bei jedem Ausrücken immer wieder so nebenbei gefragt: "Läbt
r noo, odr ischtr iatzt ändle gschtorba"?

Wenn in der "Alten Krone" neue Gäste ankamen, rief die Wirtin, Thesi Kaufmann, dem Hausmeister Johann, er soll die Koffer ins Hotel tragen. Doch da hörte Johann immer viel zu wenig. Erst wenn irgendwie die Rede von
Trinkgeld war, dann hörte Johann wieder gut!

Zweng Edwin (1928-1996) aus Mittelberg war bekannt für nette und deftige Aussprüche.
Guat see duani boda schlächt, abr schlächt höra duani boda guat!
Beim Nasenbohren sagte er: I mag Rotz guat
Edwin betrieb viele Jahre den Schwendlelift in Mittelberg. Eine Skifahrerin gab ihm die Liftkarte zum Abzwicken und Edwin zwickte - aber zweimal. Auf die Frage, warum er denn zweimal gezwickt habe, sagte er: "Du faarscht ja au aacha".
Mit dem Jassclub machte Edwin einige Tage Urlaub auf Kreta. Bei einem Besuch des Marktes in der Altstadt von Heraklion fragte er einen alten Griechen: "Du, kännscht du dr Moser Luggi, waischt dä ischt im Chriag au da uuf Kreeta gsee".
Bei einem Urlaub mit seiner Frau Resi, hatte Edwin plötzlich ein riesiges Verlangen nach einem Bier. Die Passagiere waren schon zum Flugzeug gebracht worden und Edwin wurde ausgerufen. Mit einem eigenen Fahrzeug brachte man ihn dann zum Jet. Eine ältere Frau meinte dann, dass man wegen ihm nun schon
eine halbe Stunde warten musste. Edwin meinte nur kurz und knapp: "i haa au scho warta müaßa"
Edwin wurde gefragt, ob er "z Oomed scho denna hai" - er antwortete: "i haas gar ned usse doo"!
Wenn die Tochter Lucia, verh. Haller auf Besuch kam meldete er sich schon gleich mit den Worten: "i bii ned da", Lucia antwortete ihm dann: "dänn is ja guat, dass i ned koo bi"!

Wirth Karl (1908-1986), gebürtig aus dem Bregenzerwald, er wohnte in Mittelberg und war viele Jahre auch Mesner. Er sagte: Er sei der beliebteste Wälder im Walsertal - Weil er es zu nichts gebracht habe.
Zu Pfarrer Dr. Josef Ruß sagte Karl Wirth: "Herr Pfaar, wialang geischt du scho mim Linder?"
Pfarrer Ruß und Friseurmeister Ludwig Linder waren beste Freunde und viel beim Schafkopfen beisammen.

Dür Sepp, (1907-1975), er stammte aus Sibratsgfäll und war in Hirschegg verheiratet.
Er brachte viele Sprüche, so z.B., daß er Verputzarbeiten mit der Schneeschaufel erledige und zum Glätten ganze Türen nehme.
Skiwachsen tue er nur mit Schallplatten und statt Felle für die Ski, binde er einen ganzen Fuchs darunter.

Fritz Karl Josef, "Wilhelma - Karle" (1910-1983) in Mittelberg, sagte, als er spät heimkam:
"Füüdla schwätz du, du bischt hocka bliiba".

Fritz Karl Gedeon, "Gamswirts - Karle" (1922-1995), aus Mittelberg.
Von ihm gibt es überaus viele gute, witzige und vor allen ironische Aussprüche. Er war über alles informiert, las viele Zeitungen und hörte Radio.
Auf die Frage warum er denn soviel Zeitung lese, das habe er doch im Radio einfacher, gab er folgende Antwort:
"Des schtemmt scho, abr a Ziitig ischt doch komooter, - wia söll i mit aram Radio a Flaiga verschloo" ?
Wenn man das Fell dieses Neidhammel gerben würde, könnte man ganz Bödmen damit eindecken.
wen hat er damit gemeint ??

Tochter von Albert Schuster in Hirschegg - Kratterhalde sagte:
"Mir send so arm, mir vermüga ned amal Flaiga i dr Schtuba".

Riezler Gallus sen., "Biesersch-Gallesle im Wäldele", (1899-1983)
Die Familie hatte 11 Kinder und Gallus meinte in der schlechten Zeit nach dem Krieg (1945):
"I bi scho so arm, i kaa ned amal me aram Furz an Gschmack gää".
Gallus Riezler meinte: "je eltr d Huara werda, deschto fömmr sendsch".

Kessler Meinrad (1901-1970), wohnhaft in Hirschegg - Wäldele.
Er war ein eher ruhiger Mann und redete nicht gerade viel. Er und einige Bauern waren bei der Arbeit im Gebiet der Alpe Walmendingen. Da kamen Fremde vorbei und wollten eine Auskunft, die anderen verdrückten sich und ließen d's Meinrädle reden.
Die Gäste fragten nach dem Weg zur Schwarzwasserhütte und Meinrad meinte: "Allig graad uus" ! - Die Gäste fragten weiters, ob sie denn auf dem Heimweg aber eine anderen Weg gehen können. - Meinrad: "ja klaar, da göödr halt nääbm Wääg" !
In einem sehr schlechten und verregneten Sommer, das Wetter wechselte wirklich stündlich, meinte Meinrad: "Es chaa ned saika ond ned schiißa, es duat blos no ds Looch uuf ond zua".

"Kölla-Wiible", Frieda, geb. Fritz (1904-1978) aus Mittelberg kaufte eine größere Anzahl von jungen Kücken. Die Verkäuferin sagte zu ihr, sie soll "dia Bulle" aber auch gut füttern. Frieda entgegete:
"Ja - suuga dia nömma" ?

Rosamunda Fischer, geb. Kessler (1889-1965), war wohnhaft in Hirschegg. "Nazesch-Rosamonda" war bekannt für ihre Sprüche, solche Aussprüche (derb aber sinnlich) waren ja eigentlich allen "Näzlern" vererbt. Ein Mann sah sehr schlecht und krank aus und da sagte sie: "Dä hed d Seel scho uf dr Zonga, dä bruucht sche bloos no uusschpaiba".

