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20.03.2003

Bedeckt, etwas kälter, am Abend kam ein wenig die Sonne heraus.

Heute war mein erster Ruhetag. Nach dem Frühstück wachste ich erst mal meine Ski ab und bügelte das erste Grundwachs ein. Danach sah ich mir die Damen-Staffel von der „Skiskytter-VM“ (Biathlon-WM) im Fernsehen an. Ich hatte ja genug Zeit und wanderte dann mal gemütlich in die Stadt Lillehammer. Mich zog es wieder in die Bibliothek. Hier merkt man dann doch dass Lillehammer eine Stadt ist. Ich sah mich ein wenig um und war eigentlich überrascht wie viele Bücher es über Langlaufen und Skifahren gibt. Natürlich fast alles auf norwegisch. Ich kam natürlich nicht so schnell hier weg und las mich in ein paar Bücher ein. Ich finde dass es hier eine sehr schöne und übersichtliche Bibliothek ist. Bin aber als „Nicht-Stadtmensch“ natürlich nicht gerade verwöhnt (was Bibliotheken anbelangt). So eine Bibliothek finde ich ein faszinierender Ort und dort fühle ich mich einfach wohl.
Was ich auch sonst noch mit Leidenschaft mache ist die verschiedenen Leute die hier aus- und eingehen zu beobachten. Eine halbe Stunde surfte ich dann noch im Internet und dann ging ich wieder weiter. 

Zuerst überlegte ich mir ob ich nicht in das Kunstmuseum gehen sollte. Aber irgendwie war ich nicht danach aufgelegt. Also ging es wieder zur Håkons-Hall und dort angekommen überlegte ich, ob ich mir jetzt wirklich zum 4. mal das olympische Museum antun soll. Naja wenn ich schon mal hier bin, dachte ich mir, gehe ich halt rein. Die nette Frau am Schalter erklärte mir natürlich alles, obwohl ich das Meiste ja schon kannte. Wollte ja nicht unhöflich sein und unterbrach sie nicht bei Ihren Erklärungen. Man entdeckt ja immer wieder etwas neues und das Besondere kam dann als ich bei der Figur von Vegard Ulvang, meinem früheren Lieblingslangläufer vorbeikam. Gleich mal daneben steht so ein Segelboot das bei der Olympiade 1992 von Barcelona im Gebrauch war.

Mir war ja schon aufgefallen, dass da ein Mann einem Paar mit 2 Kindern eine Führung gab. Ich war nämlich immer fast auf gleicher Höhe und erfuhr dadurch auch einiges über die Entstehung des Museums. Musste zwar höllisch aufpassen, da es ja norwegisch war, aber ich bekam doch das meiste mit. Als ich also dann bei Barcelona, bzw. eigentlich neben der Figur von Vegard Ulvang stand, fragte mich der Herr der die Führung leitete auf englisch ob ich Norweger sei? Ich verneinte, doch er erzählte mir trotzdem voller Stolz mit wem er es da zu tun hatte. Es war Linda Andersen, die erste Norwegerin die eine Goldmedaille bei olympischen Sommerspielen gewinnen konnte. Sie gewann 1992 in Barcelona beim Segeln. Sie stand da mit einem Kind in der Hand und ich denke die männliche Begleitung war ihr Mann, der noch einen Kinderwagen schob. Ich stand jetzt mitten drin und wusste gar nicht was ich sagen sollte. Wahrscheinlich stand ich nur etwas ungläubig und mit offenen Mund da. „Great“ oder so was ist mir dann wohl doch noch über die Lippen gekommen. Es war aber einfach schön zu sehen wie natürlich hier alles abging. Eigentlich war es einfach nur eine Familie und mir wäre nie im Leben eingefallen, dass die Frau vor nicht all zu langer Zeit Olympiasiegerin geworden ist.


Auch das Museum selbst wurde schon wieder etwas ausgebaut. Ich glaube ich weiß jetzt wieso ich das Museum mag. Einerseits ist es mit Sicherheit das Interesse am Sport und von Sportveranstaltungen das ich von klein auf  von meinen Eltern mitbekam. Ich sehe eigentlich kaum Fernsehen, aber Sport und zwischendurch Nachrichten sind der einzige Grund wofür ich einen brauche. Das ist die eine Seite, aber ich finde auch dass das Museum sehr lebendig wirkt. Es erweitert sich ständig und ich habe das Gefühl dass man spürt, dass viele norwegische Sportler selbst hier waren und ihren Beitrag zu dem Museum geleistet haben. Sie hinterlassen nicht nur ihr Sportgeräte oder sonstige Sachen sondern auch ihren „Geist“.

Ich habe keine Minute bereut als ich das Museum wieder verlassen habe. Ich schrieb noch etwas in das Gästebuch und als ich ging wünschte mir die nette Frau am Schalter „Viel Erfolg für den Samstag“. Ich hatte zwar keinen Ton gesagt, dass ich am Birkebeiner teilnehmen werde, aber anscheinend hat sie einen Blick dafür wer hier teilnehmen wird. Ich bedankte mich und ging frohen Mutes von der Håkons-Hall hinauf zum Ersgård-Gjestehus.

Beim Abendessen lerne ich ein Paar aus Hamburg kennen, das die letzten Wochen verschiedene Gruppen geleitet hat. Sie waren sehr nett und er läuft in diesem Jahr das erste mal beim Birkebeiner-Rennen mit.

weiter zum nächsten Tag

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