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walserisch |
deutsch |
| Wänn d witt, daß drs gleng, luag sälb zum Deng ond tua sälb as Deng. |
Wenn du willst, daß dir etwas gelingt, schau selber zur Sache und mache auch selbst etwas. |
| Mänga suacht an Pfännig ond verbrännd drbii om a Mark Liacht. |
Mancher sucht einen Pfennig und verbrennt dabei um eine Mark Licht. |
| Bessr an Blätz, äs as Looch. |
Besser ist ein Fleck (aufgenähter Stoffflecken) als ein Loch. |
| Ma verwürft kein alta Haafa, vor ma ned waiß, ob dr nüü ds Wasser hebt. |
Man wirft keinen alten Topf weg, bevor man nicht weiß ob der neue das Wasser hält. |
| Dem Brogler sött ma gää dem Chlammser sött ma nää. |
Dem "Sprüchemacher" sollte man geben, dem Geizigen sollte man nehmen. |
| Dem nüüd dür d Händ gaid, dem gaid nüüd dür ds Muul. |
Wer nicht arbeitet hat nichts zu essen. |
| Da gschiida Chatza könna au Müüs vertrenna. | Auch gescheiten Katzen können Mäuse entrinnen. |
| Je elter dr Bock, om so härtr ds Hoora. . | Je älter der Bock um so härter das Horn. |
| Jong Lompa giid gäära alte gsonde Bättler. | Junge Lumpen gibt gerne alte gesunde Bettler. |
| Wer uf Erbba machet, machet uf nüüd. | Wer auf Erbschafft hofft, hofft manchmal auf nichts. |
| Wer sche uf ds Erba verlaad, ischt entwedr z frua odr z schpaat. |
Wer sich auf das Erben verlässt, ist entweder zu früh oder zu spät. |
| Liabr as Ei im Friida, as a Hänna im Chriag. | Lieber ein Ei im Frieden, als eine Henne im Krieg. |
| Guraasche bachet Chüachle. | Wer Mut hat, dem gelingt auch vieles. |
| Muas giid an schtarcha Fuaß. | Mus gibt Kraft. |
| Wer Ooglück hed, dä schtürfled im Gras, falld uf a Rügg ond bricht sche d Nas'. |
Wer Unglück hat, der stolpert im Gras, fällt auf den Rücken und bricht sich die Nas`. |
| Verschprächa mached Halta. | Versprochenes muss eingehalten werden. |
| An Reicha absichtle no mee bereichera, haißt ma dr Mischthuuffa döngga. |
Einen Reichen absichtlich noch mehr bereichern, heißt man einen Misthaufen düngen. |
| An gfroorna Booda döngga hilft so viil wia aram toota Maa zom Ässa gää. |
Auf gefrorenen Boden soll man keinen Mist ausbreiten (hilft so viel wie einem toten Mann zum Essen zu geben). |
| Berghai, as faists Schwii ond as faists Wiib, sött ma niamert vergonna. |
Bergheu, ein fettes Schwein und eine "nicht zu magere" Frau soll man niemand vergönnen. |
| An Erfaarna gaid übr an Gleerta. | Ein Erfahrener steht über dem Gelehrten. |
| Sälb tua, sälb haa. | Selber tun, selber haben. |
| An guata Chromm hed nüüd om. | Ein guter Umweg ist manchmal ein Vorteil. |
| Wänn eina oobedengt hüürata will, dänn muaß er halt mit dena Vöögel flaiga, wo mit eem flaiga. | Wenn einer unbedingt heiraten will, dann muß er eben mit den Vögel fliegen, die mit ihm fliegen. |
| Je öfter as Ein mit verschweera nämmes glaubwürdig macha will, je gwisser is dänn verlooga. | Je öfter einer mit Beschwörungen etwas glaubwürdig machen will, desto gewisser ist es dann erlogen. |
| Wers vornazua rächt machet, dä machets am beschta. | Wer es laufend richtig macht der macht es am Besten. |