Als im Haus "Elsäßer" in Riezlern (es ist anno 1962 abgebrannt) der sehr reiche Vater verstorben war, ging der Sohn Josef Anton Elsäßer (1869-1938) in die Stube im 1. Stock, wo der Schrank mit den Ersparnissen stand. Er schlug mit der Faust an den Schrank und sagte: "Auf, auf - ihr Altvättr, dr Erlöösr ischt da!"

Moritz Abler in Mittelberg hat gesagt, als jemand beim Baden ertrunken war:
"Miine Chend komma ned ids Wassr, vor sch schwemma chönna"!

Hermine Jochum (1897-1985), die Mutter von Eugen Kessler (Hasajäger) kam einmal aus dem Wäldele (vor der Wiesalpe) mit einer Kuh zum Stier bei "Wilhelma Karle" nach Mittelberg herüber. Dort war zur gleichen Zeit auch Franz Riezler (Gugger) und er fragte Hermina: "So, haidr no Hai" ? -
Wortgewandt bekam er zur Antwort: "Ja, nömma grad viil, abr für as Guggrnäschtle dääts grad no raicha !"

Adalbert Schuster, "Peterlesch - Adelbert" (1899-1979) in Hirschegg-Mühle ist einmal ziemlich betrunken heim gegangen, fiel hin und hat sich am Kopf aufgeschürft. Am nächsten Morgen beim Frühstück, meinte seine Frau Anna (geb. Jochum) so ganz nebenbei: "Hoi, hemma ds Grendle verchretzt ?"

Anna Schuster (1902-1999), Hirschegg - Mühle, war eine ganz besondere Frau.
Sie hatte ein sagenhaftes Gedächtnis und von ihr haben wir sehr viel erfahren können. So erzählte sie z.B.:
Bei einer Gemeindewahl hieß es, jetzt haben sie 3 Böcke zur Wahl aufgestellt:
z Mittelberg - an Gitzebock (Gamswirt) z Hirschegg - an Geißbock (Bock-Hannesa-Nachfahre - Leböllesbuab, Eduard Riezler) z Rüazla - 1 Schafbock (Adolfa-Max im Loch) also ein Huder.

Gusta Schuster (1901-1976), die Frau von Franz Josef Schuster in Hischegg - Loch, Nebenwasser, hatte in Gesicht einen Leberfleck und wurde daher "Dupf" genannt. Das störte sie und sie ließ diesen entfernen. Die Hirschegger nannten sie von da an "Nömmadupf".

Ihr Gatte, Franz-Josef Schuster (1894-1973) wurde "Lochkraia" oder auch "Giggeler" genannt. Wahrscheinlich kommt die Bezeichnung daher, daß er in Hirschegg.Nebenwasser, auch Loch genannt wohnte und eine hohe Tenorstimme "krähte". Er war auch langjähriger Sänger beim Kirchenchor Hirschegg. Er wurde krank und bekam einen Herzschrittmacher. Die Hirschegger hatten auch gleich einen neuen Übernamen und er wurde "elektrischer Giggeler" genannt.

Rudolf Holzer, "Chratter-Schniider" (1875-1942) in Riezlern war auch eine Zeit lang Gemeindepolizist und er hatte "as rased frächs Muul". Als Leopold Drechsel, Hirschegg-Letzte seine Frau Anna, geb. Forster
heiratete, zu ihr sagten die Hirschegger "Blondr", brachte er den Spruch:
"Hoi, wandered d Hirschegger us ?" Als man ihn dann fragte warum, gab er die Antwort: "Ja willsch scho dr
Blondr id Letze aachegricht händ".

Der "Spielmändler", Josef Anton Paul (1842-1912) war Aufsichtsjäger beim Grafen, der sein Revier im Küren hatte. Dieser Paul war bekannt wegen seiner derben Aussprüche, aber trotzdem sehr beliebt. Zur Hochzeit einer Tochter des Grafen wurde er auch nach München in das Schloß eingeladen. Er hatte seine genagtelten Schuhe (Griffschuhe) an und ist auf dem Marmorboden ausgerutscht und meinte "i der Bättlrhütta cha ma ja ned amal gschiid laufa".
Als er der Braut auf den langen Brautschleier trat sagte er: "Herrgott, züüch doch diin Schwanz ee" !

Christian Heim (1845-1923), Sohn von Cirillius, also ein "Cirillesler" wohnte auf dem Egg in Riezlern und die Familie hatte drei Töchter. Die Leute sagten, es komme bald ein Krieg und auf die Frage warum sagte man - "dr Cirillesler hed schiine Maika breits an alla Fronta", denn sie hatten geheiratet:
Rosamunda 1902 mit Ferdinand Willam nach Baad, Karolina 1903 mit Rudolf Kessler ins Fuchsloch,
und die Jüngste, Leopoldina mit Engelbert Geiger blieb auf dem Egg.

Stasl Müller (1918-1998), Tochter von "Dokesa-Lebölle und dem Liinele i dr Onderweschtig" war mit Prokop Müller (1908-1987) verheiratet. Prokop war im Verkehrsamt angestellt und ein recht nobler Mann, Stasi dagegen am Anfang der Ehe nocht nicht gerade so. Da sagte er zu ihr: "Stasi, du mußt dich mehr
waschen, Stasi du mußt dich mehr pflegen!". Stasl gab zur Antwort: "Prokop, gang mit m Hond gi schiißa"!

Ildefons Flatz (1921 - 1971) war ein sehr gemütlicher und volksnaher Mann, konnte aber auch recht ironisch sein. Er war viele Jahre Redakteur und Schreiber für die Heimatzeitung "Der Walser". Einmal behauptete er, daß die Hälfte der Gemeindevertreter "Bschniidesel" seien, was man ihm böse nahm und er mußte dies öffentlich widerrufen. Er tat dies aber auf seine spöttische Art und sagte:
"Ich nehme meine Äußerung, daß die Hälfte der Gemeindevertreter "Bschniidesel" sind zurück und erkläre hiermit, "die Hälfte der Gemeindevertreter sind "keine Bschniidesel" !!

