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24.09.2002

Schönes Wetter, z.T. aber auch bedeckt. 

Als wir beim Frühstück saßen kam doch tatsächlich der Besitzer vom Campingplatz in Flateland vorbei. 200 NOK kostete uns die Hütte, was im Verhältnis zu anderen Hütten die wir bis jetzt hatten wirklich sehr billig ist.
Nach dem üblichen Ablauf mit Packen, Abwasch und Putzen der Hytte fuhren wir weiter und bogen gleich nach dem Campingplatz auf den RV 45 in Richtung Dalen. In Eidsborg sahen wir noch zur Stabkirche, die wohl wie fast alle Stabkirchen ab ca. Mitte September geschlossen hatte.
Etwas oberhalb der Kirche ließ ich mich absetzen und machte die sehr schöne Wanderung zur Ravnejuvet (Rabenschlucht). Das war eine leichte Wanderung, die auch von wenig trainierten locker zu laufen ist. Laut „Rother Wanderführer – Norwegen Süd“ von Bernhard Pollmann (Tour 7) soll man hin und zurück 4 Stunden brauchen. 

         

Der Weg ist hervorragend markiert und wenn es recht nass ist, sind in dem Moor in dem man zeitweise läuft die norwegischen Gummistiefel zu empfehlen. „Wasserdichte“ Trekkingschuhe langen allerdings auch, da man nur zweimal ein Stück direkt im Moor läuft. Die Ravnejuv ist für seine Thermik berühmt. Wenn man Taschentücher, Banknoten (nicht zu empfehlen) oder Liebesbriefe in die Schlucht wirft tragen sie Aufwinde an die Felskante zurück oder lassen sie über der Schlucht schweben. Wer nicht die Tour laufen will kann auch bis auf 5 Minuten Fußmarsch heranfahren. Entweder von Dalen oder Åmot weg auf eine schöne abenteurliche Schotterstraße. Das ist alles gut ausgeschildert und irgendwie überdimensional das Verkehrsschild auf der Schotterstraße.

                    

Bei der Ravnejuv wurde ich wieder ins Auto eingeladen und wir fuhren auf der E134 weiter zunächst bis nach Morgedal. Hier wurde für die Winterolympiaden Oslo 1952, Squaw Valley 1960 und Lillehammer 1994 das olympische Feuer geholt. Der Grund: Hier wurde Sondre Norheim, der die Fersenbindung erfand und als Wegbereiter des modernen Skilaufs gilt, geboren. Das Skimuseum (Norsk Skieventyr) hätten wir gerne angeschaut, es hat aber leider ab September nur mehr am Wochenende geöffnet.
Daher fuhren wir weiter und an der Straße E134 entlang sieht man immer wieder mal ein Stabbur. Hier mal an ihren angestammten Plätzen und nicht in Freilichtmuseen. Ein Stabbur steht auf vier Steinen und unten kann Luft durch (ähnlich wie früher unsere „Spiicher“). Hier wurden alle Sachen gelagert, wie Korn, Mehl u.s.w. die trocken bleiben mussten. Der Wind der unter dem Stabbur durch kann verhalf auch noch zum Trocknen. Oben drauf wurden meistens noch Schlafgemächer gebaut und hier wurden dann oft Gäste einquartiert, was als besondere Ehre galt. Ein Stabbur war natürlicherweise auch ein Statussymbol und oft verzieren schöne Schnitzereien die Gebäude.

         

Bei der Heddal Stabkirche sahen wir natürlich auch noch vorbei. 1998 als ich das letzte mal hier war renovierten sie bereits und am heutigen Tag waren sie immer noch dran. Wie es aussah sind sie jetzt aber bald fertig. Natürlich war sie auch schon geschlossen. So schön der September in Norwegen zum Reisen ist, sollte man sich bewusst sein, dass ab Mitte September viele Sehenswürdigkeiten und manche Campingplätze bereits geschlossen sind.
Bei Notodden fuhren wir auf den RV 360 und bei Grarv auf den RV 36. In Ulefoss sahen wir uns noch die Schleusen vom Telemarkkanal an und danach ging es weiter bis Skien. Dort ließen wir uns nicht lumpen und quartierten uns in eine große Leilighet (Wohnung) im Vandrerhjem ein. Gleich in der Nähe vom Vandrerhjem ist sportlich sehr viel los. Ich nutzte gleich die unzähligen Loipentrassen (viele mit Beleuchtung) und Forstwege zu einem Lauftraining. Mountainbiker, Reiterinnen, Fußgänger, Kinder, Orientierungsläufer, Jogger, Fußballer ....  hier traf man alles !
282,6 km, Aust Augder, Telemark. 

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