Was ma so alls ghöörd odr gsaid hed
Viele der folgenden Aussprüche stammen von namentlich bekannten Leuten. Sie
waren durchwegs alle sehr humorvoll, gesellschaftlich, gewitzt und beliebt.
In ihren manchmal derben Aussprüchen war aber oft auch ein bißchen Ironie
dabei !
Neu: Gamswirtsch Karle: Om so weniger
d`Wiiber Zäänd hend om so bissiger werded`sch.
Von Viktoria Berchtold (Linie II) "Schwiizerbüables Viktörle"
(1827-1896), ledig, wohnhaft gewesen in Riezlern, Schwende 102, berichtet die
Chronik: Sie trug werktags einen Jägerschuh und einen Holzschuh !
Leopold Berchtold (1880-1958), Landwirt und Uhrmacher in Riezlern, war nach dem
Krieg auch Vizebürgermeister und von ihm sind auch ganz gute Sprüche bekannt.
Als vom 1. bis 15. April 1946 eine Lumpensammlung durchgeführt wurde -im
Gemeindeblatt stand "Lumpen her!"- meinte er: "a paar würdma i
da nägschta virze Taag ned see".
Auf die Frage, was er von der damals neu eingeführten Entwicklungshilfe halte
meinte er:
"da gibba da Neegr Geld, dasch leera chönna, wia ma bi önsch mid Messr
ond Gabla frissed".
Tilbert Berchtold (1904-1974) "Ferdinändler", er war ledig und schon
immer ein Sonderling.
Tilbert hauste viele Jahre im alten Schwimmbad in Riezlern. Der Raum, den er da
bewohnte war übervoll mit allerlei Zeug. Er sammelte alles, Dosen, Kartons,
Fetzen, Steine usw. Viele Jahre hatte er eine Gans als Begleiterin, sie lief ihm
nach wie ein Hund. Die Gans ist sogar einmal bei einem Altherren-Schirennen, bei
dem
Tilbert mitmachte, nachgeflattert.
Wenn man Tilbert nahe kam, oder die Hand gab, schnappte die Gans in die Waden
des Fremden. Wir Lausbuben (Sigi Holzer und Hubert Müller) haben die Gans
einmal in der Skiwerkstätte bei Erwin Müller mit rotem Tip-Top-Lack angemalt
und es gab einen großen Krach. - Die Federn sind dann ja wieder
ausgewachsen!
Leopold Fritz (Tiburteslesch), er lebte von 1790 bis 1855 und war sehr
wohlhabend. Er betrieb in Mittelberg - Ahorn mit seinem Pferdefuhrwerk einen
Käseexport nach Tirol, betrieb das Gasthhaus Hirschwirt in Hirschegg und besaß
die Adlerwirtschaft in Riezlern. Ihm gehörten auch zwei Sägewerke (Melköde
und Leidtobel), eine Ziegelei in Riezlern-Wald und eine Zeit lang auch die
Walserschanzwirtschaft.
Wenn sich Walser Männer über seine guten Verdienstmöglichkeiten aufregten,
soll er nur mit einem Schmunzeln geantwortet haben: "Liabr zeea Niidr, as
wia ein Mitliider" !
Konrad Fritz (1794-1874) in Mittelberg - Höfle, ließ vom Mesnerstein
verkünden, daß er drei Betten freiwillig versteigert. Auf die Frage warum,
erklärte er folgendes: "Ja, dia drüü Bette send ganz uubrflüssig, will
miine
Buaba doch nia daheim bliiba".
Eine andere Anekdote von ihm. Als die Zimmerleute in seiner Kuhgehrenalpe zwei
Hütten erbauten, ließ der Bauherr das Mittagessen (Küachle) auf dem Rücken
eines Ochsen vom Höfle hinschaffen.
Lorenz Fritz, "Jörgles Lorenz" (1759-1841) wohnte in Mittelberg auf
der Stütze und war nebenher auch Mesner. Er galt als kühl denkender
Familienvater. Eine Episode: Drei seiner Söhne, Remig, Anton und Wendelin war
es zu Hause zu langweilig und zu ruhig geworden und sie verabschiedeten sich mit
dem
Vorsatz, nie mehr ins Walsertal heimzukehren und zogen als Maurer nach
Frankreich. Bereits 6 Wochen später kam aber von großem Heimweh getrieben,
schon der erste, Remig nachts heimlich zurück, klopfte am Oberstubenfenster und
bat um Einlaß. Erst nach mehrmaligem Rufen gab der Vater die ironische Antwort
hinaus: "Remig ischt uf Frankreich ond hed gschwoora er chomm nia me
hei", sprachs, schlug das Fenster zu und ließ ihn bis morgens draußen
stehen.
Zu Zeiten, als der "Mohrenwirt" Lorenza Hänsle (Fritz Johann,
1791-1853) als Ortsvorsteher in Mittelberg regierte und sein allzeit durstiger
Bruder Toni (1788-1840) "Lorenza Toni" als Gemeindediener fungierte,
ergab sich die Maßregelung, daß Letzterer wegen seinen Schulden unter Kuratel
gesetzt wurde. Die betreffende Kundmachung, die wie üblich, der Gemeinde-diener
vom Mesnerstein aus verlesen mußte, erledigte der unverwüstliche Toni mit den
Worten: "Miin Bruadr Fuchs (Johann Fritz hatte rote Haare) laad
bekanntgää,
daß, wer Lorenza Toni no nämmes uf Biat giid, sei büaßt ond zaald!"
Anton Josef Fritz, "Lorenza Tone" (1788-1840) war also Gemeindediener,
Bergführer und Viehpfuscher. In seinen trefflichen Aussprüchen war viel
Ironie.
Von ihm wird geschrieben: "Er lebte von Schnaps und Kreditschulden".
Der ehemalige Pfarrer Leißing aus Frastanz traf bald nach seinem Einzug in
Mittelberg (1892 - 1894) u.a. seinen einstigen Studienkollegen, den ob seinem
fragwürdigen Lebenswandel bekannten "Tonesbüabler". Im Lauf der
Unterhaltung meinte der Pfarrer doch, daß er es weiter gebracht habe wie der
Josef Anton K.(1867-1928), worauf letzterer schlagfertig meinte: er glaube nicht
- denn sie seien nun beide in Mittelberg!
Ein Bauer verkaufte ein Kalb, verspielte aber das ganze Geld beim Kartenspiel.
Als er heim kam fragte die Frau nach dem Erlös. Er gab die Antwort:
"Näämr a, dia Chua hai gar ned kalbered" ! (Nehmen wir an, die Kuh
habe gar
nicht gekalbt)
Rützler Georg aus Hirschegg, war von 1770 bis 1773 Kaplan in Baad. Er blieb
öfters unter der Predigt stecken und konnte dann vor Erschrockenheit kaum
lesen. Einmal geschah dies in Baad und er verließ die Kanzel mit dem Worten:
"ich kann nichts". Wegen diesem Vorfall wurde er dann "Kann-nichts"
genannt.
Ein Bauer ließ bei dem bärbeißigen Schuhmachermeister Leopold Matt in
Hirschegg neue Schuhe anmessen. Er mahnte aber bei der Bestellung den Meister:
"Du, mach miar dia Schua abr na miina Füaß ond ned na diim Grend".
Ein Jungbauer hatte in das Haus der Schwiegermutter eingeheiratet, die ihm aber
das Leben sauer machte. Dem Ortspfarrer von Mittelberg war das düstere
Familienverhältnis bekannt und er fragte bei Gelegenheit diesen geprüften
Schwiegersohn: "ob er sich nicht wünschen möchte, die Schwiegermutter
wäre im Himmel", worauf er ihm die drastische Antwort gab:
"I wär scho zfriida, wännsch wenigschtens im Fäggfüür wär".
Den selben Sinn hat auch folgende Aufzeichnung von "Wilhelma-Wilhelm",
Fritz Wilhelm (1918-1995) aus Mittelberg:
Die "alt Baasa vo Lepolda-Karle", Karl Fritz (1876-1937 in Mittelberg
auf der Stütze konnte nicht mehr laufen, dafür aber gut essen und trinken und
war daher auch ziemlich schwer. Im Frühling, wenn man mit dem Vieh, mit Sack
und Pack auf die Wiesalpe zog, mußte man "dia alt Baasa" auf einer
Pritsche hineintragen. Vor dem
Wildentobel hinter der Zugtiefe haben die vier Träger die Pritsche mit der
Baasa abgestellt und sich ausgeruht. Da kam ein Jäger dazu, blieb stehen und
sagte: "Gäll, wääred r scho froo, wänn dia Baasa ändle amal im Himml
wär".
