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12.06.2005

Sonne, bedeckt, Regen.

Nach dem Putzen der Hytte bin ich erst noch nach Rysstad gefahren und habe getankt. Das Setesdals-Museet hätte zwar aufgemacht, aber ich hätte dann über eine Stunde warten müssen. So lange warten wollte ich dann nicht und bin dann weiter gefahren. Auf der Straße 39 in Richtung Sulskard. Ich fand die Straße und die Landschaft einfach genial. Ich habe mir überlegt, was hier landschaftlich zu gestern anders ist. Gestern kam mir die Landschaft sehr trist vor. Landschaftlich ist kaum etwas anders, aber ich glaube es lag am Schnee der hier zum Teil noch lag. Außerdem liebe ich es auch solche Straße zu fahren. Oder war ich heute einfach nur besser drauf wie gestern. 

Bin dann Richtung Lysebotn abgebogen. In Øysgardstøl habe ich dann geparkt. Hier verlangen sie eine saftige Gebühr von 50 NOK. Von hier habe ich die Tour zum Kjerag-Bolzen gestartet. Ich habe mir die ganze Zeit überlegt, für was die Ketten zur Absicherung eigentlich gut sind. Meistens ist es daneben viel sicherer zu laufen, wie auf dem sehr glatten Fels. Ist wohl wie bei uns. So eine Touristenattraktion muss man absichern, damit sich die Touristen sicherer fühlen. Man muss sich wo anhalten können. Ginge ja ohne Ketten auch … . Den Kjerag-Bolten zu finden war dann ziemlich schwierig, weil da oben noch etwas Schnee lag und man nicht alle Markierungen fand. Ein Norweger, der noch zwei Engländer im Schlepptau hatte, hat mich dann nach dem Weg gefragt. Aber ich hatte genau so „ingen peiling“ (keine Peilung) wie er auch. Sind dann gemeinsam daran vorbei gestiefelt. Ein gutes Stück weiter vorne hatte man dann auch einen ganz schönen Ausblick auf den Lysefjord. Irgendwie bin ich dann mit dem Norweger ins Gespräch gekommen. Natürlich alles auf norwegisch und es klappte hervorragend. Er glaubte zuerst, dass ich in Norwegen wohne, oder zumindest mal gewohnt haben müsse, oder norwegisch studiert habe. Naja, so gut war es auch wieder nicht, aber trotzdem meinte er immer wieder: „Utrolig“ (unglaublich). Wieso ich nicht dänisch oder schwedisch lerne, sondern ausgerechnet norwegisch …. Dass man freiwillig norwegisch lernt konnte er nicht ganz verstehen. Er hieß übrigens Steve und kam aus Stavanger. Er sprach aber auch richtig schön deutlich, so dass ich auch keine Probleme hatte ihn zu verstehen. Irgendwann meinte er, dass ich vielleicht in meinem früheren Leben Norweger gewesen sei. Kanskje, kanskje (vielleicht). Es war echt lustig, sich mit ihm zu unterhalten. 

Das Wetter dagegen wurde immer schlechter und es fing zu regnen an. Wir trafen dann auch noch 3 junge Norweger/innen, die genau so suchend wie wir durch die Gegend stapften. Das hat mich dann schon ein wenig beruhigt, dass nicht nur ich, sondern auch die Norweger auf der Suche nach dem mysteriösen Kjerag sind und ihn nicht finden können. Da ich dann weiter wollte, da mir langsam kalt wurde, tauschten Steve und ich noch unsere Handy-Nummern aus. Wir wollten uns gegenseitig anrufen, falls wir den „Bolzen“ noch irgendwann finden. Steve fand das super, dass er sich im norwegischen Fjell von einem österreichischen Handy anrufen lasse, damit man ihm, als Norweger, den Weg zeigt. Er musste so richtig darüber lachen. Die drei machten dann noch Pause und ich ging wieder auf die Suche. Siehe da, die drei Norweger/innen die wir davor getroffen haben, konnten den Bolten dann doch entdecken und alles stiefelte wie im Rudel hinterher. Ich wollte dann Steve anrufen, aber leider hatte ich kein Netz. Bin dann auch zum Bolzen und habe einige Bilder gemacht. Die Norweger standen alle drauf, aber mir war da nicht ganz wohl, also habe ich es bleiben lassen. Faszinierender wie den Bolten fand ich fast noch den Blick hinunter in den Fjord. So fast 1.000 m geht es senkrecht hinunter. Das ist schon der Wahnsinn.

Ich bin dann wieder zurück zur Abzweigung und habe dann noch auf Steve und die zwei Engländer gewartet. Wenn ich schon kein Netzt habe, dann wollte ich wenigstens sagen, wo sie hin müssen. Ich habe mir fast schon Sorgen gemacht, weil sie so lange nicht gekommen sind. Aber sie trafen dann doch noch ein und wir hatten es nochmals ganz lustig. Wenn man ein bisschen norwegisch kann, schindet das anscheinend schon zeimlich Eindruck. Im schnellen Tempo bin ich dann wieder zurück zum Parkplatz gelaufen. Die geniale Straße hinunter nach Lysebotn musste ich natürlich unbedingt fahren. Ich glaube auf 8 km geht es in 27 Kehren ca. 800 Höhenmeter hinunter Habe ich schon erwähnt, dass ich es liebe solche Straßen zu fahren?! Spannend auch der etwa 1 km lange Tunnel, mit 2 Kurven und Ausweichbuchten innerhalb, weil man sonst nicht aneinander vorbei kommt. In Lysebotn habe ich mir dann überlegt, wo ich jetzt übernachten soll. Bei Oanes oder im Sirdal. Ich konnte mich noch nicht richtig entscheiden. Also bin ich wieder die geniale Straße hoch gefahren. Das macht noch mehr Spaß wie runter! Irgendwie kamen mir dann die Langläufer von Sirdal Ski, die ich im Herbst in Beitostølen getroffen haben in den Sinn. Als ich dann in Kvæven, dann noch ein Schild mit günstigen Hytten in Tonstad (Sirdal) sah, wusste ich, dass ich nach Tonstad fahren würde. Es war dann zwar schon noch eine Strecke zu fahren, aber es hat sich gelohnt. Ich bekam eine ganz tolle Hytte auf dem Campingplatz Tonstadli.  

175,5 km (Aust Agder, Vest Agder, Rogaland)

 

7. Tag 9. Tag