Raimund Heim (1894-1975) wohnhaft in Mittelberg -Bödmen, "Spiagl" genannt. Er stand vor dem Spiegel und schaute sich selbst recht hoffärtig an. Da kam seine Frau Antonia, geb. Fritz dazu. Er sagte zu ihr: "Gell, i bi an schööna Maa", worauf sie antwortete: "Miar wär liabr du wäärescht ned so schöö, abr drfür mendr kääle"!

In früheren Zeiten bekam man für einen gefangen und abgelieferten Maulwurf eine Prämie und da hat man einfrig Mäuse gefangen. Einer fragte dann einmal "Joseftone im Rohr" Felder Josef Anton - (1880-1936), dessen Familie den Vulgonmaen "Muser" hatte, ob er auch schon etwas gefangen habe. Er anwortete: "na, i bi nämmes gaar kein Muuser".

Der Hirschegg Lehrer Nikolaus Kessler (1772 - 1839) "Schmälzler" genannt, hatte 10 Kinder.
Drei Mädchen von ihm waren Felizle, Sybilla und Siloba und diese nannte man - z Schlägle, Schmälzle und z Knölle. Eine davon wohnte im Schöntal und unter dem Haus stand eine große Lärche. Auf diesen Baum ist ein Bub von ihr hinaufgestiegen und als die Mutter das sah rief sie laut: "Gotts Willa Chend, bischt gad da uffe keid".

Alfons Köberle (1893-1980), Chronist aus Riezlern, sagte zu ein paar jungen Leuten beim "gmeiwercha", also bei der Gemeinschaftsarbeit auf der Alpe Innerwestegg:
"Chomm, verzelled mr nämmes, - ischt glii, wänns au verlooga ischt."

Alexander Mathies (* 1973) half bei Klara Jochum während des Krankenhausaufenthaltes ihres Mannes Alwin öfters im Stall aus. Klara hat ihm auf einem Teller Orangen gegeben und gefragt, ob er das mag. Er meinte:
"I mag Oraascha gäära, wännsch scho gräbblet send".

Von Keßler Leopold (*1909) in Riezlern - Kesselschwand, "Rölle" genannt wird erzählt.
Anfang der 20er-Jahre baute Dr. Backer in Riezlern - Schwende die Klinik. Es waren dies zuerst einige Holzhäuser mit Liegeterrassen. Die zur Erholung und Heilung stationierten Patienten sind oft auch nackt in der Sonne gelegen und die Schwendiger - Buben haben da natürlich schauen müssen. "Rölle", er ist
ziehmlich klein, hat dazu angeblich sogar eigene Stelzen gebaut, um besser zu sehen. Von diesem Vorhaben hat aber auch die Mutter von Poldi, Josefine Keßler, geb. Hilbrand gehört und hat den Buben zur Rede gestellt und ihn gefragt: "Ischt des waar, ligga dia Frönda da nacked i dr Sonna? - was send des für ei gsee, Wiibr odr Mannsbildr ?" - Poldi gab ihr dann folgende Antwort:
"I weiß ned genau was gsee ischt, Männdle odr Wiibr, - waischt, dia hand keis Hääß a kaa! "

Hw.H.Pf. Kaspar Hammerer ab 1984 in Weiler/Vlbg., von 1958 bis 1960 Kaplan in Riezlern.
Er hatte einen Motorroller und auf diesem nahm er seine Köchin öfters mit und dabei hatte sie lange Hosen an. Die Köchin von Hw.H. Pf. Österle war nicht erfreut darüber und wollte den Kaplan aufmerksam machen, daß das nicht recht sei. Kaplan Hammerer entgegnete ihr: Wenn der Hl. Josef damals schon ein Motorrad
gehabt hätte, hätte die Hl. Maria sicher auch eine lange Hose angezogen.

Pf. Kaspar Hammerer und Pf. Josef Senn machen öfters gemeinsam Bergtouren. Als die zwei einmal auf den Ifen gingen, sammelte Hammerer in einem Plasitksäckchen allerlei Alpenkräuter. Dazu schnitt er einfach büschelweise ab und tat es in den Sack. Auf die Frage von Senn, was er denn da sammle, bekam er die Antwort - Tee! Senn: das ist aber doch nicht alles Tee!
Hammerer: alles was über 2000 m wächst ist gesund - gibt also einen gesunden Tee!

Gerold Vonblon (1901-1978) aus Mittelberg - Baad, war viele Jahre Knecht in Mittelberg und auch in Riezlern. Er war aber immer ein gewisser Sonderling. Bei Gesprächen betonte er besonders das ich und sprach es auch auffallend aus. Von ihm wissen wir auch Geschichten.
So sagte Gerold einmal: "a dr Warth dääned han ich Maika gsee, dia händ as Härz ghaa, des ischt gäd völlig in Schpitz ganga. Iatzt Aagetle, säg mr du, was düand dia? Düand dia schmirben oder salben"?

Gerold Vonblon war verheiratet mit einer Anna Zelga Küng aus dem Lechtal, die Ehe wurde aber 1948 schon geschieden. Auf die Frage, was er zu seiner Frau meint, sagte er: "Schii hed scho i dr Horzednacht ommagriffa, da han ich glei gmerkt, daß schii a Huar ischt."

Im Jahre 1954 kaufte Gerold bei Reinhold Bodenhöfer in Riezlern ein Motorrad, ein NSU-Quickli. Einmal wollte er von daheim in Baad wegfahren, doch der Motor lief nicht an. Daraufhin hat er das Fahrzeug bis nach
Riezlern in die Werkstätte geschoben und sagte:
"du Reinold, miis Zwickli lauft eifach need." Bodenhöfer schaute das Fahrzeug an und meinte, daß er nur den Benzinhahn aufmachen müsse. Da sagte Gerold: "dees han ich miar glei deicht".

