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11.06.2005

Sonne, dann bedeckt. Es hat dann am Abend auch mal getröpfelt.

Wieso habe ich eigentlich gestern diesen alten Mann getroffen? Er kam mir irgendwie vor wie aus einer uralten, vergangenen Zeit. Lag dies an diesem eigentümlichen Dialekt? Ich werde ihn wahrscheinlich nie mehr wieder sehen. Wieso trifft man solche Menschen? Hat das eine Bedeutung, oder ist das nur Zufall?

Nach dem Frühstück bin ich erst mal zum Einkaufen, da ich in Flateland das Spülmittel vergessen habe. Mein Haushalt ist sowieso etwas chaotisch, aber für mich langt es ja. Es gibt zumindest immer etwas gutes zum Essen, trotz manchmal improvisieren!

Ich bin dann auf die Suche zum Einstieg des Bispevegen (Bischofsweg) gegangen. Keine Ahnung was ich im Kopf hatte, aber irgendwie dachte ich, das müsste oberhalb vom Campingplatz Tveiten sein. Ich wollte auf den Rolvskvil (1.140 m), oder vielleicht noch einen Teil weiter vom Bispevegen laufen. Hatte irgendwie in Erinnerung, dass in dem Wanderführer südlich von Valle stand. Ich suchte dann da oben in Bottveit nach dem Einstieg der Tour. Als mir dann das aber alles doch ziemlich spanisch vorkam, schaute ich dann doch mal in der Karte nach und stellte fest, dass das gar nicht stimmen kann und der Ort nicht Tveitebø, sonder Bottveit heißt, wo ich gerade bin. Wahrscheinlich dachte ich wegen dem Tveiten Campingplatz, dass das hier Tveitebø sein muss. Im Führer stand natürlich auch nördlich von Valle drin. Also dann bin ich nochmals auf die RV9 in Richtung Norden. Als ich an Homme vorbei gefahren bin, kam es mir dann seltsam vor, dass kein Verkehrsschild von der Existenz des Ortes Tveitebø ankündigte. In Rotemo habe ich dann auch kehrt gemacht und mir gedacht, dass es nur noch die Straße sein kann, die direkt im Ort Valle weiterführt. Die Straße war es dann auch endlich und ich fand dann auch einen Parkplatz in Espetveit. Von dort ging es dann durch Kiefernwald auf den Bispevegen in Richtung Osten. Irgendwie ist es im Setesdal ähnlich wie daheim. Nicht von der Landschaft, sondern von der Geschichte. Auch hier ging man über den Berg, wenn man irgendwo gehandelt hat. Also nicht talauswärts, sondern über die Berge. So wie unsere Vorfahren über die Starzel, Hochalp oder Gemstelpass gingen, so gingen die Setesdaler über die Heiane.  Ich bin dann mal so gedankenversunken vor mich hergelaufen und habe natürlich irgendwann die Markierungen verloren. Ich habe dann doch einige Höhenmeter zuviel zurückgelegt. Aber was soll`s. Es war ziemlich egal. Ich musste ja nirgends hin und dunkel wird es ja kaum. Irgendwann war ich dann auch auf dem Rolvskvil (1.140m). Da das Wetter nicht gerade gut aussah, habe ich beschlossen den gleichen Weg wieder zurück zu gehen. Ich machte dann dort oben eine längere Pause und habe ein wenig herumsinniert. Es war total still und außer manchmal ein paar Vögel hörte man nichts. Keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Nur Natur und Stille.

Die Austheiane sahen da oben ziemlich trist aus. Vielleicht ist es aber auch noch zu früh, da der Schnee erst gerade weg gegangen ist. Der Schnee kann noch nicht lange weg sein und ich musste auch 2 kleine Schneefelder queren. Bei uns würde man sagen, der Schnee war sommerfest, also kein Problem zu laufen. 

Vielleicht war ich aber heute auch einfach nicht so gut drauf, so dass es mir daher einfach nicht besser gefallen hat. Habe vermutlich viel zu viel über manche Dinge nachgedacht.

Bin dann wieder auf dem gleichen Weg zurück in das Tal und habe den Tag beim Campingplatz bzw. beim Tveitetunet mit Lesen gemütlich ausklingen lassen.


37,5 km (Aust Agder)

 

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