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Skadi Loppet 2007
in Bodenmais/Bayerischer Wald
(38 km klassisch)

 

18.03.2007       Bedeckt und sehr windig. Sehr nasser Schnee.

Am Vortag sind wir (Matthias, Sabrina, Andi und ich) vom Kleinwalsertal nach Bodenmais gefahren. Mit der Pension Sonnenfels fanden wir ein hervorragendes Quartier. Am Sonntag sind war dann nach dem Frühstück von Bodenmais zur Loipe am Bretterschachten gefahren. Sabrina, Matthias und ich waren für die 42 km Strecke gemeldet. Durch den Sturm Kyrill hatte es aber ziemlich viel Holz gefällt und die Strecke musste ein wenig verkürzt werden. 38 harte Kilometer warteten aber trotzdem noch auf uns. Der Sturm hat hier wirklich sehr viel verwüstete und viele mächtige Stämme umgeknickt.

Beim Langlaufstadion angekommen spielte ich erst mal das Versuchskaninchen mit dem Wachs. Die Klister Swix VR60 und VR70 eins zu eins vermischt passten für mich optimal. Sabrina und Matthias hatten aber komischerweise mit dieser Mischung so ihre Probleme und hatten es ein wenig zu glatt. Also haben sie noch etwas anderes drauf geschmiert. Leider war es schon kurz vor dem Start, so dass sie nicht mehr das optimale Wachs fanden. Matthias und ich mussten sogar noch zum Start spurten.

Mit Sabrina hatte ich eine persönliche Vorgabe. Die Damen starteten 20 Minuten hinter uns und sie wollte mich einholen. Ich sagte ihr aber dass sie das nie schaffen würde. Ursprünglich wollte ich ja eine gemütliche Tour laufen, aber bei der Kampfansage von Sabrina konnte ich dann doch nicht widerstehen.

Matthias und ich waren kaum im Startbereich, da fiel auch schon der Startschuss. Vorne wurde gleich ein ziemlich hohes Tempo gewählt. Da ja am Anfang ziemlich schöne Anstiege sind, kam ich da gleich ganz gut in den Rhythmus. Außerdem hatte ich keine Probleme mit meinen Skiern. Nach 5 km war ich dann aber schon ziemlich müde. 2-3 Stunden Training in der Woche sind wohl doch ein bisschen wenig. Ich war dann die ganze Zeit am Ende von einer Gruppe und obwohl das Tempo vermutlich für mich etwas zu hoch war, wollte ich nicht abreißen lassen. Es war ja auch kein Problem da am Anstieg dran zu bleiben und eigentlich hätte ich auch ein höheres Tempo laufen können, aber das Rennen war ja noch ziemlich lang und ich wollte nicht „überpacen“.

Nachdem dann die steilen Anstiege vorbei waren kommt dann ein Teilstück, bei dem man ziemlich viel im Doppelstock arbeiten muss. Leider fehlt bei mir da im Moment völlig die Kraft. Hier musste ich dann ein wenig abreißen lassen, obwohl meine Skier ganz in Ordnung waren. Da war ich dann leider etwas alleine im Wind, aber auf der anderen Seite konnte ich auch mein Tempo laufen. Von hinten kamen dann zwei Läufer mit denen ich dann wieder eine Weile gemeinsam unterwegs war. Bei der Wende vorbei und dann ging es wieder zurück. Bis kurz vor der Verpflegungsstation ging es eigentlich noch ganz gut, aber dann bekam ich zuerst Probleme mit meiner Startnummer. Ich habe da so eine Nummer mit ewig langen Bändeln bekommen und einer von diesen ist mir blöderweise aufgegangen. Der blöde Bändel verfing sich nun immer an meinem Klettverschluss vom Stock. In der Abfahrt habe ich versucht wieder einen Knoten rein zumachen, aber mit den Stöcken ist das gar nicht so einfach. Außerdem war ich gerade auch ziemlich blau und ich habe mich gefragt wieso ich mich überhaupt für die lange Strecke angemeldet habe. Bei der kurzen Strecke hätte ich jetzt gemütlich ins Ziel laufen können. Kurz vor der Wende stand dann Andi und meinte, wenn ich so weiter mache, dann hat mich Sabrina aber bald eingeholt. Mich hätte es ehrlich gesagt auch nicht gewundert, wenn sie im nächsten Moment vorbei gekommen wäre. Ich war so was von breit und wusste gar nicht wie ich die 2. Runde noch schaffen sollte. Da es für mich aber „Aufgeben“ eigentlich nicht gibt, ich habe noch nie ein Rennen aufgegeben, auch wenn es noch so mies lief, bin ich in auf die 2. Runde eingebogen.