Gerold Vonblon war bei Leo Köberle als landw. Arbeiter beschäftigt und auch auf dem Plattenälpele in Riezlern. In der Hälfte des Sommers besuchte man ihn und brachte ihm ein frisches, sauberes Handtuch. Es war ein etwas gröberer Stoff und Gerold meinte dazu: "des ischt guat, des nemmt dr Dräck".
Theresia Köberle meinte dann aber: "vorhar söbba sche abr au wäscha".

Der Vater von obigem Vonblon Gerold hieß ebenfalls Gerold (1873-1928), er war verheiratet mit Rosamunda, geb. Heim. Auch er betonte besonders immer wieder das ich und so sagte er einmal: "ich Gerold ond Rosamunda bronzed in ein Haafa".

Der Pfarrer in Mittelberg (von 1928 bis 1948), HH. Johann Klocker, hatte Sauerkraut eingelegt. Die Ministranten haben dann hie und da einmal aus dem Topf genascht. Als man ihnen beinah draufkam, haben sie in den Sauerkrauttopf einen Zettel gelegt, auf dem stand geschrieben: "Wer auf Gott vertraut, braucht kein Sauerkraut". Der Pfarrer schrieb dann darunter: "Der liebe Gott sieht alles". Die Ministranten waren nicht verlegen und vermerkten weiter auf dem Zettel: "Aber er verrät uns nicht".

Vielleicht war das auch in Mittelberg.
Der Mesner kam am Morgen ganz bedrückt zum Pfarrer und sagte ihm, er habe heute das Gebetläuten vergessen. Der Pfarrer meinte darauf: "Hoffentlich haben das nicht viele gehört".

Helmut Fritz (* 1968), Kapellmeister in Mittelberg, sagte bei der Besprechung zur Aufnahme der gemeinsamen CD (mit Riezlern und Hirschegg) im Frühjahr 1997, daß dies für die Mittelberger sehr teuer zu stehen kommt. Auf die Frage wieviel es denn sein wird, sagte er:
Das kostet uns runde 30.000,- DM. Als dies angezweifelt wurde meinte er: 5.000,- DM wird der Transport zur den Aufnahmen kosten und 25.000,-DM kostet das Ausleihen der notwendigen Musikanten.

Hans Riezler, "z Hänsle" aus Riezlern spielt oft und gern einen zünftigen Schafkopf. Wenn der Verlierer nicht gleich zahlt, oder es fast vergißt, dann fragt er ganz treuherzig:
"wo hesches heeglaid" ?

"Schmitters - Marikatri", Maria Katharina Müller, geb. Berchtold (1896-1973) hat man gefragt, was ein "wirr-warr" ist. Sie antwortete: "des ischt nämmes versecklets ond noomal versecklets".

Leböllesch-Anna, Anna Kessler, geb. Schuster im Dürenboden fragte man, was ein Tohuwabohu sei und sie sagte: "des ischt a rächt beigottige Verzeckleda".

Auf die Frage, was ein Ster sei, antwortete Anna Kessler: "des ischt an Metr läng, an Metr breit ond boda ordele dick".

Je nach Erfüllung des Wunsches bei Nachwuchs in der Familie hörte man:
"bloos a Maika" oder auch "scho wiidr so an Seckl".

Schuster Theresia (1923-1977), "Schpäck-Tresa" genannt, die Tochter von Franz-Josef Schuster in Hirschegg-Nebenwasser war sehr schlank, ja eigentlich dünn!
In den Jugendjahren kaufte ihr die Mutter einen BH und Vater Franz-Josef meinte:
"Kauf n no grooß gnua, schii würd scho dreewaggsa".

Schmideler Johann (1888-1965), "Lippa-Hansl" genannt, wohnte auf der Oberwestegg. Er war in zweiter Ehe mit Theresia Kessler verheiratet und sie hatten 7 Kinder. Eine Frau aus Riezlern (Veronika Lang) fragte ihn einmal, warum sie denn so viele Kinder haben und bekam zur Antwort: "Jamei, i duas gäära - ond schii heds gäära".

Hilbrand Oswald (1867-1944) hatte mit seiner 1. Frau Theresia Kessler (1876-1916) sechs Kinder, in zweiter Ehe mit Theresia Riezler (1886-1978) war es nochmals ein Kind.
Als man die Frau, das sogenannte "Guggr-Wiible" fragte, warum sie nur ein Kind haben, sagte diese: "Ja mei, Oswald schlaft allig glei".

"Metzgersch-Leo", Leo Willam (1884-1969) aus Hirschegg, war Lohnschlächter und arbeitete viele Jahre auch in der Metzgerei bei Peter Meusburger. Meusburger stammte aus Bizau im Bregenzerwald und war also ein echter Wälder. Leo war am Morgen immer einer der Ersten, die zur Arbeit kamen und stand eines Tages noch vor verschlossenen Türen. Beim Warten fing er dann an zu schimpfen: "Huara Wäldr, Schiißwäldr, chonnscht wiidr amal ned usm Saich". Plötzlich erschien aber Peter Meusburger, beinah unbemerkt von Leo und der sagte dann ganz höflich: "Guata Morga Peter"!

Neben der Metzgerei Meusburger, im Hotel Alpenrose in Mittelberg, sonnten sich die Gäste im Badeanzug auf der Terrasse im Liegestuhl. Leo Willam sah dies und sagte: "Lua, dia frönda Wiibr a, z Nacht ommanand huara ond am Taag d Löcher drüchna".

"Leona-Fränzle", Franz Schuster (1928-1982) aus Mittelberg-Rohr, hatte ein paar Zahnlücken. Als man ihn auf diesen Schönheitsfehler ansprach meinte er nur: "i haa doch schööne Zändle, schi send halt bloos as bizzle wiit
usanand".

Vom Biis
Der Riezler Mesner, Josef Senn (1901-1975), hatte ein Gebiss, aber es passte ihm nicht so recht. Auf die Frage wie er es denn mit "schiim Biis hai", sagte er: "Ja mei - so ganz guat, zum Ässa nemmes halt ussa".

