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10.09.2002

Schönes Wetter oder "flott vær i dag".

In der Früh ging es gleich mit dem Auto nach Gjendesheim (980m). Von dort startete ich alleine in Richtung Besseggen.


Blick auf Gjendesheim.

Das Wetter war ein Traum und um 8.30 Uhr startete ich die Tour. Der sehr ausgetretene Pfad geht am Anfang relativ steil aufwärts. Hinter mir konnte ich noch ein paar Leute, die wohl auch den Besseggen gehen wollten sehen. Ich verlor sie allerdings bald aus den Augen und mein Blick war nach vorne gerichtet. Es geht auf das Veslefjell hinauf. Einmal kommt eine etwas ausgesetzte Stelle, die einem aber kaum Angst einflössen kann. Nach knapp einer Stunde war ich dann auf dem Plateau vom Veslefjell. Von dort geht es dann ziemlich lang in westlicher Richtung leicht ansteigend über ziemlich viel Geröllfelder bis man endlich den höchsten Punkt (1.743m) erreicht hat. Neben der riesigen Steinpyramide, die hier aufgestellt ist machte ich eine ¾ Stunde Pause. Dieses Wetter und die Aussicht und die Ruhe musste man einfach genießen und ich wollte einfach nicht gleich wieder weiter laufen. Als ich gerade wieder los laufen wollte kamen noch 4 Dänen, die ebenfalls aus Gjendesheim kamen. Wir unterhielten uns ein wenig in Englisch über die Tourenmöglichkeiten in den österreichischen Alpen. Nach dem netten Gespräch bin ich dann wieder vorausgegangen und es ging dann zunächst leicht abwärts. Bald kommt man an die Stelle wo der Besseggengrat eigentlich erst beginnt. Jetzt geht es steiler nach unten und man hat einen tollen Blick auf den Gjendesee und die Berge von Jotunheimen.


Blick auf den Gjendesee und die Gipfel von Jotunheimen.

Bei ein paar größeren Tritten ist es ganz hilfreich wenn man mal die Hände aus dem Hosensack nimmt und sich ab und zu festhält. Der Grat war aber gar nicht so schmal wie ich eigentlich gedacht habe. Überhaupt nicht schwindelerregend. Bald bin ich unten am Bandet (Band) angelangt. Hier geht ein schmales Band zwischen dem tiefblauen Bessvatnet und dem eher grünlichen Gjendesee. Die Bilder sollten eigentlich alles sagen. Selbst bei diesem Wetter erlebt ist aber noch tausend mal besser wie die Bilder ausdrücken können.

Kurz vor dem Bandet traf ich noch ein englisch sprechendes Pärchen und etwas später zwei ältere Norweger, die von Memurubu kamen. Am Bandet machte ich noch mal eine halbe Stunde Pause. Laut Henrik Ibsen soll über den Besseggen Peer Gynt auf einem Rentier geritten sein und weil der Grat so schmal war sei er abgestürzt. An der Schmalheit des Grates kann es eigentlich nicht liegen, aber vielleicht hat er nicht gelernt auf dem Rentier zu reiten, oder das Rentier hatte einfach keinen Bock und hat ihn abgeworfen.

       

Nach dem Bandet geht es dann an am 2.258 m hohen Berg Besshø hinauf. Hier traf ich noch einen alten Norweger mit dem ich mich glatt auf norwegisch unterhalten konnte. Den Berg Besshø könnte ich auch mal besteigen. Der stand mir immer so vor der Nase rum und schrie gerade danach zum Besteigen. Bald geht es aber wieder abwärts und am kleinen See Bjørnbøltjørna vorbei. Hier geht es nochmals kurz bergauf und dann geht es zunächst gleichmäßig hinunter, an einem kleinen See vorbei und später kommt noch der Weg von Glitterheim dazu. Am Schluss muss man dann noch einiges steiler abwärts bis nach Mumurubu wo ich um kurz nach 14 Uhr ankam. Von dort kann man am Ufer wieder zurück nach Gjendesheim laufen. Da ich aber ein fauler Mensch bin, wartete ich lieber auf die Fähre MS Gjende, die mich über den See zurück nach Gjendesheim bringen sollte. Ich hatte allerdings noch weit über 2 Stunden Zeit, da die Fähre erst um 16.40 Uhr fuhr. Bei diesem schönen Wetter war es nicht schwer einen gemütlichen Platz im Freien zum Ruhen und Faulenzen zu finden. Einzig und alleine die Kühe die hier frei herumliefen meinten sie müssen den schönen Platz streitig machen. Man merkt dass bereits Herbst und die Saison vorbei ist. Angeblich sollen in der Hochsaison an manchen Tagen mehrere Hundert Wanderer über den Besseggen gehen. Ich habe am heutigen Tag 11 Wanderer die über den Besseggen gingen getroffen. Ansonsten war alles schön ruhig und einsam !

       

Pünktlich um 16.40 Uhr erschien die Fähre und brachte uns für 60 NOK zurück nach Gjendesheim. Es war eine traumhaft schöne Bergtour !

Autostrecke: 7 km, Fylke: Oppland, Jotunheimen Nationalpark


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