Der blöde Bändel von der Startnummer hat mich dann so genervt, dass ich dann einfach stehen geblieben bin und versucht habe das Problem in den Griff zu bekommen. Man würde nicht glauben wie man sich mit den Stöcken an den Händen blöd anstellen kann. Zum Glück stand da in der Nähe ein Mann, der mein Problem mit meiner Startnummer erkannte und mir dann half den blöden Bändel zu befestigen. Außerdem war das gerade eine schöne Pause, so eine Minute nicht laufen zu müssen. Mit gut befestigter Startnummer habe ich mir dann gedacht, laufe jetzt einfach wie im Training und dann kommst Du irgendwie durch. Den langen Anstieg bin ich dann auch recht gut hoch gekommen. Ich war hier ziemlich alleine unterwegs und als ich dann wieder oben ankam, sah ich doch wirklich wieder einige Läufer vor mir. Das heißt ich hatte doch tatsächlich wieder etwas aufgeholt und das obwohl ich mich überhaupt sehr müde und kraftlos fühlte. Mag vielleicht auch ein wenig an den Bedingungen liegen, da der Schnee wirklich alles von einem abverlangte.

Oben versuchte ich dann irgendwie Matthias zu entdecken, der mir ja schon entgegen kommen müsste. Irgendwie habe ich es aber nicht ganz registriert, obwohl er mir nach dem Lauf gesagt hat, er hat mir zugerufen. Nach der Wende war dann das Augenmerk auf die andere Seite, da ich gespannt war ob mich irgendeine von den Damen einholen würde können. Vor allem hat mich natürlich Sabrina interessiert. Als ich dann Sabrina sah, sah es für mich ganz gut aus und ich wusste dass ich vor ihr ins Ziel kommen würde. Ich lief dann auf die Startnummer 110 auf und der sah genau so müde und blau aus wie ich. Er war mir dann aber zu langsam und ich habe ihn überholt, obwohl ich dringend die nächste Verpflegungsstation gebraucht hätte. Es waren dann aber noch ein paar km und ich habe ziemlich geblutet. Es ist ziemlich beschissen wenn Dein Körper sagt er braucht Verpflegung, aber Du kannst ihm keine geben, weil die Verpflegungsstation erst ein paar km später kommt. Irgendwie habe ich mich dann bis dorthin durchgekämpft und dort machte ich dann einen längeren Stopp, obwohl es nur noch knapp 5 km ins Ziel waren. Die Nummer 110 hat mich da dann auch wieder überholt.