Schuster Karl (1924-1994) aus Bödmen, "Chrömers-Karle", brachte manchmal ganz derbe Aussprüche. Als die Mutter starb (1958), ging er vor das Haus in Bödmen und rief zu seiner Schwester, die im Maisäß wohnte, hinauf: "Guschta chomm aacha, d Mama ischt hee".
Karle war frisch verheiratet mit Renate und auf die Frage wie sie es denn haben, sagte er: "Miine Renata ischt a Suu, jedsmal wänn i in Färgger bronza will, ischt z Gschiar vom Morged no denna".
"Krömers-Karle" arbeite im Winter am "Jedermannlift" in Bödmen und hatte immer seinen Schäferhund dabei. Als ein Gast einmal auf seine Anweisungen nicht einging sagte er: "Wänn d iatzt ned glei folgescht, dänn ziil i dr
Hond uf di".
Eine Zeit lang holte Karl Schuster bei "Bernharda-Bubi", Josef Heim in Mittelberg -Bödmen, abends Milch und parkte sein Auto vor dem Haus. Er blieb gerne ein bißchen sitzen und wenn es später wurde meinte er, weil er ja die anderen Auto's zugeparkt hatte: "Soo iatz muas i goo, daß dia gaila Böck uf ds Gritt chomma". Gemeint hat er die Buben von Josef und Anneliese Heim: Bernhard, Stefan und Otmar.
"Krömers-Karle" ging zum Beichten und gestand, daß er "fremd gegangen" sei. Der Pfarrer fragte ihn wie oft er denn das getan habe, darauf gab Karle die Antwort:
"Ja - bin i gi Biichta choo - odr gi Broogla"?

Und da gab es noch einen "Krömer's - Karle" - nämlich Karl Heim (1927-1961) in Hirschegg-Nebemwasser, der Gatte von "Haid's-Liesbeth". Auch er war wegen seiner, sehr oft ganz spontanen Sprüchen ein Original.
Am Sonntag vor der Messe, standen die Mannsbilder oft lange auf dem Kirchplatz.
Einmal ergab es sich, daß ein Motorrad mit Allgäuer Nummer, ein Mann und eine Frau, herfuhr und stehenblieb. Als der Mann abstieg meinte Karle: "Hoi, näämed ihr au im Sommr dr Schlitta mit".

Einem Oberstdorfer, es war bekannt dass er einige ledige Kinder hatte, wollte ein Freund zusprechen und meinte, er soll halt besser "üüfbassa". Darauf bekam er folgende Antwort: "Wenn as so rockat und zockat im Fiidla dinn, dann kaa i it üüfhööra, und wenns a ganze Gmuind gäb".

Anna Moosbrugger (1895-1974), die Frau von Urban bewirtete das Cafe in Hirschegg-Schöntal und dort gab es oft zünftige und gemütliche Runden mit Einheimischen. Anna war für ihre deftigen Aussprüche auch sehr bekannt. Sie stammte aus der Oberpfalz und sprach mit den oft "lieben" Gästen auch diesen Dialekt. So meinte sie unter anderem über Hans Rief, welcher ein Dächtlmächtl mit der Bedienung hatte, die sehr mager war: "Mei der Hans is a so a netta Kerl aber i kanns ned begreifn, wia der auf so an Beinahauffn auffiliegen ka."

Wenn die Stammtischrunden "beim Urban" einfach nicht heimgehen wollten sagte sie:
"Jetz verschwinds, schauts daß ham kimmts - kimmts bald wiida".

Auf die Frage, ob der oder jener auch immer zahlen könne, oder ob er überhaut Geld habe meinte Anna einmal: "Dea hat imma a Geld und zahlt mit am Zwanzga, Fufzga, Siebzga".

Fritz Franz (1925-1989) aus Mittelberg, auch "Höfler Franz" oder "Kalb vo dr laida Chua" genannt, erzählte von einem Spaziergang,das Wetter war ziemlich unsicher: "dänn semmr ondrgschtanda - bis gi rägna cho ischt".

Beim Hirschwirt am Stammtisch saß eine gemütliche Runde und es stank ganz gewaltig. Da fragte einer seinen Nachbar: "hescht id Hosa gschissa", worauf dieser antwortete "ja - waromm".

Moosbrugger Heribert (1899-1991), "Heribert ufm Büal" sagte: I bi afanga scho soo vergässle, du chönntescht mi hüüt verschloo, i däts moora nömma wissa".

Heribert Moosbrugger machte auch gern "rächte Schbrüüch" und meinte einmal: "Bi önsch ufm Büal heds a soviil Oomed, miar chönna d Maada nömma zedda, schi send so dicke ond grooß - ma muaß sche schprängga".

Der "Frächter vo Mittelberg", Albrecht Moosbrugger (1891-1963) ist einige Stunden lang in einem Gasthaus gesessen. Als er aufstand und schon ziemlich "gschtäär" war meinte er: "jiatzt ha mr z Füüdla uf an Huufa zämaghocked."

Gebhard Moosbrugger, "z Frächtersch-Gäbhard", ist auch als Schilehrer tätig. Einer Gruppe erklärt er wie man diesen oder jenen Schwung richtig macht. Dann läßt einen Kursler fahren, schaut genau zu und sagt dann: "wonderbar bischt gfaara, abr total verkeert"!

"Wilhelma-Karle", Karl Josef Fritz (1910-1983) aus Mittelberg, war auch sehr bekannt für seine Späße und Sprüche. Karle war viele Jahre Organist in der Pfarrkirche Mittelberg und verstand es, auch mit der Orgel seine Meinung darzustellen. Als einmal ein Mittelberger Bursche seine Braut zum Altar führte, die er einem anderen "uusgschpanna hed", spielte er das Liedchen "Fuchs, du hast die Gans gestohlen". Bei Hochzeiten gehörte grundsätzlich aus Verdis "Nabucco" der Gefangenchor zum Orgelspiel und wenn er dem Mesner Karl Wirth, er stammte aus dem Bregenzerwald, mitteilen wollte, daß man nach der Abendmesse in die "Neue Krone" zum Stammtisch geht, spielte er "Wia geen bean i a Wäldere".
Am Sonntag, dem 25.11.1973 war für Deutschland ein Fahrverbot für Auto's angesetzt und auch die Walser haben mitgemacht. Karle hat am Vormittag in der Kirche die Orgel gespielt und als Ausgangslied dann in Fortissimo "Ja, mir san mit dem Radl da"!