Darauf antwortete einer: "mir wääred scho zfriida, wännsch afanga im
Fäggfüür wäär".
Des ehemaligen Adlerwirt Franz Anton Seelenmayer (1823-1887) in Hirschegg
wackere Ehehälfte, sie war eine ironisch-gewitzte "Goldschmidlerin"
(Kessler Karolina ), gab einem biederen Gast, der zu einem Halbliter Wein auch
Wasser bestellte, die lakonische Antwort:
"O mei, dees bruuchscht nömma, dänn Franzatoni hed scho dreeto, was no
liida mag".
Eine junge Lechtalerin, die wenige Tage zuvor bei "Gedeona Ludwig"
(1859-1917) in der "Gemse" in Dienst getreten war, bat ihren
Dienstherrn, ob er nicht auch ihren Liebhaber mit einstellen würde, das würde
ihr halbe
Kosten bedeuten. Schlagfertig stimmte der Bauer mit dem Bemerken zu: "dänn
breng grad glei zwee mit, dänn bruuchscht gar kei Koscht vo mir".
Etliche Bauern von Hirschegg waren einmal mit Schindeln eindecken beschäftigt.
Im späten Vormittag rief einer der Beteiligten gar kräftig vom Dach herunter
"No nööd".
Der Ruf hatte seine Wirkung. Auf die neugierige Frage des aus dem Haus eilenden
Besitzers. was denn los sei, erhielt er darauf die Antwort: Es sei grad jemand
vorbeigegangen und hätte sie gefragt, ob sie schon "z'Nüüne
gässa haied ?", was ja noch nicht der Fall sei.
Der Birger Johann (Hilbrand), erzählte seinem Nachbar daß er so viel Arbeit
habe. "Äbbamal muaß i schenta, daß mr Därm bis uf Chnai ache heicha".
Der Nachbar erwiederte ihm: "Dänn bend no onderthalb d Hoosa zua, ned daß
dr Hänna Löcher dree bicka.".
In der Schule Schwende war vor Jahren irgendein Bubenstreich geliefert worden.
Bei der handgreiflichen Bestrafung erwischte auch ein angeblich unbeteiligter
eine klatschende "Grindtäscha", worauf dieser in aller Ruhe dem
Lehrer zurief:
"Du ! Des mag i dänn fei ned haa"!
Der Ammann Stephanus Keßler ist am 12.9.1650 in Knodenstrümpfen und in seinem
Stuppen-Hemd nach Bregenz ins Oberamt gekommen. Die Obrigkeit fragte ihn, ob er
kein besseres Hemd und Stümpfe habe.
Er sagte, er habe daheim 7 Buben und sei am Morgen der Letzte gewesen mit
Aufstehen und so sei nur dieses Gewand übriggeblieben.
Sein Weib war Barbara Keßler, die Knaben: der erste Johannes, der 2. Melchior,
der dritte Sebastian, der 4. Jodokus, der fünfte Caspar, der 6. Baldasar, der
7. Christoph.
Zum alterskranken Jakobinele in Ahorn wurde in letzter Stunde Doktor Reh von
Oberstdorf gerufen. Auf seine Frage, warum man den Arzt nicht früher hole und
lieber verschiedene Pfuscher zu Rate ziehe, gab sie bedächtig zur Antwort:
"Will sch billiger bessr send".
Ein siebenjähriger Bub L.K. mußte in des Pfarrhofs Nähe widerspenstige
Geißen hüten, eine Aufgabe die zu zahllosen Verwünschungen und Flüchen
Anlaß bot. Auf die scharfe Rüge des Pfarrers Hackspiel hielt ihm der robuste
Geißhirt den Hirtenstecken vor die Nase mit der derben Zumutung: "Herrgott
Pfarrer - dänn hüat Du Gaiß ond schweer ned drbii"!
Zwei Walser Gemeinderäte konnten einander nicht gut leiden. Als der eine
plötzlich starb, kam der andere zum Bürgermeister und sagte ihm:
"An Uusschußmaa ischt gschtorba, weischt au wär"? Der Bürgermeister
meinte darauf: "Na, i weiß ned, abr miar ischt an jeda rächt".
Der frühere Gemeindepolizist Anton Kröß (1888-1975), er stammte aus
Südtirol, hatte ein Mietauto. Bei Ausfahrten sagte er dann:"Dia Kurven
muaß man scharf derpacken."
Anton Kröß war von Beruf auch Büchsenmacher und langjähriger
Oberschützenmeister der Schützengilde Kleinwalsertal. Als er einmal auf
Bestellung eine Kiste Munition erhielt, stand auf der beiliegenden Rechnung:
"Ziel vier Wochen". Das sah auch der Schützenbruder Ludwig und der
meinte dann: "so an Mischt, dia Munitioo taugt nüüd für önsch, mir
bruucha eine, dia wo schnäller gaid."
Der Bub fragt seinen Vater was er machen soll, damit ihm endlich auch ein Bart
wächst.
Der Vater gab ihm den Rat: "Da muascht uuswändig Hong an Bagga schmirba
ond eewändig Hännadräck".
Aus dem "Theaterspielen", welches bei uns im Kleinwalsertal ja schon
seit 1722 betrieben wird sind uns folgende Sprüche bekannt:
Bei der "Passion" sagt der Darsteller von Jesus am Kreuz:
"Driicha hätt i no müüga" - anstatt: mich dürstet!
Bei einem Weihnachtsspiel sollte der Engel zu den Hirten sagen:
Fürchtet euch nicht ! - er sagte aber: "Fürcht's na äbba ?"
Metzgersch Leo hat manchmal ganz furchtbar geflucht. Einmal hatte er einen
derartigen Zorn, daß er sich hinkniete und "schweerte":
"Himmel-Herrgott-Sakrament ond des soo oft, wia im Küürawald dobba
Tannanadla send".
Nette Geschichten gibt es auch vom Mietauto-Unternehmer Martin Berchtold
(1905-1990) aus Riezlern, er wurde allgemein nur als "Kurva-Martin"
oder "Schpiraggl" bezeichnet.
Auf einer Fahrt nach Bregenz hat er vor dem Alpsee bei Immenstadt ein Rad
verloren, dies hat ihn dann überholt!
In Riezlern sind Gäste in sein Taxi (großer Ford) eingestiegen, sie wollten
nach Oberstdorf. Vor der Fahrt wollte Martin noch die Scheiben reinigen. Er ging
rund ums Auto, hat an die Scheiben gespuckt und mit dem Schnupftuch abgewischt.
Den Gästen hat es gegraust, sie sind ausgestiegen. Martin fuhr los und merkte
erst in Oberstdorf, daß niemand mehr dabei war.
Der "Adölfler", Adolf Kessler (1840-1912) in Riezlern - Schwende
kehrte gern einmal ein und es kam vor, daß er am Abend immer noch nicht daheim
war. Seine Frau, Anna Weiler aus Oberstdorf war eine recht "resolute
Schweebe" und gemeinsam mit den Töchtern holte sie ihn im Gathof Post in
Riezlern ab. Die Mädchen wollten dem Vater gleich in der Wirtschaft schon
"zum Grend gää", aber die Mutter beruhigte sie und sagte: "Lond
n gong, miar derwisched n scho no im Toobl dünd".
Der Pfarrer von Riezlern sprach mit auch einmal mit der "Adölflere"
und mahnte recht streng, daß ihre Kinder so furchtbar "schweera".
Darauf antwortete sie: "des kan i it verschtoo, dr Vattr flüacht nit, i
flüach it, woher hand dia Himmelherrgottsakrament des bloos?"
