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Widdersteinlauf 2003
(27.09.2003)

Widdersteinlauf 2003. Wie jedes Jahr eine Herausforderung. Ich stehe um 7 Uhr auf. War zwar schon eine Weile wach und habe nur auf das Abgehen des Weckers gewartet. Ich wollte aber nicht aufstehen, denn was soll ich so lange in der Früh machen. Der erste Blick wie üblich aus dem Fenster. Bedeckt, aber trocken. Sieht schon mal nicht schlecht aus. Dann war erst mal gemütlich frühstücken angesagt. Heute war ich in der Früh irgendwie nervös.

Um 8 Uhr schau ich mal ein wenig raus. Ich höre einen Hirsch in bester Brunftmanier gar nicht weit weg röhren. Der war im Gemstelboden, höchstens um die 300 Meter entfernt. Dann treffe ich Susi, Daniela und Andrea. Sie gehen ein Stück hoch um uns anzufeuern. Der Tag beginnt auf jeden Fall schon mal sehr gut.

Ich wärme mich ein wenig auf und stelle fest dass ich bei den Dehnübungen ziemlich „gschtäär“ (auf deutsch vielleicht ungelenkig oder so ähnlich) bin. Wird hoffentlich an der frühen Uhrzeit liegt. Dann begebe ich mich langsam an den Startplatz im 2 km entfernten Baad. Da wumselt es schon von Läufern und man trifft natürlich einige bekannte Gesichter. Gemütlich geht es zum Startnummern holen. Dieses Jahr laufe ich mit meinem Arbeitskollegen „Pille“ im Team. Wir haben schon die anderen zwei Bewerbe der IPEK- Mountain-Serie bestritten und hofften vielleicht noch ein paar Punkte zu ergattern. Alwin hat dieses mal ein Team mit Erich Pühringer. Wir stellen fest, dass sich heute ziemlich viele sehr gute Läufer an den Start begeben werden. Nach dem Startnummern holen geht es an das übliche Aufwärmen.

Um neun Uhr ist der Startschuss und ich habe mich wie üblich neben Alwin platziert. Der legt gleich ein Tempo vor, dass mir halb schwindlig wird. Ich habe wirklich Mühe an ihm dran zu bleiben. Vor der Gemstelbodenbrücke hat er dann so zwei, drei Meter Vorsprung. Ich hoffe schon auf den ersten Anstieg, der in den Gemstelboden führt, weil sonst habe ich überhaupt keine Chance. An der Gemstelbodenbrücke steht dann der erste Fanclub. Meine Familie, Hausgäste ..... . Mein älterer Bruder schaut mich schon recht kritisch an und gibt wie üblich lautstark kund, dass man kämpfen muss. Das war in seiner aktiven Zeit etwas das er bis zum Umfallen beherrschte. Brav wie ich bin, gehorchte ich natürlich meinem Bruderherz und lief an dem kleinen Anstieg wieder an Alwin ran. Ins Gemstel war dann ich an der Reihe und versuchte ein wenig Tempo zu machen. Trotzdem musste ich wieder entdecken, dass uns Rosi Kremser überholt. Sogar schon früher wie vor zwei Jahren. Ich glaub sie will mich ins Gemstel rein immer etwas ärgern (oder Rosi??). Der einzige Unterschied war dass sie uns dieses mal nicht davon lief und wir eigentlich mehr oder weniger miteinander liefen. Bei Bernhard`s Gemstel kam dann der nächste Fanclub, angeführt von meinem jüngeren Bruder. Hier wurden wir gleich mit Glocken und „Bommera“ angefeuert. Eigentlich konnte ich schon da nicht mehr, weil mir das Anfangstempo einfach zu hoch war. Wie soll das nur gut gehen? Ich überlegte mir trotzdem schon mal wo ich im Steilen einen Angriff starten sollte. Gleich nach der Hintergemstelhütte, oder erst später nach der Bachdurchquerung. Noch war ich etwas unschlüssig. Nach der Hintergemstelhütte ließ ich erst mal Alwin vor, bekam aber dann doch den Rappel und zog das Tempo voll an. Volles Risiko und ich gab echt ziemlich viel. Leider merkte ich dass es mir heute im Stieg nicht ganz so leicht von der Hand ging. Bereits im „Klammera-Tobel“ war es eigentlich gelaufen und ich wollte Alwin vorlassen, der wollte nicht mal. War vielleicht doch ziemlich hoch das Tempo, aber ich war fertig. Irgendwann hat er sich dann doch erbarmt und ist vorgegangen, aber ich hatte keine Kraft mehr zu folgen. Außerdem habe ich da ein wenig die Orientierung verloren, da zwei Läufer gleich hinter ihm herzogen. Da stand ich dann etwas neben der Kappe. Von da gab es eigentlich nur mehr irgendwie ins Ziel kommen.

