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Inferno Halbmarathon 17.08.2002
(21,097 km, 2.175 Höhenmeter)

Die Vorgeschichte zu diesem Lauf begann eigentlich mit dem 30. Geburtstag von meinem Freund und Trainingspartner Alwin Moosbrugger. Uns ist nichts besseres eingefallen wie ihm ein Wochenende für einen Berglauf in der Schweiz zu schenken. Ich wusste natürlich nichts besseres zu tun und versprach dass ich mitgehen werde. Was macht der gute Knabe er sucht sich natürlich einen der strengeren Bergläufe aus. Die Wahl fiel auf den Inferno-Halbmarathon. Von Lauterbrunnen (795m) geht es nach Mürren (1.640m) und weiter auf das Schilthorn (2.970m). Das Höhenprofil kann man sich auf dem folgenden Link anschauen: Höhenprofil Inferno Halbmarathon  

Am 16.08.2002 fuhren wir dann mit einer Abordnung des TriTeam Kleinwalsertal in die Schweiz. Die Fahrt ging zunächst nach Thun am Thuner See. Dort trafen wir uns mit Seppi und Edith Neuhauser. In Thun ist der Start des Inferno Triathlon an dem Seppi Neuhauser teilnahm.
Strecke: Schwimmen - Thun - Oberhofen - Distanz 3.1 km
Road Bike: Oberhofen (562 Meter über Meer) - Sigriswil (810) - Beatenberg (1153) - Interlaken (563) - Meiringen (593) - Grosse Scheidegg (1962) - Grindelwald (1034) - Distanz 86 km, Steigung 2145 m.
Mountain Bike: Grindelwald (1034) - Kleine Scheidegg (2061) - Wengen (1275) - Lauterbrunnen (795) - Stechelberg (862) - Distanz 31 km, Steigung 1180 m.
Berglauf: Stechelberg (862) - Lauterbrunnen (795) - Mürren (1640) - Schilthorn (2970) -Distanz 25 km, Steigung 2175 m.

In Thun gingen wir am Abend noch zum Essen und Alwin und ich übernachteten dort in einem Hotel. Der Rest der Mannschaft, Daniel Benauer, Angelika u. Erich Pühringer, Seppi und Edith Neuhauser übernachteten im Auto bzw. im Zelt.