Nach der Verpflegung kommen dann 2 schöne Abfahrten, dann sind da aber noch ein paar gemeine kleine Anstiege zu absolvieren. Ich fühlte mich wie schon im ganzen Rennen ziemlich müde und merkte dass langsam aber sicher Krämpfe im Anmarsch waren. 2 km vor dem Ziel zog es mir dann auch die ersten auf. Jetzt hieß es Zähne zusammen beißen und sich irgendwie ins Ziel zu mogeln. Trotz Krämpfen habe ich mich dann am 110er vorbei geschlichen, aber der sah mindestens genau so blau aus wie ich. Fünfhundert Meter vor dem Ziel kam dann auch noch mal so ein kleiner Anstieg, bei dem ich mir nicht sicher war ob ich den noch hoch komme, ohne dass es mich von den Beinen haut. Mit Krämpfen in den "Haxen" habe ich mich dann noch im Doppelstock ins Ziel gequält. Der 110er hat dann doch tatsächlich noch angefangen zu sprinten. Da ich gerade nicht in der Lage war meine Beine zu bewegen und mich im Doppelstockschub ins Ziel quälen musste, habe ich den Zielsprint natürlich sauber verloren. Aber es war mir auch ziemlich egal, ich war nur froh dass ich im Ziel stand. Dort konnte ich mich zwar nicht bewegen und stand erst mal eine Weile rum. Wenn ich mich gebückt hätte um die Bindung aufzumachen, wäre ich wahrscheinlich auf dem Boden gelegen und nicht mehr aufgekommen.

Mit der Zeit gibt sich das mit den Krämpfen und ich begab mich auch aus dem Zielbereich, wo Matthias schon auf mich wartete. Er hatte zum Glück meine Klamotten, die vorher Andi mitgeschleppt hat. Der wollte natürlich Sabrina ein wenig entgegen laufen. Wir sind dann erst mal zum Umziehen und Skier verräumen. Danach ab ins „Fresszelt“. Auf dem Weg dorthin trafen wir dann auch schon Sabrina. Sowohl Sabrina wie auch Matthias hatten einen etwas glatten Ski. Das hat uns schon ein wenig stutzig gemacht, da bei mir das gleiche Wachs ziemlich gut gepasst hat. Wir sind uns nicht ganz im Klaren, an was das gelegen hat.

Ich persönlich bin eigentlich mit meinem Lauf, trotzdem dass ich ihn zum großen Teil ziemlich „blau“ gelaufen bin, sehr zufrieden. Zwar 20 Minuten langsamer wie Matthias und 4 Minuten langsamer wie Sabrina, aber mit meinem momentanen Trainingszustand doch noch eine recht gute Zeit. Beim König-Ludwig-Lauf war der Rückstand auf Sabrina größer, obwohl es nur die halbe Strecke von heute war. Es geht also aufwärts.

Sabrina wurde mit einer Zeit von 2:28:34,84 bei den Damen Gesamt 3.
Matthias mit einer Zeit von 2:12:22,69 bei den Herren Gesamt 69. und in der Altersklasse H36 10.
Ich mit einer Zeit von 2:32:36,50 bei den Herren Gesamt 152. und in der Altersklasse H36 24.

Meine persönliche Wette mit Sabrina habe ich auch noch gewonnen!

Nach dem Aufenthalt im „Fresszelt“ sind wir dann zur Siegerehrung, die dann doch ganz schön viel Zeit in Anspruch nahm. Mit der Wirtin von der Pension Sonnenfels haben wir ausgemacht, dass wir bei ihr noch zum Duschen können. Das war schon ein super Service und wir waren mit der Unterkunft sehr zufrieden.

Dann begann die knapp 4-stündige Rückreise von Bodenmais. Bei der Rückfahrt hatten wir dann noch einen fünften Mann dabei. Aapo Laiho aus Finnland, der in Oberstdorf lebt und trainiert, haben wir bei der Siegerehrung noch aufgegabelt. Ohne Ereignisse kamen wir am Abend von einem tollen Lauf und für Matthias und mich einem schönen Langlauf-Saison-Abschlussrennen nach Hause.

Das Rennen hat bei mir wieder Lust auf mehr geweckt. Dafür muss ich aber einiges mehr trainieren und vor allem an der Armkraft arbeiten. Es war ein gutes Gefühl wieder zu spüren, dass ich mich wirklich quälen kann. Das ist mir die letzten 2 Jahre ein wenig abgegangen.

Sonstige Erkenntnise: 2 km mit Krämpfen ist verdammt weit ;-)

(Bilder folgen die nächsten Tage!)
 

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