Nach der Bachdurchquerung hatte ich mich dann doch wieder so weit erholt, dass ich mich noch mal ein wenig aufraffte und versuchte Boden gut zu machen. Leider kam ich nicht viel an Alwin und die zwei Läufer die mit ihm liefen näher. Bei der Obergemstelhütte war ich schon wieder ziemlich fertig. Dort standen aber zum Glück Susi, Daniela und Andrea, die mich dann ziemlich aufbauten. Danach bin ich dann ziemlich viel gegangen und Rosi die einige Meter hinter mir lief konnte ich irgendwie auch nicht abschütteln. Wie soll dieser Lauf nur ausgehen, wenn ich mir bei meinen Lieblingsabschnitten und vermeintlichen Stärken so schwer tu. Alles ging heute schwer. Ich redete mir ein, dass ich nur irgendwie noch zum Gemstelpass hoch kommen muss und dann es heute eben mal abwärts krachen lasse.

Vor der kleinen Bachquerung, bevor es auf die Serpentinen vor dem Gemstelpass geht drehe ich mich mal kurz um und bin ziemlich irritiert. Rosi hatte ich ja die ganze Zeit gesehen, aber dann sah ich auch noch Pille, den ich eigentlich weit vor mir gerechnet habe und unseren Herrn Pfarrer. Verdammt, jetzt muss ich wirklich etwas tun. Sie waren zwar schon noch ein gutes Stück hinter mir, aber so ein Vorsprung ist auch schnell verloren. Vor allem schätzte ich Pille auf dem Teilstück vom Gemstelpass zum Hochalppass als sehr schnell ein. Eigentlich war Alwin auch noch nicht so weit vor mir. Wobei in diesem Teilabschnitt die Perspektive immer ein wenig täuscht. Ich schaffte es dann doch noch einigermaßen auf den Gemstelpass und hatte wie wir später feststellten so 2 Minuten Rückstand auf Alwin. Diese Zeit hätte ich als Vorsprung gebraucht, aber heute war er auch im Anstieg zu stark für mich. Ich war nur froh dass ich hoch gekommen bin und versuchte oben das Tempo wieder anzuziehen.

Ich glaube dass es mir dann auch ganz gut gelungen ist, denn ich sah bald Rosi, Pille und die anderen nicht mehr. Ich drehte mich aber auch gar nicht erst um. Konzentrierte mich nur noch nach vorne. Ich muss heute wenigstens abwärts gut laufen. Nach der Widdersteinhütte überholte ich einen, der sich gerade am Übergeben war. Hat nicht gerade gut ausgeschaut. In dem kleinen Tobel, wo es ein paar kleine Serpentinen runter geht habe ich dann fast einen umgelaufen, weil ich zu blöd war dran vorbei zu kommen, bzw. mir zu spät eingefallen ist dass ich ja etwas sagen könnte. Die hatten beim Abwärts laufen das Problem, das normalerweise ich immer habe. Ich habe schon bei diesem kurzen Stück abwärts gemerkt, dass ich heute genug Mut habe zum es Krachen lassen. Der Anstieg auf den Seekopf war dann noch mal ziemlich mühsam, dann begann die „Talfahrt“. Etwas stutzig machte mich dann, dass zwei Läufer vor mir nicht zur Hochalphütte abbogen, da es am Vortag noch geheißen hat, dass man dort vorbei laufen muss und da jemand steht. Der andere Weg ist nämlich ca. 30 Sekunden schneller. Also bog ich dann doch zur Hütte ab und die hinter mir folgten auch diesem Weg. War ja auch so ausgesteckt. Man hat von oben auch jemand an der Hochalphütte sitzen gesehen und nicht nur ich habe mich dann geärgert, dass das gar keine Kontrolle war, sondern nur ein Tourengeher. Geärgert habe ich mich und auch einige andere, weil eben einige den geraden Weg genommen haben.

Vor lauter Ärger bekam ich dann vermutlich auch noch Seitenstechen und das wo ich doch jetzt Gas geben wollte. Irgendwie verging es dann aber doch wieder und von der Hochalphütte ging es dann ziemlich im Flug abwärts. Einmal saß ich zwar fast auf dem Hosenboden, aber es lief einfach. Ich überholte sogar ein paar Läufer. War aber vermutlich weil ich den Weg besser gekannt habe. Hat mich aber trotzdem ziemlich aufgebaut. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich irgendwann einmal so gut abwärts gelaufen bin. Das obwohl es alles andere wie gut zu laufen war. Es war am heutigen Tag sehr rutschig. Bis zur Mittelalpe kam ich dann auch einwandfrei und den nächsten Teil abwärts bin ich dann doch ein paar mal ein paar Meter dahin geschlittert. Da war ich ein paar mal am Fluchen und die Tourengeher die gerade aufwärts kamen, haben mich wohl ein bisschen entgeistert angeschaut. Was die zwei dachten, die hinter mir herliefen, weiß ich allerdings nicht. Ich glaube die waren recht froh dass sie hinter mir herlaufen durften, da ich vermutlich meistens den kürzesten Weg getroffen habe.