Kloster Joahnn - Huber Johann (1898-1977) auch "Dominikesler" genannt,
war viele Jahre Hausmeister in der "Alten Krone" und Böllerschütze
des Krieger- und Kamerdschaftsverein Kleinwalsertal. Er wollte immer der
älteste Böllerschütze von Vorarlberg, oder gar ganz Österreich sein und er
fragte daraufhin den Vizebürgermeister Dr. Josef Fritz, ob das so sei. Josef
antwortete ihm, es gibt nur noch einen, der älter ist. Daraufhin wurde Dr.
Josef von Johann bei jedem Ausrücken immer wieder so nebenbei gefragt: "Läbt
r noo, odr ischtr iatzt ändle gschtorba"?
Wenn in der "Alten Krone" neue Gäste ankamen, rief die Wirtin, Thesi
Kaufmann, dem Hausmeister Johann, er soll die Koffer ins Hotel tragen. Doch da
hörte Johann immer viel zu wenig. Erst wenn irgendwie die Rede von
Trinkgeld war, dann hörte Johann wieder gut!
Zweng Edwin (1928-1996) aus Mittelberg war bekannt für nette und deftige
Aussprüche.
Guat see duani boda schlächt, abr schlächt höra duani boda guat!
Beim Nasenbohren sagte er: I mag Rotz guat
Edwin betrieb viele Jahre den Schwendlelift in Mittelberg. Eine Skifahrerin gab
ihm die Liftkarte zum Abzwicken und Edwin zwickte - aber zweimal. Auf die Frage,
warum er denn zweimal gezwickt habe, sagte er: "Du faarscht ja au aacha".
Mit dem Jassclub machte Edwin einige Tage Urlaub auf Kreta. Bei einem Besuch des
Marktes in der Altstadt von Heraklion fragte er einen alten Griechen: "Du,
kännscht du dr Moser Luggi, waischt dä ischt im Chriag au da uuf Kreeta gsee".
Bei einem Urlaub mit seiner Frau Resi, hatte Edwin plötzlich ein riesiges
Verlangen nach einem Bier. Die Passagiere waren schon zum Flugzeug gebracht
worden und Edwin wurde ausgerufen. Mit einem eigenen Fahrzeug brachte man ihn
dann zum Jet. Eine ältere Frau meinte dann, dass man wegen ihm nun schon
eine halbe Stunde warten musste. Edwin meinte nur kurz und knapp: "i haa au
scho warta müaßa"
Edwin wurde gefragt, ob er "z Oomed scho denna hai" - er antwortete:
"i haas gar ned usse doo"!
Wenn die Tochter Lucia, verh. Haller auf Besuch kam meldete er sich schon gleich
mit den Worten: "i bii ned da", Lucia antwortete ihm dann: "dänn
is ja guat, dass i ned koo bi"!
Wirth Karl (1908-1986), gebürtig aus dem Bregenzerwald, er wohnte in Mittelberg
und war viele Jahre auch Mesner. Er sagte: Er sei der beliebteste Wälder im
Walsertal - Weil er es zu nichts gebracht habe.
Zu Pfarrer Dr. Josef Ruß sagte Karl Wirth: "Herr Pfaar, wialang geischt du
scho mim Linder?"
Pfarrer Ruß und Friseurmeister Ludwig Linder waren beste Freunde und viel beim
Schafkopfen beisammen.
Dür Sepp, (1907-1975), er stammte aus Sibratsgfäll und war in Hirschegg
verheiratet.
Er brachte viele Sprüche, so z.B., daß er Verputzarbeiten mit der
Schneeschaufel erledige und zum Glätten ganze Türen nehme.
Skiwachsen tue er nur mit Schallplatten und statt Felle für die Ski, binde er
einen ganzen Fuchs darunter.
Fritz Karl Josef, "Wilhelma - Karle" (1910-1983) in Mittelberg, sagte,
als er spät heimkam:
"Füüdla schwätz du, du bischt hocka bliiba".
Fritz Karl Gedeon, "Gamswirts - Karle" (1922-1995), aus Mittelberg.
Von ihm gibt es überaus viele gute, witzige und vor allen ironische
Aussprüche. Er war über alles informiert, las viele Zeitungen und hörte
Radio.
Auf die Frage warum er denn soviel Zeitung lese, das habe er doch im Radio
einfacher, gab er folgende Antwort:
"Des schtemmt scho, abr a Ziitig ischt doch komooter, - wia söll i mit
aram Radio a Flaiga verschloo" ?
Wenn man das Fell dieses Neidhammel gerben würde, könnte man ganz Bödmen
damit eindecken.
wen hat er damit gemeint ??
Tochter von Albert Schuster in Hirschegg - Kratterhalde sagte:
"Mir send so arm, mir vermüga ned amal Flaiga i dr Schtuba".
Riezler Gallus sen., "Biesersch-Gallesle im Wäldele", (1899-1983)
Die Familie hatte 11 Kinder und Gallus meinte in der schlechten Zeit nach dem
Krieg (1945):
"I bi scho so arm, i kaa ned amal me aram Furz an Gschmack gää".
Gallus Riezler meinte: "je eltr d Huara werda, deschto fömmr sendsch".
Kessler Meinrad (1901-1970), wohnhaft in Hirschegg - Wäldele.
Er war ein eher ruhiger Mann und redete nicht gerade viel. Er und einige Bauern
waren bei der Arbeit im Gebiet der Alpe Walmendingen. Da kamen Fremde vorbei und
wollten eine Auskunft, die anderen verdrückten sich und ließen d's Meinrädle
reden.
Die Gäste fragten nach dem Weg zur Schwarzwasserhütte und Meinrad meinte:
"Allig graad uus" ! - Die Gäste fragten weiters, ob sie denn auf dem
Heimweg aber eine anderen Weg gehen können. - Meinrad: "ja klaar, da
göödr halt nääbm Wääg" !
In einem sehr schlechten und verregneten Sommer, das Wetter wechselte wirklich
stündlich, meinte Meinrad: "Es chaa ned saika ond ned schiißa, es duat
blos no ds Looch uuf ond zua".
"Kölla-Wiible", Frieda, geb. Fritz (1904-1978) aus Mittelberg kaufte
eine größere Anzahl von jungen Kücken. Die Verkäuferin sagte zu ihr, sie
soll "dia Bulle" aber auch gut füttern. Frieda entgegete:
"Ja - suuga dia nömma" ?
Rosamunda Fischer, geb. Kessler (1889-1965), war wohnhaft in Hirschegg. "Nazesch-Rosamonda"
war bekannt für ihre Sprüche, solche Aussprüche (derb aber sinnlich) waren ja
eigentlich allen "Näzlern" vererbt. Ein Mann sah sehr schlecht und
krank aus und da sagte sie: "Dä hed d Seel scho uf dr Zonga, dä bruucht
sche bloos no uusschpaiba".
Als im Haus "Elsäßer" in Riezlern (es ist anno 1962 abgebrannt) der
sehr reiche Vater verstorben war, ging der Sohn Josef Anton Elsäßer
(1869-1938) in die Stube im 1. Stock, wo der Schrank mit den Ersparnissen stand.
Er schlug mit der Faust an den Schrank und sagte: "Auf, auf - ihr Altvättr,
dr Erlöösr ischt da!"
Moritz Abler in Mittelberg hat gesagt, als jemand beim Baden ertrunken war:
"Miine Chend komma ned ids Wassr, vor sch schwemma chönna"!
Hermine Jochum (1897-1985), die Mutter von Eugen Kessler (Hasajäger) kam einmal
aus dem Wäldele (vor der Wiesalpe) mit einer Kuh zum Stier bei "Wilhelma
Karle" nach Mittelberg herüber. Dort war zur gleichen Zeit auch Franz
Riezler (Gugger) und er fragte Hermina: "So, haidr no Hai" ? -
Wortgewandt bekam er zur Antwort: "Ja, nömma grad viil, abr für as
Guggrnäschtle dääts grad no raicha !"
Adalbert Schuster, "Peterlesch - Adelbert" (1899-1979) in
Hirschegg-Mühle ist einmal ziemlich betrunken heim gegangen, fiel hin und hat
sich am Kopf aufgeschürft. Am nächsten Morgen beim Frühstück, meinte seine
Frau Anna (geb. Jochum) so ganz nebenbei: "Hoi, hemma ds Grendle verchretzt
?"