Am nächsten Tag fuhren wir noch ca. eine halbe Stunde nach Lauterbrunnen. Seppi war bereits um 6.30 Uhr auf die Schwimmstrecke gegangen. Alwin und ich mussten uns noch anmelden und dann begannen die üblichen Startvorbereitungen. Vorgenommen habe ich mir persönlich eigentlich nur halbwegs ordentlich ins Ziel kommen. So einen verrückten Berglauf hattee ich ja davor noch nie gemacht.
Um 10.15 Uhr war dann endlich der Start. Vom Campingplatz in Lauterbrunnen mussten wir zunächst ein wenig talauswärts, bis wir nach vielleicht knapp einem Kilometer links abbiegen mussten und der Anstieg begann. Wir wählten ein sehr gemächliches Anfangstempo. Die Sonne meinte es auch sehr gut und brannte uns ordentlich auf die Birne. Irgendwo im Ort feuerte uns ziemlich lautstark eine "Guggamusik" an. Sie waren als Teufel verkleidet und machten ordentlich Krawall. Nach ca. 2 km kam der erste Verpflegungsstand und wir bedienten uns von Anfang an ordentlich. Die ersten Kilometer ging es relativ gleich angenehm ansteigend bergauf und wir bemühten uns ein gleichmäßiges Tempo zu laufen. Nach ein paar Kilometern, es dürfte so nach 6 km sein, geht es dann mal ein gutes Stück steiler bergauf und man musste zum Teil gehen. Ich fühlte mich sehr gut und Alwin hatte große Mühe dran zu bleiben, aber er biss sich fest. 
Von km 7 oder 8 weg ging es dann ziemlich flach und wir hatten einen herrlichen Ausblick auf die Eiger-Nordwand, den Eiger-Gipfel, den Mönch und die Jungfrau, die berühmtesten Gipfel im Berner Oberland. Auf der Ebene hatte ich etwas Probleme mit der Hüfte, aber es war nicht weiter schlimm. Dann ging es durch den Ort Mürren und dort wurde jeder Läufer von einem Ansager angekündigt. Er meinte: "Die kommen von Mittelberg, einem mittleren Berg, das ist nicht ganz so hoch wie das Schilthorn. Wir mussten ein Handzeichen geben, damit man wusste wer die Mittelberger sind. Nach Mürren ging dann die Strecke erst richtig los und wir mussten bald mal gehen, weil es so steil wurde. 
An der Höhenlücke (1.900m) bei ca. 14,5 km merke ich dass sich eventuell ein Krampf bilden könnte, ich versuche aber trotzdem an Alwin dran zu bleiben. Bei ca. 15 km, im Kanonenrohr ist es dann so weit und der erste Krampf belästigt mein Vorwärtskommen. Ich muss Alwin ziehen lassen und es stinkt mir schon, weil ich "atmungsmäßig" überhaupt keine Probleme habe und ich mir auch einbilde, dass ich auch noch genügend Kraftreserven habe. O.K. denke ich mir gehe ich halt etwas gemütlicher durch das Kanonenrohr und dann geht es vielleicht wieder halbwegs und das flachere Stück ab der Schilthornhütte kann ich dann vielleicht doch noch laufen. Bis zur Schilthornhütte komme ich dann auch noch halbwegs, zwar mit abwechselnden Krämpfen in den Oberschenkeln, aber ich muss wenigstens nicht länger stehen bleiben. Massiere mir immer während dem Gehen die Schenkel. Bei der Schilthornhütte denke ich mir noch, jetzt probier mal ob man wieder Laufen kann. Ist nichts zu machen, es meldet sich andauernd irgendwo ein Krampf. Es ist noch ein Schweizer, mit dem wechsle ich mich mit den Krampfphasen ab. Die ewig lange flachere Etappe muss ich gehen und da überholen mich schon die ganze Zeit viele andere Läufer. Sehr motivierend. Ich glaube es war dann kurz vor 19 km da war dann im rechten Oberschenkel oder war es im Waden, da war es dann so hart dass ich ich nicht mehr laufen konnte. 
Da stehst du da und versuchst die Verhärtung wieder los zu bringen. Ein netter Läufer hat mir noch was zum Essen angeboten. Es ist echt ein beschissenes Gefühl. Ich war überhaupt nicht ausgelaugt und konnte nicht weiterlaufen. Irgendwann kam dann Erich Pühringer und hat mir noch angeboten, dass er mit mir mit läuft. So ein Angebot kann ich nicht annehmen, schließlich soll er sein eigenes Ergebnis einfahren. War im ersten Moment nicht gerade besonders motivierend, als ich ihn gesehen habe, obwohl ich schon damit gerechnet habe, dass er bald mal auftauchen müsste. Dann habe ich mich irgendwann mal weiter gequält. Beim letzten Verpflegungsstand, ich glaube es ist an der Schilthorntraverse (2.620 m) und kurz vor 20 km sah ich wie einer bei einem Sanitäter war und sich mit einer Creme oder Salbe massieren ließ. Das machte ich auch und das war dann wohl meine Rettung. Ich bin dann zwar mehr oder weniger den letzten Kilometer und die über 300 Höhenmeter gekrochen aber immerhin bin ich noch ins Ziel gekommen. Nach 3 Stunden 39 Minuten 28,1 Sekunden war ich dann endlich auch mal oben auf dem Gipfel. Ich war ziemlich "massig" und sehr enttäuscht. Das Rennen ist mir voll in die Hose gegangen. Ich habe mir zwar nichts spezielles vorgenommen, doch außer den Krämpfen habe ich mich immer gut gefühlt. Vor allem konditionell fühlte ich mich sehr gut. Beim Kriechtempo am Schluss ist es natürlich kein Wunder, aber auch bis zum ersten Krampf gab es nie Probleme und es war nicht schwer die "Schweinehunde" zu überwinden.
Man gibt ja immer der mangelnden Verpflegung bei Krampfproblemen die Schuld. Ich kann mich allerdings noch nie daran erinnern, dass ich mich jemals vor und während dem Wettkampf so gut verpflegt habe. Es war auf jeden Fall nicht mein Tag. Vertragen habe ich wahrscheinlich die Umstellung vom Laufen zum Gehen nicht so besonders. Ausgerechnet das was mir sonst nie Probleme macht. Vielleicht hätte ich auch 2 Tage vorher nicht zum Blut spenden gehen sollen. Werde das Problem aber mal mit dem Doktore besprechen. 
Habe nämlich kein Bock auf 3-4 km fast 40 Minuten Zeit liegen zu lassen. Den Wettkampf muss ich jetzt abhaken und es gibt neue Ziele, die vielleicht besser verwirklicht werden.

Der Rest unserer Gruppe machte seine Sache wie ich meine sehr gut. Herbert Gabriel, der für das TriTeam Kleinwalsertal startet war mit 2:45.14,0 der Schnellste der Walser Truppe. Daniel Benauer kam mit der Zeit von 2:50.34,5 ins Ziel und erreichte bei den Junioren einen hervorragenden 3. Rang. Alwin Moosbrugger  3:03.31,6 Sekunden und Erich Pühringer 3:27.51,8 können mit ihren Zeiten auch sehr zufrieden sein!

Seppi Neuhauser wurde bei dem brutalen Triathlon mit einer Zeit von 10 Stunden 29 Minuten 50,3 Sekunden 17. und in seiner Altersklasse 6. Auf dem Rennrad war er eine Zeit lang sogar auf dem 3. Rang. Er hat danach gesagt, dass ihm an diesem Tag einfach die Kraft fehlte. Finde ich aber trotzdem eine ganz tolle Leistung !

Loben möchte ich auch noch die tolle Organisation des Laufes. Da ist wirklich an alles gedacht. Nur Erich hatte etwas Probleme seine geliebte Bouillon am Verpflegungsstand zu ergattern, gell Erich. Mir hat sie ganz gut geschmeckt *fg*.

Auch wenn der Wettkampf für mich nicht so erfreulich war hatten wir es sehr lustig und vielleicht bin ich ja wieder mal so verrückt und mache so einen Berglauf mit.

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