Kreuzwirts - Buben sprechen das "r" mehr aus der Kehle. Einer von ihnen sagte einmal:
"Danelabuaba Roos hed a rasede Rääba, i haas gsee wo s Wassr usm Troog gsuffa hed".

Renate Leitner, geb. Fritz, Frau von Luggi Leitner ging zum Friseur. Als sie heimkam fragte sie ihren Mann, ob ihm nichts auffalle. Luggi anwortete: "hoi, bischt ned draakoo".

Aus Aufzeichnungen von Wilhelm Fritz (1918-1995):
Margot Boll (*1940), Tochter von Adalbert Paul, "Jachemlesch-Adelbert" in Mittelberg-Baad kam in die Schule und fragte den Lehrer: "Chaa n i hüüt vormittag daheim bliiba, i sött mit dr Mamma zom Schtiar, dr Dätta ischt ned da"!

Ein alter, kränklicher Mann ist verstorben. Jemand sagte darauf: "es ischt kein Schada gsee, er hätt ee nömma lang gläbt".


Bei einem Todesfall wird in allen drei Ortschaften die "Schiidig" geläutet und man muss diese beim Mesner "aasaga". Ein Büblein kam zum Mesner in Riezlern und sagte: "dr Dätta ischt gschtorba". Der Mesner meinte darauf:
"so - scho wiidr an Mittelberger verhongeret", worauf das beschlagene Büblein meinte: "nei - verschnellt"!

Franz Josef (genannt Pepperl) Kessler (1914-1998) aus Hirschegg, Nebenwasser hat ein bisschen gestottert. Als er in der Wirtschaft Wienerle bestellte, wollte er Senf dazu und sagte zur Bedienung: "du Fräulein, breng mr no an s- an s- s- s-" (das Wort Senf brachte er einfach nicht heraus) und dann sagte er abschließend: "a, lass, i friss sche gad asoo".

Pepperl hatte in seinem Heustall einen Heuaufzug, der einmal kaputt ging. Ausgerechnet bei dieser Fahrt hing er sich unten an die Heugabel dran und ließ sich so hinaufbefördern. An der höchsten Stelle aber war Ende der
Gemütlichkeit. Er rief um Hilfe und nach einer längeren Zeit kam dann seine Frau Marianne in den Heustall. Er sagte zu ihr, sie solle halt Matrazen oder ähnliches holen, damit er hinunterspringen kann. Es dauerte wiederum,
Pepperl hing sicher schon 10 Minuten oben, dann war es endlich soweit.
Marianne hatte eine weiche Unterlage hergerichtet und Pepperl rief noch: "s-s- soo, iatzt komm i" - und er sprang.

Z Mittelberger Wiible hed gais: "jamei, dia Welt ischt grooß, schii gaid gad wiit ubr Oberschtdorf usse".

Ein Mittelberger Gebet: "Gott bewahre und beschütze, den Lukas uf der Schtütze".

In Mittelberg gehört: An schööna Gruas, vom Chopf bis zum Fuas, vom Fuas bis zum Buuch, will wiitr is ned dr Bruuch.

Karl Seelenmayer (1902-1983) aus Mittelberg war im Krieg in Norwegen an der Front.
Über seine Kriegserlebnisse dort oben befragt, sagte er dann: "miar hand mehr gefroren als gefürchtet".

"Kronawirts-Karle" war eine immer durstige Seele und öfters erwischte er halt auch zuviel des guten Alkohols. Einige Mittelberger haben ihn einmal aus der Wirtschaft ins Haus hinter der Neuen Krone heimgetragen. Dort haben sie ihn aufgebahrt und auch einige Kerzen aufgestellt. Karle ist erwacht, dachte wahrscheinlich er sei schon im Jenseits und begann zu Beten. "Vater unser im Himmel, i suuf gwiis nia mee nämmes, geheiligt werde dein Name ...".

Gamswirts - Karle:
Einer aus Mittelberg war in China im Urlaub. Vor der Heimreise ging er in China an den Bahnhof und wollte eine Fahrkarte lösen. Er sagte zum Chinesen er wolle nach Europa, doch der wußte nicht, wo das ist. Dann sagte er: nach Deutschland oder Österreich, Oberstdorf und auch der Name Mittelberg fiel, doch der Beamte begriff noch immer nicht und meinte, er soll ihm doch den genauen Ort sagen. - Der antworte dann ganz einfach und sagte, er wolle nach Bödmen. Auf diese genaue Definition fragte der Chinese dann: ", ja, wollen
Sie nach Inner- oder Außerbödmen"?

Auf die Frage in Bezug auf das Thema Waldsterben sagte Karle: "des giits bi önsch ned, bi önsch rücka dia Wälder allig mee naa."

Wüstner Rosamunda (1891-1964) aus Mittelberg, "Füchslere" genannt, war auch für ihre derben, aber spontanen Aussprüche bekannt. Nach einem Sonntagsgottesdienst bei dem ein Amt gesungen wurde fragte sie Wilhelm Fritz: "du Wilhelm, sött des schöö gsee see, was dia Beckamaika (Fontain Gerda) da gsonga hed"?

"d Füchslere", Rosamunda Wüstner, war einige Sömmer Melkerin in der Alpe Melköde, Hirte war dort "z Löwirts-Aloisle", Alois Elsäßer (1902-1990). Die Liebe kam und die 30-jährige Rosamunde gebar 1921 die Tochter Annarosa, Vater war eben der 18-jährige Alois.
Das Ereignis wurde im Volksmund folgend zitiert: "d Füchslere ischt vom Kleihirt zuachoo".
 
