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23.03.2003

Schönes Wetter.

Ich war noch müde. Die Beine fühlten sich schwer und die Schultern taten noch vom Rucksack und dem Doppelstockgeschiebe weh. Was soll ich heute machen? Auf jeden Fall wollte ich auf keinen Fall zum Langlaufen. Ich hatte absolut keinen „Bock“ auf Ski und wollte ja keine Langlaufski sehen. Das passiert mir eigentlich nie, aber an diesem Tag war es wirklich mal so weit dass ich keine Lust hatte. Ich sah mir ein wenig das Skifliegen im Fernsehen an. Da es aber schönes Wetter war wollte ich dann doch nicht den ganzen Tag im Haus rumsitzen. Also ging ich zu Fuß! Ich stiefelte gemütlich zum Birkebeiner-Skistadion und sah mir ein wenig den Zieleinlauf vom „Halv- og Skøyte-Birken“ (Halb- u. Skating-Birkebeiner) an. Die schnellsten hatte ich dann leider auch verpasst, da sie natürlich schneller ins Ziel kamen, wie erwartet.

Dann „latschte“ ich noch gemütlich in die Stadt. In der Gågate war fast nichts los. Vermutlich da heute am Sonntag die meisten Geschäfte geschlossen hatten. Am Bahnhof schaute ich sicherheitshalber noch wann und von welchem Gleis mein Zug nach Oslo fährt und dann begab ich mich noch ins Lillehammer Kunstmuseum. Die Kittelsen-Bilder haben es mir besonders angetan. Dann war noch eine Fotoausstellung von Tom Martinsen und Rolf M. Aagaard die mir sehr gut gefiel. Mir ist aufgefallen dass hier die meisten Kunstwerke irgendwie „traurig“ wirkten. War es wirklich so, oder war es nur die Enttäuschung dass es beim Birkebeiner-Rennet nicht besser gelaufen war? Eigentlich wusste ich es ja, dass ich nicht mehr in Form war. Meine Topp-Form hatte ich im Februar, also genau einen Monat zu früh. Am Ende wurde die Saison zu lang und ich habe mich blöderweise im Formaufbau verkalkuliert. Als ich spürte dass die Form nachlässt, versuchte ich das Training zu reduzieren um ein „Übertraining“ zu vermeiden. Aber ich habe es wohl nicht geschafft das in Griff zu bekommen. Da habe ich einiges mehr und eigentlich gezielter auf dieses Ereignis wie vor 2 Jahren hintrainiert und dann ist das Ergebnis 20 Minuten langsamer. Natürlich war das Rennen auch allgemein einiges langsamer, aber das ist ein schwacher Trost, da es insgesamt dann doch ein wenig schlechter war. Zwar nicht so besonders viel, aber halt eben doch. Wenn der Ski vor 2 Jahren auch so schnell gewesen wäre, ja dann wäre ich damals wohl auch etwas schneller gelaufen .... Ja ich weiß, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär ..........

Ein schwacher Trost: „Die Ski waren dieses mal wirklich gut“.

Kunstmuseum Lillehammer

Nachtrag aus dem April: Heute sehe ich das alles nicht mehr so tragisch. Klar hatte ich mir mehr erwartet und ich hatte in dieser Saison schon wesentlich mehr drauf. Ich habe sicher einige Fehler in der Vorbereitung gemacht, aber wenigstens war ich noch besser als die Hälfte aller Leute. Ich habe auch mit einem älteren Läufer gesprochen der besser gelaufen ist. Wir haben uns um die Trainingsumfänge unterhalten und ich habe festgestellt dass er fast das doppelte Trainingspensum hat. Speziell mit den sogenannten "langturer" (lange Trainingseinheiten) habe ich einen zu großen Defizit. Das Problem ist natürlich dass ich noch zu viele andere Sachen neben dem Beruf mache. Wobei einige Sachen einfach zu meinem Beruf als "Chronist" dazu gehören. Da kann ich nicht sagen, da gehe ich jetzt nicht hin, ich muss jetzt trainieren. Man müsste sich ausschließlich auf das Langlaufen konzentrieren. Wenn man es so bedenkt war die Leistung nicht mehr so schlecht und ich war ja immerhin noch im vorderen Drittel. Auch insgesamt von allen Teilnehmern war ich besser wie die Hälfte. Ein Erlebnis war es trotz dem nicht ganz so guten Ergebnis immerhin auch wieder. Da ich mir einbilde dass es noch besser gehen müsste, kann es durchaus vorkommen dass ich bald wieder daran teilnehme. 

Ein paar statistische Zahlen zu dem Rennen 2003.

Es haben sich insgesamt 11.199 zu dem Rennen angemeldet. 10.150 Läufer sind dann gestartet und 9.765 Läufer kamen in das Ziel bzw. in die Wertung. In meiner Altersklasse M30 (30-34 Jahre) meldeten sich 1.244 an, 1.123 starteten und 1.082 Läufer kamen in die Wertung. Wer noch eine genauere Statistik haben will findet sie unter der HP vom Birkebeiner-Rennet 2003 und klickt dann auf "Statistikk etter rennet".

Noch eine kleine Nationen-Statistik. Es wurden zwar nicht bei gar allen Läufern die Nationalität genannt. Aber laut Ergebnisliste haben aus folgenden Ländern Langläufer teilgenommen:

Canada 13, Danmark 88, England 7, Estland 6, Finland 36, Frankrike 35, Italia 8, Japan 9, Nederland 6, Østerrike 5, Russland 31, Sveits 21, Sverige 115, Tsjekkia 3, Tyskland 75, USA 91. Sind insgesamt 549 Läufer.

Ein kleines Zahlenspielchen:

Insgesamt kamen 9.765 Läufer in die Wertung. 549 Läufer sind aus anderen Ländern. Die anderen müssten eigentlich Norweger sein. Da aber nicht bei gar allen die Nationalität angegeben ist nehmen wir mal an, dass 9.000 Läufer aus Norwegen kommen. Norwegen hat ca. 4,5 Millionen Einwohner. 
Nehmen wir an es wäre eine solche Veranstaltung in Österreich. Österreich hat ca. 8 Millionen Einwohner. Es müssten dann 16.000 Langläufer aus Österreich an diesem Rennen teilnehmen. Österreichs Nationalsport ist ja mal Ski alpin. Wenn es also einen solchen Bewerb für Skifahren gäbe müssten 16.000 Skifahrer aus Österreich daran teilnehmen.

Wenn man Deutschland her nimmt. Deutschland hat ca. 82 Millionen Einwohner. Es müssten also in einem vergleichbaren Wettbewerb 164.000 Läufer aus Deutschland teilnehmen. 

weiter zum nächsten Tag

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