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09.09.2002
Schönes Wetter.
Heute sollte es dann weiter gehen. Zunächst aber noch ein paar Sachen was mir
noch eingefallen sind.
@ Stig - Takk for sist ! War schön dich kennen zu lernen.
Als wir in Oslo ankamen und unsere
Pension endlich gefunden haben öffnete dort die Tochter des Hauses. Ich
erklärte ihr mit meinen bescheidenen Norwegisch-Kenntnissen wer ich bin und was
ich hier will. Sie sagt mir noch auf norwegisch dass ich einen Augenblick warten
soll und sie ihre Mutter rufen werde. Dann ruft sie nach ihrer Mutter mit dem
schönsten Schweizer-Dialekt „Mama sie send da“. Da wir zwar in Österreich
leben, aber trotzdem einen Schweizer-Dialekt (Walser-Dialekt) sprechen hab ich
anscheinend wie ein U-Boot geschaut (ich weiß zwar nicht wie ein U-Boot schaut,
aber mir hat man es so erzählt). Tja so geht es einem, da versucht man sein
norwegisch und „muss“ dann seinen eigenen Dialekt von einer Norwegerin hören.
Zum besseren Verständnis muss noch gesagt werden, dass die Mutter eine
Schweizerin und der Vater ein Norweger ist. Unsere Unterkunft hat mir sehr gut
gefallen und es ging sehr familiär zu. Schön war es immer wenn Jørn das Frühstück
machte und die Tücken seiner neuen Kaffeemaschine erklärte.
Köstlich auch jeden Morgen die kleine Tochter des Hauses. Sie liebt viel
Kakaopulver mit wenig Milch und am besten schmeckt es mit einer Legoplatte gelöffelt.
Tja und was wäre die Katze ohne Thunfisch .....
Hier habe ich mich überhaupt so richtig wohl gefühlt. Die Pension kann ich nur
empfehlen, aber ich würde früh genug buchen !
Nach dem letzten Frühstück bei Jørn und Claudia fuhren wir mit dem Auto an
der Holmenkollenschanze vorbei und parkten bei Frognerseteren. Von dort sind wir
zum Tryvanntårnet (Fernsehturm) gelaufen. Auf dem Weg dorthin trafen wir an dem
kleinen See Øvreseterjern auf jede Menge kleiner Kinder. Die Lehrerin oder
Kindergärtnerin erklärte den Kleinen am Wegesrand zunächst ein Tier und dann
Blumen. Ich weiß nicht ob ich das immer nur zufällig sehe, aber ich habe das
Gefühl dass die Kinder dort noch mehr von und über die Natur lernen. Immer
wieder mache ich die Beobachtung, dass die Kinder in Norwegen über die Schule vor Ort ! etwas über die Natur lernen. Überhaupt finde ich den Umgang der
Norweger mit den Kindern sehr schön.
Da wir bereits ein gutes Stück vor 10 Uhr beim Tryvanntårnet waren konnten wir
leider noch nicht mit dem Aufzug hoch fahren und von oben die tolle Aussicht auf
Oslo genießen. Wir sind dann weiter und wollten eigentlich bis zum Tryvann.
Beim Tryvann Skisenter war allerdings eine große Baustelle und der Weg
gesperrt. Dort werden gerade Schneekanonen installiert. Dann sind wir auf einem
etwas anderen Weg wieder zurück bis Frognerseteren gelaufen und bis zur
Holmenkollschanze gefahren. Ein Besuch des Skimuseums und die Aussicht vom
Schanzenturm sind natürlich absolut Pflicht. Am Holmenkollen habe ich immer so
ein „ehrfurchtsvolles Gefühl“. Vielleicht bin ich ja nur zu sentimental,
aber ich finde hier kann man die Geschichte des Skilaufs spüren. Irgendwann
muss ich mal die Holmenkollen-Spiele live erleben. Leider ist der Termin 2003
schon Anfang März, während das Birkebeiner-Rennen erst Ende März ist. Das
kann ich schon mal nicht kombinieren :-(. Kann man nichts machen.

Um die Mittagszeit haben wir dann Oslo
verlassen. Am Bogstad-Vatnet sind wir zuerst auf eine falsche Straße gekommen,
haben es aber gleich mal gemerkt und sind umgedreht. Auf dem Riksvei 168 fuhren
wir bis kurz vor Sandvika und bogen dann auf die E16 in Richtung Hønefoss, dem
Wohnort des weltbekannten Biathleten Frode Andresen. Die Fahrt führte am
Holsfjorden, einem Ausläufer des Tyrifjorden entlang. Der Tyrifjorden ist
eigentlich gar kein Fjord, sondern einer der größten Binnenseen Norwegens.
Nach Hønefoss ging es weiter auf der E 16 und man fährt durch ziemlich viel
Wald durch die Täler Ådalen und später durch das Begnadalen. Vor Fagernes
wurde das Tal dann nochmals ziemlich eng und es geht eine Weile direkt an den
Felsen entlang und dahinter öffnet sich dann das Tal immer weiter und man fährt
hinab nach Fagernes. Vor diesem Ort machten wir noch einen
Verpflegungs-Einkaufsstop und bei der dortigen Turistinformasjon kaufte ich mir
noch eine Turkart (Jotunheimen Aust) für die geplante Besseggen-Bergtour.
Nach Fagernes begaben wir uns auf den RV 51 in
Richtung Beitostølen. Das ist ein bekannter Skiort und hier gab es schon öfter
Langlauf-Weltcuprennen. Auf der Fahrt dorthin merkte man, dass man in den Herbst
fuhr und gleich nach Beitostølen verwandelte sich die Landschaft schlagartig.
Zum einen bemerkte man den Vegetationswechsel und zum anderen leuchteten die
gold-gelb-roten Herbstfarben. Ein Traum diese Landschaft. Das Bitihorn (1.607m)
hat man schon von weitem gesehen und als wir an diesem vorbeifuhren öffnete
sich der Blick auf die Valdres-Flya. So schön habe ich mir die Herbstfarben und
die Fahrt darüber nicht vorgestellt. Nach Beitostølen kam ich aus dem Staunen
gar nicht mehr heraus.
Unsere Fahrt endete beim Campingplatz in
Maurvangen. Wir mieteten uns dort eine nette „Hytte“. Das erste mal dass ich
es schaffte alle Antworten und Erklärungen die ich auf norwegisch bekam auch zu
verstehen. Die Frau an der Rezeption hat zum Glück sehr deutlich und nicht ganz
so schnell gesprochen.
Nach dem häuslichen Einrichten in der Hütte machte ich noch eine kleine
Trainingstour nach Gjendesheim und noch ein Stück am Ufer des Gjende entlang
und danach wieder zurück nach Maurvangen. Den Einstieg für die morgige
Bergtour habe ich dann auch noch schnell besichtigt.
Autostrecke: 289,1 km, Fylker: Oslo, Buskerud,
Oppland.
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