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Widdersteinlauf 29.09.2001

Um 6.30 Uhr ging es heute bereits aus den Federn. Der erste Blick galt heute dem Wetter und es war zwar ziemlich kalt, aber es kündigt sich ein schöner Tag an. Die zweite Sorge waren die schweren Beine, die mir in den vergangenen Tagen etwas Kopfweh für den heutigen Lauf bereitet haben. Heute spüre ich zum Glück nichts mehr davon. Zwei positive Sachen gleich in der Früh, da kann fast nichts mehr schief gehen. Für das Frühstück lasse ich mir heute viel Zeit. Danach wärme ich mich bereits zu Hause ein wenig auf. Kurz vor acht Uhr fahre ich dann die 2 km nach Baad.
Dort angekommen treffe ich gleich mal Thomas Langer, Rosi und Erich Kremser, die mit mir im März in Norwegen am Langlaufen waren. Nach einer kurzen Begrüßung bereite ich mich mit meinem Team-Kollegen Alwin Moosbrugger auf den Lauf vor. Bei der Team-Wertung wird die langsamere Zeit zur Wertung herangezogen. Alwin und ich haben ausgemacht, dass jeder sein eigenes Tempo lauft und wir nicht aufeinander warten. Schließlich wollen wir wissen, was für eine Zeit am heutigen Tag drin ist.
Pünktlich um 8.30 Uhr erfolgt der Startschuss. Zunächst geht es der Straße entlang bis zur Lawinengalerie. Ich entscheide mich dafür nicht allzu schnell zu starten, auch wenn es mich schon ein wenig gereizt hätte am Anfang ein wenig weiter vorne mitzulaufen. Bei der Lawinengalerie ging es dann rechts auf den Breitachweg bis zur Gemstelbodenbrücke, dort hinauf in den Gemstelboden. Dort verschärfen Alwin und ich bereits ein wenig das Tempo, aber immer noch eher nicht so schnell. Auf der rechten Seite ging es dann in Richtung Gemstel und dort habe ich nochmals ein wenig das Tempo verschärft. Da waren wir ungefähr eine Gruppe von fünf oder sechs Mann und ich vorne weg. Blöderweise bin ich mir selbst wieder mal über die Schuh "gestürfelt" und habe dabei meinen Schuhbendel ein wenig geöffnet. Zum Glück habe ich ihn dreimal geknotet, so dass ich ihn nur ein wenig an der Seite hineinsteckte, damit ich nicht noch mal drauf stehe. Im Lager auf Bernhard`s Gemstelhütte kommt plötzlich Rosi Kremser von hinten und überholt mich und die Gruppe. Das wollte ich mir nicht gerade bieten lassen und bin das Tempo mitgegangen. Da der Rest von meiner Gruppe aber nicht mitmachen wollte und mir das Tempo dann doch noch ein wenig zu hoch war, ließ ich mich wieder in die Gruppe zurückfallen. Vorbei ging es an der Bernhard`s Gemstelhütte und ich bekam noch mit wie mein Bruder aus der Hüttentür herausplärrte und mich anfeuerte. Bei der Hintergemstelhütte war dann die erste Verpflegungsstation. Sicherheitshalber habe ich mir mal den Mund gespült und dann übernahm Alwin das Kommando und wir verschärften sofort im Anstieg das Tempo. Der Rest von der Gruppe hatte wohl keine Lust das Tempo mitzugehen, weil uns keiner folgte. Bis auf`s Obergemstel spielte unsere Streckenkenntnis sicher auch eine große Rolle, weil wir einige Stellen einfach viel geschickter anliefen wie die meisten und uns dadurch jede Menge Kraft sparen konnten.
Rosi die bis dahin noch die schnellste Frau war, holten wir auch gleich mal im ersten Teil ein. Auf jeden Fall haben wir dort im Anstieg ziemlich viele Läufer eingeholt.
Bei der Obergemstelhütte war die nächste Verpflegungsstation und dort hatte ich leider ein Problem beim Trinken, weil ich mich verschluckt habe. Eigentlich wollte ich da schauen, dass ich von Alwin wegkomme, da das meine einzige Chance ist um schneller wie er zu sein. Wenn er oben noch dabei ist war es mir klar, dass es schwierig sein wird ihn abwärts zu halten. Aber der hatte heute wohl einen Bombentag weil ein schnelleres Tempo wäre bei mir auch nicht drin gewesen. Weiterhin machten wir Plätze gut. Auf dem Gemstelpass waren wir bereits mit einer niedrigen 56 Minuten Zeit. Da war uns klar dass wir für unsere Verhältnisse eine Bombenzeit hinlegen würden.
Bei der Widdersteinhütte gab es dann die nächste Verpflegungsstation und leider hatte ich da gerade eine Schwächephase und musste Alwin ein wenig ziehen lassen. Bis hinüber zum Hochalppass habe ich dann zwar nicht so viel verloren, aber als es dann abwärts ging sah ich nur noch Alwins weiße blitzende Schuhe im "Gamssprung" *gg* hinunterrollen. Das war genau das was ich befürchtet habe, da konnte ich nicht mithalten. Abwärts laufen ist eine brutale Überwindung, vor allem wenn man es gnadenlos laufen lässt. Das war noch nie meine Stärke, aber ich habe mein möglichstes gegeben. Leider habe ich da wieder 4 oder 5 Plätze verloren.
Auf jeden Fall war ich heil froh ohne Sturz wieder auf halbwegs ebenen Boden zu kommen. Als ich da unten kurz vor der Bärgunthütte war habe ich mehr oder weniger nur mehr Vollgas gegeben. Was einen richtig motivierte war die Zeit. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar dass ich unter der vorgegebenen Zeit von 1 Stunde 45 Minuten liegen werde. Aber trotzdem ist das Bärgunt so elendig lang. Man glaubt dass man jetzt bald im Ziel ist und das Tal nimmt und nimmt einfach kein Ende.
Vielleicht 1 km vor dem Ziel standen dann auch noch ein paar von meinen Arbeitskollegen herum. Denen wollte ich natürlich auch nicht zeigen, dass ich eigentlich schon auf dem Zahnfleisch daher komme und versuchte das Tempo so hoch wie möglich zu halten. Dann war es endlich so weit und ich konnte die Brücke sehen wo ich wusste es sind nur noch ein paar Meter bis ins Ziel. Im Zielgelände wurde richtig Stimmung gemacht und das war ein sehr positiver Eindruck beim Zieleinlauf.
1 Stunde 39 Minuten 51,14 Sekunden habe ich für die 15 km und knapp 900 Meter reiner Anstieg gebraucht. Alwin hat es abwärts verdammt schnell laufen lassen. Seine Zeit ist 1 Stunde 36 Minuten 40,198 Sekunden. In der Teamwertung erreichten wir damit den 7. Rang und wir waren sehr mit unserer Leistung zufrieden.