| As bitzle Schnaps ond as bitzle Wiiberroth ischt guat; aber vo keim Teil z viil ! |
Ein bisschen Schnaps und ein bisschen Schminke ist gut; aber von keinem zu viel ! |
| Ara frönda Chua sött ma ned so schnäll a Schälla aalegga. | Einem völlig Fremden soll man nicht sofort ganz vertrauen. |
| Ma sött alleg dött chratza. woos ein biißt. | Man sollte immer dort kratzen wo es juckt. |
| As Ei möcht alleg gschiidr see as d Hänna. | "Das Ei möchte immer klüger sein als das Huhn". |
| Ma sött da alta Chatza nia ds Muusa leera wella. | Einer alten Katze sollte man niemals das Mausen lernen wollen. |
| I däät gäära bim Ässa schtoo, wänn i bim Schaffa ligga chönnt. | Ich würde gerne beim Essen stehen, wenn ich beim Arbeiten liegen könnte. |
| Wer viil schwätzt muaß viil wissa, odr huaramäntig laiga chönna. | Wer viel redet muss viel wissen oder übermäßig lügen können. |
| Wämma will an Voogel foo, därf ma ned uf d Schtuuda schloo. | Wenn man einen Vogel fangen will, darf man nicht auf die Stauden schlagen. |
| Je chleiner dr Voogel, om so gröößer ds Gschrei. | Je kleiner der Vogel, um so größer sein Geschrei. |
| Eis Schiit allei giid no keis Chreuz. | Ein Holz allein gibt noch kein Kreuz. |
| Uf aram Schtei, dä droolet, waggst keis Mias. | Auf einem rollenden Stein wächst kein Moos. |
| Wo Geld ischt, hocked dr Teifel, wo keis ischt, send zwee. |
Wo Geld ist, sitzt der Teufel, wo keines ist sind zwei. |
| Am Abed lang hocka, am Morged ned uuf, ischt vo gwissa Lüüt dr Bruuch. |
Am Abend spät ins Bett, am Morgen nicht auf ist gewisser Leute Brauch. |
| Wer uf aram dräckeda Wääg gaid, kriad au dräckede Schua. |
Wer auf einem schmutzigen Weg geht bekommt auch schmutzige Schuhe. |
| Laß dr drwiil ond dua rächt viil. | Lass dir Zeit und mache viel. |
| Ommasuus ischt dr Tood, abr dää choscht ds Lääba. | Umsonst ist der Tod, aber der kostet das Leben. |
| Bessr schlächt gfaara, as guat ganga. | Lieber schlecht gefahren, wie gut gelaufen. |
| Luschtig gläbt ond seelig gschtorba, ischt am Taifl d Rächnig verdorba. |
Wer lustig lebt und selig stirbt, verdirbt dem Teufel die Rechnung. |
| Chöörig ässa hebt Liib ond Seel zääma. | Richtig essen erhält die Gesundheit. |
| As Roos ond a Muus tragga z Jaar uus. | Ein Pferd und eine Maus sind zusammen ein Jahr trächtig. |
| Mängem schpalts mit schiina Plään ganz gwaltig hendr d Escht. |
Manchem will die geplante Arbeit nicht gelingen. |
| Mängem triffts viil grooß Bröcha zschlücka, oone biißa. |
Manchen trifft es großes nicht vorhersehbares Leid zu ertragen. |
| Mängem lönd d Reeda naa, wia an roggena Koch. | Auch große Sprüchemacher irren sich. |
| Hitzeg ischt ned witzig. | Jähzorn ist nicht gut. |
| Stränge Rächnig, guate Fröndschaft. | Strenge Rechnung, gute Freunde. |
| D Schulda erhalta dr Maa i dr Demuat. | Schulden machen kleinlaut. |
| Er laad sche uuf, wia an Goggeler. | Angeber. |
| Dermentell ond Bibernäll nemmt da Buaba ds Schiißa schnäll. | Blutwurz und Bibernell sind gut gegen Durchfall. |