Anna Schuster (1902-1999), Hirschegg - Mühle, war eine ganz besondere Frau.
Sie hatte ein sagenhaftes Gedächtnis und von ihr haben wir sehr viel erfahren
können. So erzählte sie z.B.:
Bei einer Gemeindewahl hieß es, jetzt haben sie 3 Böcke zur Wahl aufgestellt:
z Mittelberg - an Gitzebock (Gamswirt) z Hirschegg - an Geißbock (Bock-Hannesa-Nachfahre
- Leböllesbuab, Eduard Riezler) z Rüazla - 1 Schafbock (Adolfa-Max im Loch)
also ein Huder.
Gusta Schuster (1901-1976), die Frau von Franz Josef Schuster in Hischegg -
Loch, Nebenwasser, hatte in Gesicht einen Leberfleck und wurde daher "Dupf"
genannt. Das störte sie und sie ließ diesen entfernen. Die Hirschegger nannten
sie von da an "Nömmadupf".
Ihr Gatte, Franz-Josef Schuster (1894-1973) wurde "Lochkraia" oder
auch "Giggeler" genannt. Wahrscheinlich kommt die Bezeichnung daher,
daß er in Hirschegg.Nebenwasser, auch Loch genannt wohnte und eine hohe
Tenorstimme "krähte". Er war auch langjähriger Sänger beim
Kirchenchor Hirschegg. Er wurde krank und bekam einen Herzschrittmacher. Die
Hirschegger hatten auch gleich einen neuen Übernamen und er wurde
"elektrischer Giggeler" genannt.
Rudolf Holzer, "Chratter-Schniider" (1875-1942) in Riezlern war auch
eine Zeit lang Gemeindepolizist und er hatte "as rased frächs Muul".
Als Leopold Drechsel, Hirschegg-Letzte seine Frau Anna, geb. Forster
heiratete, zu ihr sagten die Hirschegger "Blondr", brachte er den
Spruch:
"Hoi, wandered d Hirschegger us ?" Als man ihn dann fragte warum, gab
er die Antwort: "Ja willsch scho dr
Blondr id Letze aachegricht händ".
Der "Spielmändler", Josef Anton Paul (1842-1912) war Aufsichtsjäger
beim Grafen, der sein Revier im Küren hatte. Dieser Paul war bekannt wegen
seiner derben Aussprüche, aber trotzdem sehr beliebt. Zur Hochzeit einer
Tochter des Grafen wurde er auch nach München in das Schloß eingeladen. Er
hatte seine genagtelten Schuhe (Griffschuhe) an und ist auf dem Marmorboden
ausgerutscht und meinte "i der Bättlrhütta cha ma ja ned amal gschiid
laufa".
Als er der Braut auf den langen Brautschleier trat sagte er: "Herrgott,
züüch doch diin Schwanz ee" !
Christian Heim (1845-1923), Sohn von Cirillius, also ein "Cirillesler"
wohnte auf dem Egg in Riezlern und die Familie hatte drei Töchter. Die Leute
sagten, es komme bald ein Krieg und auf die Frage warum sagte man - "dr
Cirillesler hed schiine Maika breits an alla Fronta", denn sie hatten
geheiratet:
Rosamunda 1902 mit Ferdinand Willam nach Baad, Karolina 1903 mit Rudolf Kessler
ins Fuchsloch,
und die Jüngste, Leopoldina mit Engelbert Geiger blieb auf dem Egg.
Stasl Müller (1918-1998), Tochter von "Dokesa-Lebölle und dem Liinele i
dr Onderweschtig" war mit Prokop Müller (1908-1987) verheiratet. Prokop
war im Verkehrsamt angestellt und ein recht nobler Mann, Stasi dagegen am Anfang
der Ehe nocht nicht gerade so. Da sagte er zu ihr: "Stasi, du mußt dich
mehr
waschen, Stasi du mußt dich mehr pflegen!". Stasl gab zur Antwort:
"Prokop, gang mit m Hond gi schiißa"!
Ildefons Flatz (1921 - 1971) war ein sehr gemütlicher und volksnaher Mann,
konnte aber auch recht ironisch sein. Er war viele Jahre Redakteur und Schreiber
für die Heimatzeitung "Der Walser". Einmal behauptete er, daß die
Hälfte der Gemeindevertreter "Bschniidesel" seien, was man ihm böse
nahm und er mußte dies öffentlich widerrufen. Er tat dies aber auf seine
spöttische Art und sagte:
"Ich nehme meine Äußerung, daß die Hälfte der Gemeindevertreter "Bschniidesel"
sind zurück und erkläre hiermit, "die Hälfte der Gemeindevertreter sind
"keine Bschniidesel" !!
Raimund Heim (1894-1975) wohnhaft in Mittelberg -Bödmen, "Spiagl"
genannt. Er stand vor dem Spiegel und schaute sich selbst recht hoffärtig an.
Da kam seine Frau Antonia, geb. Fritz dazu. Er sagte zu ihr: "Gell, i bi an
schööna Maa", worauf sie antwortete: "Miar wär liabr du wäärescht
ned so schöö, abr drfür mendr kääle"!
In früheren Zeiten bekam man für einen gefangen und abgelieferten Maulwurf
eine Prämie und da hat man einfrig Mäuse gefangen. Einer fragte dann einmal
"Joseftone im Rohr" Felder Josef Anton - (1880-1936), dessen Familie
den Vulgonmaen "Muser" hatte, ob er auch schon etwas gefangen habe. Er
anwortete: "na, i bi nämmes gaar kein Muuser".
Der Hirschegg Lehrer Nikolaus Kessler (1772 - 1839) "Schmälzler"
genannt, hatte 10 Kinder.
Drei Mädchen von ihm waren Felizle, Sybilla und Siloba und diese nannte man - z
Schlägle, Schmälzle und z Knölle. Eine davon wohnte im Schöntal und unter
dem Haus stand eine große Lärche. Auf diesen Baum ist ein Bub von ihr
hinaufgestiegen und als die Mutter das sah rief sie laut: "Gotts Willa
Chend, bischt gad da uffe keid".
Alfons Köberle (1893-1980), Chronist aus Riezlern, sagte zu ein paar jungen
Leuten beim "gmeiwercha", also bei der Gemeinschaftsarbeit auf der
Alpe Innerwestegg:
"Chomm, verzelled mr nämmes, - ischt glii, wänns au verlooga ischt."
Alexander Mathies (* 1973) half bei Klara Jochum während des
Krankenhausaufenthaltes ihres Mannes Alwin öfters im Stall aus. Klara hat ihm
auf einem Teller Orangen gegeben und gefragt, ob er das mag. Er meinte:
"I mag Oraascha gäära, wännsch scho gräbblet send".
Von Keßler Leopold (*1909) in Riezlern - Kesselschwand, "Rölle"
genannt wird erzählt.
Anfang der 20er-Jahre baute Dr. Backer in Riezlern - Schwende die Klinik. Es
waren dies zuerst einige Holzhäuser mit Liegeterrassen. Die zur Erholung und
Heilung stationierten Patienten sind oft auch nackt in der Sonne gelegen und die
Schwendiger - Buben haben da natürlich schauen müssen. "Rölle", er
ist
ziehmlich klein, hat dazu angeblich sogar eigene Stelzen gebaut, um besser zu
sehen. Von diesem Vorhaben hat aber auch die Mutter von Poldi, Josefine Keßler,
geb. Hilbrand gehört und hat den Buben zur Rede gestellt und ihn gefragt:
"Ischt des waar, ligga dia Frönda da nacked i dr Sonna? - was send des
für ei gsee, Wiibr odr Mannsbildr ?" - Poldi gab ihr dann folgende
Antwort:
"I weiß ned genau was gsee ischt, Männdle odr Wiibr, - waischt, dia hand
keis Hääß a kaa! "
Hw.H.Pf. Kaspar Hammerer ab 1984 in Weiler/Vlbg., von 1958 bis 1960 Kaplan in
Riezlern.
Er hatte einen Motorroller und auf diesem nahm er seine Köchin öfters mit und
dabei hatte sie lange Hosen an. Die Köchin von Hw.H. Pf. Österle war nicht
erfreut darüber und wollte den Kaplan aufmerksam machen, daß das nicht recht
sei. Kaplan Hammerer entgegnete ihr: Wenn der Hl. Josef damals schon ein
Motorrad
gehabt hätte, hätte die Hl. Maria sicher auch eine lange Hose angezogen.