Mit Gamswirt's-Karle konnte es "d Füchslere" nicht gerade so gut und sie sagte:
er sei mit gestohlener Geismilch aufgezogen worden.

Gamswirt's-Karle fragte Rosamunda Wüsnter (Füchslere) wieviel ledige Kinder sie habe.
Sie antwortete ihm auch prompt "I ha zwai - ond wiaviil hescht du uufzooga?"
(Karl Fritz hatte keine Kinder)

Als Gedeon Heim in Mittelberg-Bödmen das Gasthaus "Steinbock" gebaut hat, hatte er auch einen Hund. Rosmaunda Wüstner sagte: " Dä Gedeon bruucht dä Hond, daß wenigschtens eina d Schulda frissed."

Anton Schuster (* 1924), "Mühle-Tone" aus Hirschegg kam beim Kreuzwirt über die Stiege herunter und erhielt von der Kreuzwirtin Sophia Schuster (1906-1984) eine kräftige Ohrfeige. Er fragte Sophie: "Hescht des iatzt us Gschbaaß odr im Zoora doo"? Die Kreuzwirtin sagte, es sei aus Zorn passiert.
Toni meinte: "ischt guat, näämle Gschpaaß ischt des kein gsee".

Josef Hilbrand, Hirschegg-Letze, war einige Winter lang bei der Kanzelwandbahn angestellt. Ein Arbeitskollege von ihm kam nach seinem freien Tag wieder zum Dienst und da berichtete ihm Josef, dass ein Besuch da war
und nach ihm gefragt habe. Wer es war, konnte Sepp nicht genau sagen, aber als es um das Alter des Besuchers ging, meinte er: "jamei, e ischt an jonga Kerle gsee, so oogfaar i miim Alter"! Sepp war zu der Zeit weit über 60 Jahre alt.

Ein Walser wurde nach dem Unterschied zwischen wunderbar und sonderbar gefragt.
Er antwortete: "dr hailig Elias ischt mit aram füürige Waaga in Hemmel gfahra, des ischt wonderbar, sondrbar ischt bloos, dass n ned ads Füüdla brännd hed."

Die alten Walserhäuser waren ja früher nur aus Holz gebaut. So um die Jahrhundertwende kam dann auch teilweise ein Verputz an der Außenwand in Mode. Zwei Nachbarn unterhielten sich über dies und der eine meinte, daß so ein Putz 100 Jahre hält. Der andere gab ihm zur Antwort: "Des schtemmt scho, eis Jahr a dr Wand, ond 99 am Booda".

Bei ganz feierlichen Hochämtern zelebrierten mehrere Geistliche die Messe. Während dem Gloria und dem Credo saßen dann Priester und Leviten auf den vorbereiteten Stühlen im Chor. Nach dem Gottesdienst unterhielten sich zwei alte Walser und der eine meinte: "Gell - so as abghokkeds Hooamt ischt scho
nämmes feschltes - oder"? Er bekam zur Antwort: "Ja scho, abr wännsch dänn heeglääga wära, dänn wär i ganga".

Eine Walser Geschäftsfrau hatte bei der Spar- und Darlehenskasse Hirschegg das Konto ziemlich weit überzogen und wurde daraufhin von einem Angestellten angesprochen. Ihr Kommentar dazu war: "Zuwaas bruuch i as Konto, wännes ned uberzia därf".

August Duffner, Postwirt in Riezlern, war bekannt für seine lustigen Streiche. Als in der schlechteren Zeit gleich nach dem Krieg einmal ein Vertreter bei ihm einkehrte und fragte, ob er Toilettenpapier brauche, sagte
Gustl so ganz nebenbei: ja schick mir halt einen Waggon. Tatsächlich kam dann auch ein Waggon Toilettenpapier per Bahn nach Oberstdorf. Duffner war dann für längere Zeit für andere Gasthäuser im Tal der Lieferant für Toilettenpapier.

Fuchseggers-Karle, Karl Müller (1905-1945), war ein bekannt lustiger Mann. Als er mit ein paar anderen Burschen beim Heuzug war und sie Burden faßten, kam ihm eine Idee. Er schiss in das Burdenabett und behauptete, er habe seine Uhr verloren. Seine Kollegen suchten daraufhin, bis einer dann in den
"Haufen" griff.
Beim "Gmeiwärcha" auf der Mittelalpe wurde am Abend richtig gefeiert und zu später Stunde gings ins Bett. Karle hat mit einer Schnur einen Bettzipfel angebunden und das andere Ende am Zipfel (Penis) eines gegenüberliegenden Burschen festgemacht. Dem einen zog er dann wiederholt die Decke weg . Der
wehrte sich und deckte sich im Schlaf natürlich immer wieder zu, wobei er natürlich mit seinem Ziehen dem Anderen nicht gerade wohl tat.

Des verlaubelede Mitaagässa.
Daheim beim "Chratter-Schniidr", Familie Rudolf (1875-1942) und Angelika (1878-1958) Holzer in Riezlern, Mangawies, gab es zum Mittagessen einen Riebel. Zum Abkühlen stellte die Hausmutter den Riebel samt der schweren Pfanne vor dem Haus in den Schnee - und dann passierte es! Vom Dach ging ein Schneerutsch ab und begrub das ganze Mittagessen!
Ob meine Großeltern es gleich ausgegraben habe, weiß ich nicht.

Bei der Vorbereitung zur Erstkommunion im Jahre 2000 unterrichtete Pfarrer Konrad Natter die Kinder. Er erklärte diesen auch eine richtige Kniebeuge. Als er fragte wie dies gehe, sagte Alexander Fauland: "Waischt, eifach - wia an Telemark".