Die schnellste Zeit am heutigen Tag legte Thomas Langer hin. Mit einer fast unvorstellbaren Zeit von 1 Stunde 17 Minuten 51,431 Sekunden siegte er knapp vor Helmut Schießel (1:17:57,794). Danach kam eine ganze Weile nichts. Der schnellste Walser war mit der 4.  Zeit Seppi Neuhauser vom Tri-Team Kleinwalsertal (1:23:37,573).

Der Lauf wurde hervorragend vom Tri-Team Kleinwalsertal organisiert. Es hat wirklich alles "drumherum" gepasst und das Wetter hat auch ideal mitgespielt. Allgemein wurde der Lauf viel schneller als man erwartet hat. Auf jeden Fall hat mir der Wettkampf trotz der "Schinterei" *gg* Spaß gemacht. Näheres vom Wettkampf kann man auf der offiziellen Homepage www.widdersteinlauf.de erfahren.

Die Zeiten von den Walser Läufern:

Seppi Neuhauser Tri-Team Kleinwalsertal 1:23:37.573
Gerhard Weißenbach Tri-Team Kleinwalsertal 1:27:43.359
Heiko Moosbrugger Mittelberg 1:30:37.564
Daniel Benauer Tri-Team Kleinwalsertal 1:31:56.969
Josef Mennel Tri-Team Kleinwalsertal 1:31:56.969
Max Keßler SV Casino Kleinwalsertal 1:34:09.677
Holger Brückler SV Casino Kleinwalsertal 1:35:21.275
Alwin Moosbrugger SV Casino Kleinwalsertal 1:36:40.198
Stefan Heim SV Casino Kleinwalsertal 1:39:51.140
Stefan Rief Mittelberg 1:40:45.310
Toni Sättele Lärchenhof 1:40:52.346
Frank Grigoleit Simmerle-Team 1:45:18.546
Martin Riezler SV Casino Kleinwalsertal 1:45:40.848
Mathias Riezler SV Casino Kleinwalsertal 1:45:41.346
Jürgen Blenke SV Casino Kleinwalsertal 1:52:55.187
Ulf Maier SV Casino Kleinwalsertal 1:52:55.690
Bernhard Simmerle Simmerle-Team 1:53:28.085
Josef Walter (Pfarrer) mit Bundschuhen gelaufen !!! 1:55:44.127
Christian "Gisi" Hilbrand SV Casino Kleinwalsertal 1:56:31.926
Seraphin Sättele Lärchenhof 1:56:59.208
Michaela Hilbrand SV Casino Kleinwalsertal 1:58:46.677
Joachim Metzger Duo Rammelsocken 2:01:06.886
Thomas Meusburger SV Casino Kleinwalsertal 2:02:19.303
Thomas Uth Telemark-Team Kleinwalsertal 2:04:04.389
Mario Steixner Telemark-Team Kleinwalsertal 2:04:04.949
Arndt Oelkers Tri-Team Kleinwalsertal 2:04:08.683
Hubert Wüstner Tri-Team Kleinwalsertal 2:04:09.333
Johann Kessler Duo Rammelsocken 2:10:52.005
Monika Fischer Flying Sister 2:11:30.878
Tanja Ritsch Tri-Team Kleinwalsertal 2:14:21.589
Daniel Pühringer Tri-Team Kleinwalsertal 2:14:22.090
Andreas Huber SV Casino Kleinwalsertal 2:29:39.564 (mit Knieproblemen)
Britta Maier   2:36:39.544