Pf. Kaspar Hammerer und Pf. Josef Senn machen öfters gemeinsam Bergtouren. Als
die zwei einmal auf den Ifen gingen, sammelte Hammerer in einem Plasitksäckchen
allerlei Alpenkräuter. Dazu schnitt er einfach büschelweise ab und tat es in
den Sack. Auf die Frage von Senn, was er denn da sammle, bekam er die Antwort -
Tee! Senn: das ist aber doch nicht alles Tee!
Hammerer: alles was über 2000 m wächst ist gesund - gibt also einen gesunden
Tee!
Gerold Vonblon (1901-1978) aus Mittelberg - Baad, war viele Jahre Knecht in
Mittelberg und auch in Riezlern. Er war aber immer ein gewisser Sonderling. Bei
Gesprächen betonte er besonders das ich und sprach es auch auffallend aus. Von
ihm wissen wir auch Geschichten.
So sagte Gerold einmal: "a dr Warth dääned han ich Maika gsee, dia händ
as Härz ghaa, des ischt gäd völlig in Schpitz ganga. Iatzt Aagetle, säg mr
du, was düand dia? Düand dia schmirben oder salben"?
Gerold Vonblon war verheiratet mit einer Anna Zelga Küng aus dem Lechtal, die
Ehe wurde aber 1948 schon geschieden. Auf die Frage, was er zu seiner Frau
meint, sagte er: "Schii hed scho i dr Horzednacht ommagriffa, da han ich
glei gmerkt, daß schii a Huar ischt."
Im Jahre 1954 kaufte Gerold bei Reinhold Bodenhöfer in Riezlern ein Motorrad,
ein NSU-Quickli. Einmal wollte er von daheim in Baad wegfahren, doch der Motor
lief nicht an. Daraufhin hat er das Fahrzeug bis nach
Riezlern in die Werkstätte geschoben und sagte:
"du Reinold, miis Zwickli lauft eifach need." Bodenhöfer schaute das
Fahrzeug an und meinte, daß er nur den Benzinhahn aufmachen müsse. Da sagte
Gerold: "dees han ich miar glei deicht".
Gerold Vonblon war bei Leo Köberle als landw. Arbeiter beschäftigt und auch
auf dem Plattenälpele in Riezlern. In der Hälfte des Sommers besuchte man ihn
und brachte ihm ein frisches, sauberes Handtuch. Es war ein etwas gröberer
Stoff und Gerold meinte dazu: "des ischt guat, des nemmt dr Dräck".
Theresia Köberle meinte dann aber: "vorhar söbba sche abr au wäscha".
Der Vater von obigem Vonblon Gerold hieß ebenfalls Gerold (1873-1928), er war
verheiratet mit Rosamunda, geb. Heim. Auch er betonte besonders immer wieder das
ich und so sagte er einmal: "ich Gerold ond Rosamunda bronzed in ein Haafa".
Der Pfarrer in Mittelberg (von 1928 bis 1948), HH. Johann Klocker, hatte
Sauerkraut eingelegt. Die Ministranten haben dann hie und da einmal aus dem Topf
genascht. Als man ihnen beinah draufkam, haben sie in den Sauerkrauttopf einen
Zettel gelegt, auf dem stand geschrieben: "Wer auf Gott vertraut, braucht
kein Sauerkraut". Der Pfarrer schrieb dann darunter: "Der liebe Gott
sieht alles". Die Ministranten waren nicht verlegen und vermerkten weiter
auf dem Zettel: "Aber er verrät uns nicht".
Vielleicht war das auch in Mittelberg.
Der Mesner kam am Morgen ganz bedrückt zum Pfarrer und sagte ihm, er habe heute
das Gebetläuten vergessen. Der Pfarrer meinte darauf: "Hoffentlich haben
das nicht viele gehört".
Helmut Fritz (* 1968), Kapellmeister in Mittelberg, sagte bei der Besprechung
zur Aufnahme der gemeinsamen CD (mit Riezlern und Hirschegg) im Frühjahr 1997,
daß dies für die Mittelberger sehr teuer zu stehen kommt. Auf die Frage
wieviel es denn sein wird, sagte er:
Das kostet uns runde 30.000,- DM. Als dies angezweifelt wurde meinte er: 5.000,-
DM wird der Transport zur den Aufnahmen kosten und 25.000,-DM kostet das
Ausleihen der notwendigen Musikanten.
Hans Riezler, "z Hänsle" aus Riezlern spielt oft und gern einen
zünftigen Schafkopf. Wenn der Verlierer nicht gleich zahlt, oder es fast
vergißt, dann fragt er ganz treuherzig:
"wo hesches heeglaid" ?
"Schmitters - Marikatri", Maria Katharina Müller, geb. Berchtold
(1896-1973) hat man gefragt, was ein "wirr-warr" ist. Sie antwortete:
"des ischt nämmes versecklets ond noomal versecklets".
Leböllesch-Anna, Anna Kessler, geb. Schuster im Dürenboden fragte man, was ein
Tohuwabohu sei und sie sagte: "des ischt a rächt beigottige Verzeckleda".
Auf die Frage, was ein Ster sei, antwortete Anna Kessler: "des ischt an
Metr läng, an Metr breit ond boda ordele dick".
Je nach Erfüllung des Wunsches bei Nachwuchs in der Familie hörte man:
"bloos a Maika" oder auch "scho wiidr so an Seckl".
Schuster Theresia (1923-1977), "Schpäck-Tresa" genannt, die Tochter
von Franz-Josef Schuster in Hirschegg-Nebenwasser war sehr schlank, ja
eigentlich dünn!
In den Jugendjahren kaufte ihr die Mutter einen BH und Vater Franz-Josef meinte:
"Kauf n no grooß gnua, schii würd scho dreewaggsa".
Schmideler Johann (1888-1965), "Lippa-Hansl" genannt, wohnte auf der
Oberwestegg. Er war in zweiter Ehe mit Theresia Kessler verheiratet und sie
hatten 7 Kinder. Eine Frau aus Riezlern (Veronika Lang) fragte ihn einmal, warum
sie denn so viele Kinder haben und bekam zur Antwort: "Jamei, i duas
gäära - ond schii heds gäära".
Hilbrand Oswald (1867-1944) hatte mit seiner 1. Frau Theresia Kessler
(1876-1916) sechs Kinder, in zweiter Ehe mit Theresia Riezler (1886-1978) war es
nochmals ein Kind.
Als man die Frau, das sogenannte "Guggr-Wiible" fragte, warum sie nur
ein Kind haben, sagte diese: "Ja mei, Oswald schlaft allig glei".
"Metzgersch-Leo", Leo Willam (1884-1969) aus Hirschegg, war
Lohnschlächter und arbeitete viele Jahre auch in der Metzgerei bei Peter
Meusburger. Meusburger stammte aus Bizau im Bregenzerwald und war also ein
echter Wälder. Leo war am Morgen immer einer der Ersten, die zur Arbeit kamen
und stand eines Tages noch vor verschlossenen Türen. Beim Warten fing er dann
an zu schimpfen: "Huara Wäldr, Schiißwäldr, chonnscht wiidr amal ned usm
Saich". Plötzlich erschien aber Peter Meusburger, beinah unbemerkt von Leo
und der sagte dann ganz höflich: "Guata Morga Peter"!
Neben der Metzgerei Meusburger, im Hotel Alpenrose in Mittelberg, sonnten sich
die Gäste im Badeanzug auf der Terrasse im Liegestuhl. Leo Willam sah dies und
sagte: "Lua, dia frönda Wiibr a, z Nacht ommanand huara ond am Taag d
Löcher drüchna".
"Leona-Fränzle", Franz Schuster (1928-1982) aus Mittelberg-Rohr,
hatte ein paar Zahnlücken. Als man ihn auf diesen Schönheitsfehler ansprach
meinte er nur: "i haa doch schööne Zändle, schi send halt bloos as
bizzle wiit
usanand".