Zwei bekannte Bewohner aus Riezlern-Schwende, waren Max Ernst (1898-1966) und Hermann Spiegel (1897-1976). Nach dem Besuch der Sonntagsmesse in Riezlern, sind sie des öfteren länger am Stammtisch geblieben und erst gegen Abend heimgegangen.
Da ergab es sich, dass sie nach der Schwendigerbrücke, am Schieferrank, "verfallen" sind. Max lag ziemlich weit unten im Schnee, Hermann war schon fast wieder auf der Straße heroben. Gerade in dem Moment kam Pfarrer Ferdinand Österle, er ging zur Messe in die Kapelle in der Schwende. Hermann ist natürlich erschrocken und sagte zum Pfarrer: "Der Mann da unten hat es nicht ganz recht". Der Pfarrer hatte die Sache gleich erkannt und meinte nur: "Ja Hermann - und du auch nicht".

Der Pfarrer fragte einen Walser, der es sich immer gerne recht gut gehen ließ, ob er in der Fastenzeit auch Opfer bringe. Er bekam zur Antwort: "ja klaar, i suuf ond friss bis mr dr Buuch wee tuat, ond dänn opfera i d
Schmerza uuf".

Der Gendarm Arthur Luger aus Dornbrin, er war von 1947 bis 1963 im Tal sagte nach einem schweren Verkehrsunfall: "Der Mann wär tot gsi, wenn er nicht eine doppelte Hirnschale gehabt hätte".

Der alte Hirschwirt, Fritz Daniel (1880 - 1959), war ein begeisterter und auch guter Schütze. Wenn er einen guten Schuß abgefeuert hatte, meinte er dann: "Beigöll, dä Schutz muas mitta im Zäntrum see".

Das "klei Metzgerle", Willam Engelbert (1909 - 1964) aus Hirschegg erzählte, dass er bei irgendeiner Fahrt am Bodensee war und man fragte ihn, ob er auch zum Baden gegangen sei. Da gab er zur Anwort: "nei, da ischt scho ein denna gsee"!

Im Zimmer des Mädchens ging es recht lustig her. Die Mutter ging hinauf und öffnete die Tür. Da fand sie das Mädchen mit einem Burschen im Bett und fragte: "ja wia gaids dänn da zua". Das Mädchen lag nackt da, tat die Füße auseinander und meinte: "so gaids uuf", dann tat sie die Beine wieder zusammen und sagte: "so gaids zua".

Beim Kronenwirt wurde eingebrochen und einige Sachen gestohlen. Auf die Frage, ob ihm viel abhanden kam meinte er: "Ja - booda ordele"!

Ein Freund zum anderen: "Chaascht mr ned hondert Mark lia"? Der antwortet ihm: "nei, i haa sälb bloos föfzg". Darauf der Erste: "ischt glii, bliibscht mr halt föfzg schudlig"!

Ein großer Sprüchemacher erzählte: "geschtrt bin i im Gäntschlbooda denna gsee, waischt dött bi dr Wildfüaterig - ond da han i oogfaar 100 Hirsch gsee". Der Angesprochene antwortet ihm: "Dees giits need, dees ischt doch verlooga, so viil Hirsch hammr bi önsch henna gar ned". Die Antwort darauf:
"chaa scho see, dass ned gad so viil gsee send - abr Hirsch giits, gell"?

Vom Häxa ond Verschweera !

Nach Erzählungen unserer Vorfahren kennen wir doch viele Geschichten über

"besondere Kräfte"

von einigen Leuten. Sie konnten Mensch und Vieh verhexen, zumindest glaubten
viele daran. Nach persönlichen Aussagen haben sie aber auch einige solcher
Zaubereien mit eigenen Augen gesehen.

So gab es:

Metzgersch-Wiible, Philomena Beiser (1876-1947), die Frau von Engelbert
Willam in Hirschegg Nr. 39, war regelrecht als "Hexe" bekannt.
Sie konnte einem Stall die Milch wegnehmen usw.



Meine Großmutter, Angelika Holzer ("Stompers Angelika") erzählte mir, als
ich ein junger Bub war. Wenn jemand zu einem Mann (den Namen weiß ich nicht)
"Vergelt's Gott" sagte, antwortete dieser stets: "Des Vergelt's Gott scheich
i dem Ofabooch". Als sein Haus dann später abbrannte, blieb die Ofenbank
unversehrt zurück.



Tischle-rücka

"Samela-Buab" im Bödmen, konnte Besen tanzen lassen



Einige Einheimische hatten oder haben die Gewohnheit und fügten beim Reden
immer wieder gewisse gleiche Worte oder Ausdrücke ein.

So erinnern wir uns an die "Anhängsel" von:

Der alte Hirschwirt (Daniel Fritz): "Beigöll"
Leopold Kessler, "Lebölle" im Dürenboden: "wia gsaid", "Esl wia gsaid", "ned
war"
Max Drechsel, "Kassamax" in Hirschegg: "so, oder so"
Heinrich Kessler von der Hansahütte in Riezlern: "wa"
Alois Juen, "der Tiroler": "du Sau"
Alois Fritz (Iddabüabler): ich ...
Gerold Vonblon: ich ...
Gustl Drexel: "he du"
Kurt Weirather: "aba, aba - 100 % ig"
Leopold Berchtodl (Milchhändler): "yes, bigott"
Max Berchtold: "äbba"
Daniel Schugg: "schöö, schöö, rased schöö" und dann auch oft: "servusle"
Karl Kessler (Innerschwende): "übrigens"

Dä, i dr Zwischaziit scho zum alta Chrattr gwordne -
hed ussrdem no gmeind - ond ghöörd:

Hüüt zu Taag gits viil mee Chatza, - wills weniger Schlüssellöcher giit.

Früüer heds i jedr Pfarrei an Jongfraua- ond an Jönglingsbond gää.
Ned dass hüüt derna Lüüt nömma giid, -
dia scheniara sche bloos - ond gäänds ned zua.

Früüer hemma gsaid - es sei as Lömple,
hüüt saibba, er sii gschäftstüchtig.

Wiibr chamma au schöö - suufa.

Es giid nüüd bessrs, as wia nämmes guats zum Ässa.

Zu da Rüazler Kirchachorwiibr hani gsaid: "Iar senged wia Vögele".
Da handsch ds Grendle gschtellt - und i ha gsaid: "Rabba send au Vögel".

Lääsa chani ned, abr Schriiba, daß du ned lääsa chaascht.


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