Vor der Bärgunthütte, wo es wieder eben wird überstand ich auch die Stelle wo ich irgendwie meistens stürfle, obwohl es da gar keinen Grund zum Stürfeln gibt. Das einzige Pech war, dass ich da schon keine Kraft mehr hatte. Oh, oh, das Bärgunt ist so eeeeewig lang. Bei der Bärgunthütte wurden wir dann auch noch mal mit Glocken und „Bommera“ vorwärts getrieben. Die zwei die sich in meinem Windschatten eingenistet haben, lösten sich dann mal aus diesem und gaben ihre Hinteransicht zum Besten. Musste ich mir gar nicht so lange ansehen, da ich total platt war. Ich gab aber natürlich schon noch mein bestes, schließlich wollte ich ja noch vor Pille ins Ziel kommen. Ich sah mich um, konnte aber zum Glück niemand entdecken. Jetzt hieß es nur noch sich von Anhaltspunkt zu Anhaltspunkt vortasten. Sonst wäre ich wohl nie in Baad angekommen. Zum Glück kenne ich das Tal gut genug, so dass ich genug Anhaltspunkte in wenigen Abständen finden konnte. Total am Ende kam ich dann mit einer Zeit von 1 Stunde 38 Minuten und 2 Sekunden in Baad im Ziel an. Persönliche Bestzeit. 17. Rang in der Klasse M30 (1964-1973). Im Team mit „Pille“ (Flori Felder) 13. Rang. Eigentlich gar nicht so schlecht die Zeit, aber irgendwie freute ich mich trotzdem nicht so richtig, da der ganze Lauf ein Kampf war. Außerdem war vor zwei Wochen das Training auf Zeit, trotz Sturz und Krämpfen nicht besonders viel langsamer. Ich glaube es lag heute am verdammt hohen Anfangstempo und dazu war vom Gefühl her heute nicht mein allerbester Tag.

Die Bestzeit bei den Herren schaffte Thomas Langer, mit 1:19:17 und bei den Damen Gerti Ott mit 1:42:04. Von den Walser Läufern gab es dieses Jahr hervorragende Zeiten. Vor allem Seppi Neuhauser hat mit 1:20:42 eine Wahnsinns Zeit gelaufen. Aber auch Gerhard Weißenbach, Sebastian Felder, Daniel Benauer, Stefan Schächer und Alwin Moosbrugger haben fantastische Zeiten. Wie üblich gibt es hier ein Walser Auflistung. Hoffe ich habe niemand vergessen.

Bei der iPEK-Mountain-Serie konnte ich mit „Pille“ den 3. Rang erreichen.

Die offiziellen Ergebnislisten findet man auf der Homepage vom Widdersteinlauf:  Ergebnislisten

Bericht bei www.kleinwalsertal.com

Walser-Wertung (keine offizielle Wertung, Sonderwertung von mir; in Klammer die Zeiten aus den Vorjahren, 2002 / 2001)

Seppi Neuhauser Tri-Team Kleinwalsertal 1:20:42,082 (1:30:15,67 / 1:23:37,573)
Gerhard Weißenbach Tri-Team Kleinwalsertal 1:28:42,333 ( - / 1:27:43,359)
Daniel Benauer Tri-Team Kleinwalsertal 1:30:43,193 (1:46:57,46 / 1:31:56,969)
Sebastian Felder Hirschegg 1:31:40,312 (1:43:07,74 / - )
Stefan Schächer Tri-Team Kleinwalsertal 1:31:57,667 ( - / - )
Alwin Moosbrugger Tri-Team Kleinwalsertal 1:33:42,756 (1:38:54,02 / 1:36:40,198)
Stefan Heim Tri-Team Kleinwalsertal 1:38:02,150 (1:40:04,36 / 1:39:51,140)
Flori Felder ("Pille") Tri-Team Kleinwalsertal 1:38:45,411 ( - / - )
Seppi Mennel Tri-Team Kleinwalsertal 1:41:06,488 (1:38:53,57 / 1:31:56,969)
Josef Walter (Pfarrer von Mittelberg) Mittelberg 1:44:06,087 ( - / 1:55:44,127)
Gisi Hilbrand Feuerwehr Mittelberg 1:48:01,179 ( - / 1:56:31,926)
Joachim Paul Käsestadel 1:49:38,156 ( - / - )
Erich Pühringer Tri-Team Kleinwalsertal  1:51:10,880 ( - / - )
Patrick Schuster SC Tiefenbach 1:57:44,997 ( - / - )
Johann Kessler Tri-Team Kleinwalsertal 1:58:46,671 (1:58:46,54 / 2:10:52,00)
Hubert Wüstner Tri-Team Kleinwalsertal 2:00:40,069 ( - / 2:04:09,333)
Angelika Pühringer Tri-Team Kleinwalsertal 2:00:43,055 (2:03:45,67 / - )
Thomas Meusburger Feuerwehr Mittelberg 2:02:15,203 ( - / 2:02:19,303)
Markus Dodier Tri-Team Kleinwalsertal 2:07:43,066 (2:28:22,54 / - )
Marion Kessler Tri-Team Kleinwalsertal 2:11:05,924 (2:16:57,46 / - )
Susanne Zweng Tri-Team Kleinwalsertal 2:26:01,822 ( - / - )
Manfred Baral (heute als Mitläufer von Jeff Drost aus New Jersey, USA Tri-Team Kleinwalsertal 2:28:59,065 (2:00:51,19 / - )

 

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