Vom Biis
Der Riezler Mesner, Josef Senn (1901-1975), hatte ein Gebiss, aber es passte ihm
nicht so recht. Auf die Frage wie er es denn mit "schiim Biis hai",
sagte er: "Ja mei - so ganz guat, zum Ässa nemmes halt ussa".
Schuster Karl (1924-1994) aus Bödmen, "Chrömers-Karle", brachte
manchmal ganz derbe Aussprüche. Als die Mutter starb (1958), ging er vor das
Haus in Bödmen und rief zu seiner Schwester, die im Maisäß wohnte, hinauf:
"Guschta chomm aacha, d Mama ischt hee".
Karle war frisch verheiratet mit Renate und auf die Frage wie sie es denn haben,
sagte er: "Miine Renata ischt a Suu, jedsmal wänn i in Färgger bronza
will, ischt z Gschiar vom Morged no denna".
"Krömers-Karle" arbeite im Winter am "Jedermannlift" in
Bödmen und hatte immer seinen Schäferhund dabei. Als ein Gast einmal auf seine
Anweisungen nicht einging sagte er: "Wänn d iatzt ned glei folgescht,
dänn ziil i dr
Hond uf di".
Eine Zeit lang holte Karl Schuster bei "Bernharda-Bubi", Josef Heim in
Mittelberg -Bödmen, abends Milch und parkte sein Auto vor dem Haus. Er blieb
gerne ein bißchen sitzen und wenn es später wurde meinte er, weil er ja die
anderen Auto's zugeparkt hatte: "Soo iatz muas i goo, daß dia gaila Böck
uf ds Gritt chomma". Gemeint hat er die Buben von Josef und Anneliese Heim:
Bernhard, Stefan und Otmar.
"Krömers-Karle" ging zum Beichten und gestand, daß er "fremd
gegangen" sei. Der Pfarrer fragte ihn wie oft er denn das getan habe,
darauf gab Karle die Antwort:
"Ja - bin i gi Biichta choo - odr gi Broogla"?
Und da gab es noch einen "Krömer's - Karle" - nämlich Karl Heim
(1927-1961) in Hirschegg-Nebemwasser, der Gatte von "Haid's-Liesbeth".
Auch er war wegen seiner, sehr oft ganz spontanen Sprüchen ein Original.
Am Sonntag vor der Messe, standen die Mannsbilder oft lange auf dem Kirchplatz.
Einmal ergab es sich, daß ein Motorrad mit Allgäuer Nummer, ein Mann und eine
Frau, herfuhr und stehenblieb. Als der Mann abstieg meinte Karle: "Hoi,
näämed ihr au im Sommr dr Schlitta mit".
Einem Oberstdorfer, es war bekannt dass er einige ledige Kinder hatte, wollte
ein Freund zusprechen und meinte, er soll halt besser "üüfbassa".
Darauf bekam er folgende Antwort: "Wenn as so rockat und zockat im Fiidla
dinn, dann kaa i it üüfhööra, und wenns a ganze Gmuind gäb".
Anna Moosbrugger (1895-1974), die Frau von Urban bewirtete das Cafe in
Hirschegg-Schöntal und dort gab es oft zünftige und gemütliche Runden mit
Einheimischen. Anna war für ihre deftigen Aussprüche auch sehr bekannt. Sie
stammte aus der Oberpfalz und sprach mit den oft "lieben" Gästen auch
diesen Dialekt. So meinte sie unter anderem über Hans Rief, welcher ein
Dächtlmächtl mit der Bedienung hatte, die sehr mager war: "Mei der Hans
is a so a netta Kerl aber i kanns ned begreifn, wia der auf so an Beinahauffn
auffiliegen ka."
Wenn die Stammtischrunden "beim Urban" einfach nicht heimgehen wollten
sagte sie:
"Jetz verschwinds, schauts daß ham kimmts - kimmts bald wiida".
Auf die Frage, ob der oder jener auch immer zahlen könne, oder ob er überhaut
Geld habe meinte Anna einmal: "Dea hat imma a Geld und zahlt mit am Zwanzga,
Fufzga, Siebzga".
Fritz Franz (1925-1989) aus Mittelberg, auch "Höfler Franz" oder
"Kalb vo dr laida Chua" genannt, erzählte von einem Spaziergang,das
Wetter war ziemlich unsicher: "dänn semmr ondrgschtanda - bis gi rägna
cho ischt".
Beim Hirschwirt am Stammtisch saß eine gemütliche Runde und es stank ganz
gewaltig. Da fragte einer seinen Nachbar: "hescht id Hosa gschissa",
worauf dieser antwortete "ja - waromm".
Moosbrugger Heribert (1899-1991), "Heribert ufm Büal" sagte: I bi
afanga scho soo vergässle, du chönntescht mi hüüt verschloo, i däts moora
nömma wissa".
Heribert Moosbrugger machte auch gern "rächte Schbrüüch" und meinte
einmal: "Bi önsch ufm Büal heds a soviil Oomed, miar chönna d Maada
nömma zedda, schi send so dicke ond grooß - ma muaß sche schprängga".
Der "Frächter vo Mittelberg", Albrecht Moosbrugger (1891-1963) ist
einige Stunden lang in einem Gasthaus gesessen. Als er aufstand und schon
ziemlich "gschtäär" war meinte er: "jiatzt ha mr z Füüdla uf
an Huufa zämaghocked."
Gebhard Moosbrugger, "z Frächtersch-Gäbhard", ist auch als
Schilehrer tätig. Einer Gruppe erklärt er wie man diesen oder jenen Schwung
richtig macht. Dann läßt einen Kursler fahren, schaut genau zu und sagt dann:
"wonderbar bischt gfaara, abr total verkeert"!
"Wilhelma-Karle", Karl Josef Fritz (1910-1983) aus Mittelberg, war
auch sehr bekannt für seine Späße und Sprüche. Karle war viele Jahre
Organist in der Pfarrkirche Mittelberg und verstand es, auch mit der Orgel seine
Meinung darzustellen. Als einmal ein Mittelberger Bursche seine Braut zum Altar
führte, die er einem anderen "uusgschpanna hed", spielte er das
Liedchen "Fuchs, du hast die Gans gestohlen". Bei Hochzeiten gehörte
grundsätzlich aus Verdis "Nabucco" der Gefangenchor zum Orgelspiel
und wenn er dem Mesner Karl Wirth, er stammte aus dem Bregenzerwald, mitteilen
wollte, daß man nach der Abendmesse in die "Neue Krone" zum
Stammtisch geht, spielte er "Wia geen bean i a Wäldere".
Am Sonntag, dem 25.11.1973 war für Deutschland ein Fahrverbot für Auto's
angesetzt und auch die Walser haben mitgemacht. Karle hat am Vormittag in der
Kirche die Orgel gespielt und als Ausgangslied dann in Fortissimo "Ja, mir
san mit dem Radl da"!
Kreuzwirts - Buben sprechen das "r" mehr aus der Kehle. Einer von
ihnen sagte einmal:
"Danelabuaba Roos hed a rasede Rääba, i haas gsee wo s Wassr usm Troog
gsuffa hed".
Renate Leitner, geb. Fritz, Frau von Luggi Leitner ging zum Friseur. Als sie
heimkam fragte sie ihren Mann, ob ihm nichts auffalle. Luggi anwortete: "hoi,
bischt ned draakoo".
Aus Aufzeichnungen von Wilhelm Fritz (1918-1995):
Margot Boll (*1940), Tochter von Adalbert Paul, "Jachemlesch-Adelbert"
in Mittelberg-Baad kam in die Schule und fragte den Lehrer: "Chaa n i
hüüt vormittag daheim bliiba, i sött mit dr Mamma zom Schtiar, dr Dätta
ischt ned da"!
Ein alter, kränklicher Mann ist verstorben. Jemand sagte darauf: "es ischt
kein Schada gsee, er hätt ee nömma lang gläbt".
Bei einem Todesfall wird in allen drei Ortschaften die "Schiidig"
geläutet und man muss diese beim Mesner "aasaga". Ein Büblein kam
zum Mesner in Riezlern und sagte: "dr Dätta ischt gschtorba". Der
Mesner meinte darauf:
"so - scho wiidr an Mittelberger verhongeret", worauf das beschlagene
Büblein meinte: "nei - verschnellt"!
Franz Josef (genannt Pepperl) Kessler (1914-1998) aus Hirschegg, Nebenwasser hat
ein bisschen gestottert. Als er in der Wirtschaft Wienerle bestellte, wollte er
Senf dazu und sagte zur Bedienung: "du Fräulein, breng mr no an s- an s-
s- s-" (das Wort Senf brachte er einfach nicht heraus) und dann sagte er
abschließend: "a, lass, i friss sche gad asoo".
Pepperl hatte in seinem Heustall einen Heuaufzug, der einmal kaputt ging.
Ausgerechnet bei dieser Fahrt hing er sich unten an die Heugabel dran und ließ
sich so hinaufbefördern. An der höchsten Stelle aber war Ende der
Gemütlichkeit. Er rief um Hilfe und nach einer längeren Zeit kam dann seine
Frau Marianne in den Heustall. Er sagte zu ihr, sie solle halt Matrazen oder
ähnliches holen, damit er hinunterspringen kann. Es dauerte wiederum,
Pepperl hing sicher schon 10 Minuten oben, dann war es endlich soweit.
Marianne hatte eine weiche Unterlage hergerichtet und Pepperl rief noch:
"s-s- soo, iatzt komm i" - und er sprang.
Z Mittelberger Wiible hed gais: "jamei, dia Welt ischt grooß, schii gaid
gad wiit ubr Oberschtdorf usse".
Ein Mittelberger Gebet: "Gott bewahre und beschütze, den Lukas uf der
Schtütze".
In Mittelberg gehört: An schööna Gruas, vom Chopf bis zum Fuas, vom Fuas bis
zum Buuch, will wiitr is ned dr Bruuch.
Karl Seelenmayer (1902-1983) aus Mittelberg war im Krieg in Norwegen an der
Front.
Über seine Kriegserlebnisse dort oben befragt, sagte er dann: "miar hand
mehr gefroren als gefürchtet".
"Kronawirts-Karle" war eine immer durstige Seele und öfters erwischte
er halt auch zuviel des guten Alkohols. Einige Mittelberger haben ihn einmal aus
der Wirtschaft ins Haus hinter der Neuen Krone heimgetragen. Dort haben sie ihn
aufgebahrt und auch einige Kerzen aufgestellt. Karle ist erwacht, dachte
wahrscheinlich er sei schon im Jenseits und begann zu Beten. "Vater unser
im Himmel, i suuf gwiis nia mee nämmes, geheiligt werde dein Name ...".
Gamswirts - Karle:
Einer aus Mittelberg war in China im Urlaub. Vor der Heimreise ging er in China
an den Bahnhof und wollte eine Fahrkarte lösen. Er sagte zum Chinesen er wolle
nach Europa, doch der wußte nicht, wo das ist. Dann sagte er: nach Deutschland
oder Österreich, Oberstdorf und auch der Name Mittelberg fiel, doch der Beamte
begriff noch immer nicht und meinte, er soll ihm doch den genauen Ort sagen. -
Der antworte dann ganz einfach und sagte, er wolle nach Bödmen. Auf diese
genaue Definition fragte der Chinese dann: ", ja, wollen
Sie nach Inner- oder Außerbödmen"?
Auf die Frage in Bezug auf das Thema Waldsterben sagte Karle: "des giits bi
önsch ned, bi önsch rücka dia Wälder allig mee naa."
Wüstner Rosamunda (1891-1964) aus Mittelberg, "Füchslere" genannt,
war auch für ihre derben, aber spontanen Aussprüche bekannt. Nach einem
Sonntagsgottesdienst bei dem ein Amt gesungen wurde fragte sie Wilhelm Fritz:
"du Wilhelm, sött des schöö gsee see, was dia Beckamaika (Fontain Gerda)
da gsonga hed"?
"d Füchslere", Rosamunda Wüstner, war einige Sömmer Melkerin in der
Alpe Melköde, Hirte war dort "z Löwirts-Aloisle", Alois Elsäßer
(1902-1990). Die Liebe kam und die 30-jährige Rosamunde gebar 1921 die Tochter
Annarosa, Vater war eben der 18-jährige Alois.
Das Ereignis wurde im Volksmund folgend zitiert: "d Füchslere ischt vom
Kleihirt zuachoo".
Mit Gamswirt's-Karle konnte es "d Füchslere" nicht gerade so gut und
sie sagte:
er sei mit gestohlener Geismilch aufgezogen worden.
Gamswirt's-Karle fragte Rosamunda Wüsnter (Füchslere) wieviel ledige Kinder
sie habe.
Sie antwortete ihm auch prompt "I ha zwai - ond wiaviil hescht du uufzooga?"
(Karl Fritz hatte keine Kinder)
Als Gedeon Heim in Mittelberg-Bödmen das Gasthaus "Steinbock" gebaut
hat, hatte er auch einen Hund. Rosmaunda Wüstner sagte: " Dä Gedeon
bruucht dä Hond, daß wenigschtens eina d Schulda frissed."
Anton Schuster (* 1924), "Mühle-Tone" aus Hirschegg kam beim
Kreuzwirt über die Stiege herunter und erhielt von der Kreuzwirtin Sophia
Schuster (1906-1984) eine kräftige Ohrfeige. Er fragte Sophie: "Hescht des
iatzt us Gschbaaß odr im Zoora doo"? Die Kreuzwirtin sagte, es sei aus
Zorn passiert.
Toni meinte: "ischt guat, näämle Gschpaaß ischt des kein gsee".
Josef Hilbrand, Hirschegg-Letze, war einige Winter lang bei der Kanzelwandbahn
angestellt. Ein Arbeitskollege von ihm kam nach seinem freien Tag wieder zum
Dienst und da berichtete ihm Josef, dass ein Besuch da war
und nach ihm gefragt habe. Wer es war, konnte Sepp nicht genau sagen, aber als
es um das Alter des Besuchers ging, meinte er: "jamei, e ischt an jonga
Kerle gsee, so oogfaar i miim Alter"! Sepp war zu der Zeit weit über 60
Jahre alt.
Ein Walser wurde nach dem Unterschied zwischen wunderbar und sonderbar gefragt.
Er antwortete: "dr hailig Elias ischt mit aram füürige Waaga in Hemmel
gfahra, des ischt wonderbar, sondrbar ischt bloos, dass n ned ads Füüdla
brännd hed."
Die alten Walserhäuser waren ja früher nur aus Holz gebaut. So um die
Jahrhundertwende kam dann auch teilweise ein Verputz an der Außenwand in Mode.
Zwei Nachbarn unterhielten sich über dies und der eine meinte, daß so ein Putz
100 Jahre hält. Der andere gab ihm zur Antwort: "Des schtemmt scho, eis
Jahr a dr Wand, ond 99 am Booda".
Bei ganz feierlichen Hochämtern zelebrierten mehrere Geistliche die Messe.
Während dem Gloria und dem Credo saßen dann Priester und Leviten auf den
vorbereiteten Stühlen im Chor. Nach dem Gottesdienst unterhielten sich zwei
alte Walser und der eine meinte: "Gell - so as abghokkeds Hooamt ischt scho
nämmes feschltes - oder"? Er bekam zur Antwort: "Ja scho, abr
wännsch dänn heeglääga wära, dänn wär i ganga".
Eine Walser Geschäftsfrau hatte bei der Spar- und Darlehenskasse Hirschegg das
Konto ziemlich weit überzogen und wurde daraufhin von einem Angestellten
angesprochen. Ihr Kommentar dazu war: "Zuwaas bruuch i as Konto, wännes
ned uberzia därf".
August Duffner, Postwirt in Riezlern, war bekannt für seine lustigen Streiche.
Als in der schlechteren Zeit gleich nach dem Krieg einmal ein Vertreter bei ihm
einkehrte und fragte, ob er Toilettenpapier brauche, sagte
Gustl so ganz nebenbei: ja schick mir halt einen Waggon. Tatsächlich kam dann
auch ein Waggon Toilettenpapier per Bahn nach Oberstdorf. Duffner war dann für
längere Zeit für andere Gasthäuser im Tal der Lieferant für Toilettenpapier.
Fuchseggers-Karle, Karl Müller (1905-1945), war ein bekannt lustiger Mann. Als
er mit ein paar anderen Burschen beim Heuzug war und sie Burden faßten, kam ihm
eine Idee. Er schiss in das Burdenabett und behauptete, er habe seine Uhr
verloren. Seine Kollegen suchten daraufhin, bis einer dann in den
"Haufen" griff.
Beim "Gmeiwärcha" auf der Mittelalpe wurde am Abend richtig gefeiert
und zu später Stunde gings ins Bett. Karle hat mit einer Schnur einen
Bettzipfel angebunden und das andere Ende am Zipfel (Penis) eines
gegenüberliegenden Burschen festgemacht. Dem einen zog er dann wiederholt die
Decke weg . Der
wehrte sich und deckte sich im Schlaf natürlich immer wieder zu, wobei er
natürlich mit seinem Ziehen dem Anderen nicht gerade wohl tat.
Des verlaubelede Mitaagässa.
Daheim beim "Chratter-Schniidr", Familie Rudolf (1875-1942) und
Angelika (1878-1958) Holzer in Riezlern, Mangawies, gab es zum Mittagessen einen
Riebel. Zum Abkühlen stellte die Hausmutter den Riebel samt der schweren Pfanne
vor dem Haus in den Schnee - und dann passierte es! Vom Dach ging ein
Schneerutsch ab und begrub das ganze Mittagessen!
Ob meine Großeltern es gleich ausgegraben habe, weiß ich nicht.
Bei der Vorbereitung zur Erstkommunion im Jahre 2000 unterrichtete Pfarrer
Konrad Natter die Kinder. Er erklärte diesen auch eine richtige Kniebeuge. Als
er fragte wie dies gehe, sagte Alexander Fauland: "Waischt, eifach - wia an
Telemark".
Zwei bekannte Bewohner aus Riezlern-Schwende, waren Max Ernst (1898-1966) und
Hermann Spiegel (1897-1976). Nach dem Besuch der Sonntagsmesse in Riezlern, sind
sie des öfteren länger am Stammtisch geblieben und erst gegen Abend
heimgegangen.
Da ergab es sich, dass sie nach der Schwendigerbrücke, am Schieferrank,
"verfallen" sind. Max lag ziemlich weit unten im Schnee, Hermann war
schon fast wieder auf der Straße heroben. Gerade in dem Moment kam Pfarrer
Ferdinand Österle, er ging zur Messe in die Kapelle in der Schwende. Hermann
ist natürlich erschrocken und sagte zum Pfarrer: "Der Mann da unten hat es
nicht ganz recht". Der Pfarrer hatte die Sache gleich erkannt und meinte
nur: "Ja Hermann - und du auch nicht".
Der Pfarrer fragte einen Walser, der es sich immer gerne recht gut gehen ließ,
ob er in der Fastenzeit auch Opfer bringe. Er bekam zur Antwort: "ja klaar,
i suuf ond friss bis mr dr Buuch wee tuat, ond dänn opfera i d
Schmerza uuf".
Der Gendarm Arthur Luger aus Dornbrin, er war von 1947 bis 1963 im Tal sagte
nach einem schweren Verkehrsunfall: "Der Mann wär tot gsi, wenn er nicht
eine doppelte Hirnschale gehabt hätte".
Der alte Hirschwirt, Fritz Daniel (1880 - 1959), war ein begeisterter und auch
guter Schütze. Wenn er einen guten Schuß abgefeuert hatte, meinte er dann:
"Beigöll, dä Schutz muas mitta im Zäntrum see".
Das "klei Metzgerle", Willam Engelbert (1909 - 1964) aus Hirschegg
erzählte, dass er bei irgendeiner Fahrt am Bodensee war und man fragte ihn, ob
er auch zum Baden gegangen sei. Da gab er zur Anwort: "nei, da ischt scho
ein denna gsee"!
Im Zimmer des Mädchens ging es recht lustig her. Die Mutter ging hinauf und
öffnete die Tür. Da fand sie das Mädchen mit einem Burschen im Bett und
fragte: "ja wia gaids dänn da zua". Das Mädchen lag nackt da, tat
die Füße auseinander und meinte: "so gaids uuf", dann tat sie die
Beine wieder zusammen und sagte: "so gaids zua".
Beim Kronenwirt wurde eingebrochen und einige Sachen gestohlen. Auf die Frage,
ob ihm viel abhanden kam meinte er: "Ja - booda ordele"!
Ein Freund zum anderen: "Chaascht mr ned hondert Mark lia"? Der
antwortet ihm: "nei, i haa sälb bloos föfzg". Darauf der Erste:
"ischt glii, bliibscht mr halt föfzg schudlig"!
Ein großer Sprüchemacher erzählte: "geschtrt bin i im Gäntschlbooda
denna gsee, waischt dött bi dr Wildfüaterig - ond da han i oogfaar 100 Hirsch
gsee". Der Angesprochene antwortet ihm: "Dees giits need, dees ischt
doch verlooga, so viil Hirsch hammr bi önsch henna gar ned". Die Antwort
darauf:
"chaa scho see, dass ned gad so viil gsee send - abr Hirsch giits,
gell"?
Vom Häxa ond Verschweera !
Nach Erzählungen unserer Vorfahren kennen wir doch viele Geschichten über
"besondere Kräfte"
von einigen Leuten. Sie konnten Mensch und Vieh verhexen, zumindest glaubten
viele daran. Nach persönlichen Aussagen haben sie aber auch einige solcher
Zaubereien mit eigenen Augen gesehen.
So gab es:
Metzgersch-Wiible, Philomena Beiser (1876-1947), die Frau von Engelbert
Willam in Hirschegg Nr. 39, war regelrecht als "Hexe" bekannt.
Sie konnte einem Stall die Milch wegnehmen usw.
Meine Großmutter, Angelika Holzer ("Stompers Angelika") erzählte
mir, als
ich ein junger Bub war. Wenn jemand zu einem Mann (den Namen weiß ich nicht)
"Vergelt's Gott" sagte, antwortete dieser stets: "Des Vergelt's
Gott scheich
i dem Ofabooch". Als sein Haus dann später abbrannte, blieb die Ofenbank
unversehrt zurück.
Tischle-rücka
"Samela-Buab" im Bödmen, konnte Besen tanzen lassen
Einige Einheimische hatten oder haben die Gewohnheit und fügten beim Reden
immer wieder gewisse gleiche Worte oder Ausdrücke ein.
So erinnern wir uns an die "Anhängsel" von:
Der alte Hirschwirt (Daniel Fritz): "Beigöll"
Leopold Kessler, "Lebölle" im Dürenboden: "wia gsaid",
"Esl wia gsaid", "ned
war"
Max Drechsel, "Kassamax" in Hirschegg: "so, oder so"
Heinrich Kessler von der Hansahütte in Riezlern: "wa"
Alois Juen, "der Tiroler": "du Sau"
Alois Fritz (Iddabüabler): ich ...
Gerold Vonblon: ich ...
Gustl Drexel: "he du"
Kurt Weirather: "aba, aba - 100 % ig"
Leopold Berchtodl (Milchhändler): "yes, bigott"
Max Berchtold: "äbba"
Daniel Schugg: "schöö, schöö, rased schöö" und dann auch oft:
"servusle"
Karl Kessler (Innerschwende): "übrigens"
Dä, i dr Zwischaziit scho zum alta Chrattr gwordne -
hed ussrdem no gmeind - ond ghöörd:
Hüüt zu Taag gits viil mee Chatza, - wills weniger Schlüssellöcher giit.
Früüer heds i jedr Pfarrei an Jongfraua- ond an Jönglingsbond gää.
Ned dass hüüt derna Lüüt nömma giid, -
dia scheniara sche bloos - ond gäänds ned zua.
Früüer hemma gsaid - es sei as Lömple,
hüüt saibba, er sii gschäftstüchtig.
Wiibr chamma au schöö - suufa.
Es giid nüüd bessrs, as wia nämmes guats zum Ässa.
Zu da Rüazler Kirchachorwiibr hani gsaid: "Iar senged wia Vögele".
Da handsch ds Grendle gschtellt - und i ha gsaid: "Rabba send au
Vögel".
Lääsa chani ned, abr Schriiba, daß du ned lääsa chaascht.
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